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Für Reisesüchtige & Sich-Selbst-Finder

Auf Reisen die Freiheit spüren

Auf Reisen die Freiheit spüren

Es kann nun gut sein, dass ich mich in ein neuropsychologisch-philosophisches Wespennest setze – immerhin wird der Freiheitsbegriff schon lange diskutiert und geht so weit, dass wir Grund zur Annahme haben, dass persönliche Freiheit per se nicht möglich ist, weil wir gesellschaftlich, genetisch oder gehirnphysiologisch determiniert sind. Das würde bedeuten: wir sind nicht frei, wir können gar nicht frei sein.

Okay, darüber möchte ich an dieser Stelle jedoch gar nicht diskutieren. Das überlasse ich den Experten, sich darüber Gedanken zu machen. Ich spreche in den folgenden Zeilen von der Freiheit, die wir subjektiv wahrnehmen. Von der gefühlten Freiheit sozusagen. Das ist der Moment, in dem wir bemerken, dass wir nun das tun, was uns glücklich macht, oder uns einfach selbstbestimmt fühlen, wir die Freiheit einfach spüren. Ich denke, viele haben eine Vorstellung davon, wie sich dieser Zustand anfühlt, weil sie ihn das ein oder andere Mal schon erlebt haben.

So sieht bei mir pure Freiheit aus 🙂
Persönliche Freiheit

In der Psychologie gibt es den Begiff der „persönlichen Freiheit“ – zumindest in der englischsprachigen, aber kaum in der deutschen Literatur. Nicht immer meint er das gleiche, aber manchmal eben auch genau das, was ich oben beschrieben habe: Ein Gefühl, frei zu sein. Zumindest relativ. Dabei könnte persönliche Freiheit als eine Facette von Individualismus angesehen werden, da es stark mit dessen Konzept und Anteilen wie Autonomie, Selbstbestimmung und Kontrolle zusammenhängt (Veenhoven, 1999). Klar, denn wenn ich handlungsfähig bin, die Möglichkeit und das Vertrauen in mich selbst habe, meine Wünsche zu verwirklichen, bin ich ziemlich unabhängig und kann mich zurecht ziemlich frei fühlen. Psychoanalytisch kann man die persönliche Freiheit auch mit dem „Ich“ in Zusammenhang bringen, nämlich dahingehend, als dass eine Identifikation mit dem Innersten, mit dem „Ich“, das Gefühl der Freiheit entsteht (Betsie Carter-Haar, 1975).

Wie stellt sich Freiheit beim Reisen ein

Und genau diese gerade genannten Dinge sind es, die man auf Reisen einsetzen und spüren kann. Zum einen kann ich mir einfach einen Traum erfüllen, indem ich mir einfach einen Flug buche, ein Zimmer reserviere, oder mal drauf los fahr. In Zeiten des Internets, in dem innerhalb weniger Minuten Buchungen möglich sind, und den Möglichkeiten des wirklich kostengünstigen Reisens nun wirklich kein Problem. Zusätzlich gibt es mittlerweile viele Modelle, sich Rahmen und Zeit für Reisen zu schaffen: Flexible Arbeitszeiten, Freelancing, Erasmusprogramme, Möglichkeit zu Karenz und Sabbatical, und und und. Unserer Autonomie sind in Wirklichkeit nicht viele Grenzen gesetzt, was das Reisen angeht. Sofern man sich selbst nicht im Weg steht – ich denke hier an Floskeln wie „Ich trau mich nicht“, „Ich kann das nicht“ oder „Ich hab keine Zeit dafür“ – ist schon alleine die Planung einer Reise eine unglaublich einfache Möglichkeit zur Wahrnehmung von persönlicher Freiheit. Ich kann bestimmen, wie lange ich weg will, wohin, wieviel ich ausgeben will, und mich im Vorfeld über alles informieren, was ich brauche und möchte. Da ist man noch gar nicht unterwegs.

Neue Wege zu gehen, kann sehr befreiend sein

Reise ich möglichst individuell, kann ich noch mehr Freiheit erleben (man beachte die Übereinstimmung mit dem oben genannten Zusammenhang 😉 ). Die Definition von Individualreisen ist natürlich auch eher schwammig, und oft werden sicher Club-Pauschal-Urlaube auch als Individualreise verkauft. Für mich hat das jedoch eher etwas zu tun mit: sich unabhängig zu bewegen (also nicht unbedingt ständig in einer Gruppe jemanden hinterher zu laufen), mobil zu sein (durch die Nutzung von Öffis, eigenem oder geliehenem Auto, Motoroller, etc.), viel selbst und spontan zu erkunden. Denn auch hier ist Selbstbestimmung der Schlüssel – ich mach was, wann, wie und wie lang ich will. So einfach ist das.

Noch einen Schritt weiter in Richtung persönlichen Freiheit gehe ich, wenn ich die Umwelt um mich herum ganz ungeschönt und bewusst wahrnehmen kann. Wenn meine Sinne gefordert sind, ich mit meinen Gefühlen in Kontakt komme, und an mir selbst, vielleicht auch oder gerade im Kontakt mit anderen, wachsen kann. Das alles kann durch einen Ausflug in die Natur, ein nettes Gespräch mit Einheimischen oder eine völlig neue Erfahrung entstehen. Im besten Fall bringt es mich zu mir selbst – zu meinem „Ich“. Durch die Integration der Eindrücke und der Reflexion des Erlebten ist eine Identifikation mit dem Innersten möglich – und somit Freiheit spürbar.

Ganz individuell

Wie und in welchen Situationen jemand persönliche Freiheit wahrnimmt, ist natürlich hoch subjektiv und individuell. Für die einen ist es vielleicht der Moment, wenn man am Strand der Sonne einfach beim Untergehen zusieht, für jemand anderen ist es eventuell ein Roadtrip ohne konkretes Ziel. Was auch immer es ist, jedenfalls gibt dieses Gefühl Antrieb und geht einher damit, sich lebendig zu fühlen.

Ist das nicht pure Freiheit?

Zum Abschluss verrate ich euch noch ein paar Dinge, die mir das Gefühl der persönlichen Freiheit geben:

  • das Erklimmen eines bisher unbekannten Berggipfels

  • die Erfüllung eines lange gehegten Wunsches

  • Unerwartet positive Ereignisse, hervorgerufen dadurch, dass man über seinen Schatten gesprungen ist

  • Der Blick hinter unbekannte Ecken und Mauern und ungewöhnliche Erlebnisse

  • Von unberührter oder spektakulärer Natur umgeben zu sein

  • auf eigene Faust, im eigenen Tempo unterwegs zu sein

Nun wünsche ich euch ganz viel Erleben von persönlicher Freiheit! Vielleicht wollt ihr mir ja in den Kommentaren verraten, wobei ihr euch frei fühlt.

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