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Für Reisesüchtige & Sich-Selbst-Finder

Bei Verdi in Verona – ein Operntrip in den Süden

Bei Verdi in Verona – ein Operntrip in den Süden

Verona, die liebliche Stadt zwischen Venedig und dem Gardasee, ist weltberühmt für seine Opern in der Arena. Wir waren bereits zwei Mal in Verona, jedoch noch nie in einer Opernaufführung. Somit war für mich klar: das MUSS ich einmal erlebt haben. Meine bessere Hälfte kennt meine Wünsche und Träume ganz gut, daher waren die Opernkarten ein wirklich sehr geniales Geburtstagsgeschenk.

Zum Glück ist Verona nur 5 Autostunden von Graz entfernt, sodass sich ein kurzer Wochenendtrip auf alle Fälle auszahlt. Also Freitag Nachmittag ins Auto gesetzt und die Autobahn runtergedüst. Eine Bekannte, bei der wir übernachtet haben, hat uns, typisch italienisch, mit viel Gastfreundlichkeit und einem leckeren Abendessen und Wein empfangen, sodass wir den Samstag ganz entspannt starten konnten. Da die Oper erst am Abend war, wollten wir noch ein bisschen was von Verona besichtigen. Wir sind ja schließlich nicht zum Faulenzen so weit gefahren 😉

Der Tag in der Stadt

Nun, die berühmten Sehenswürdigkeiten im Zentrum kannten wir schon. Wir waren schon mal auf dem Torre dei Lamberti – auf dem man einen super Ausblick über die Altstadt hat und das angeschlossene Museum ist auch sehr empfehlenswert – wie auch eine Besichtigung der Arena. Sowohl die Via Giuseppe Mezzini, wie auch alle größeren Plätze und einige Kirchen waren uns bereits bekannt. Und natürlich, auch den berühmten Balkon in der Casa di Giulietta – ein Touristenmagnet und absoluter Fake – haben wir schon gesehen und an der Wand unterschrieben. Aber, wie so oft, die Ideen gehen uns ja nicht aus, und gerade wenn man die Hotspots einer Stadt schon kennt, kann man sich auf die unbekannteren Plätze konzentrieren, was oft ja ohnehin viel schöner ist.

Daher zog es uns Gartenliebhaber in den Giardino Giusti, einem parkähnlichen Garten eines ehemaligen reichen Industriellenfamilie, der an den Palazzo Giusti angrenzt. Das Eintrittsticket gilt übrigens für beides – Garten und Palazzo. Fast wären wir am Eingang vorbeigelaufen, denn groß beschildert ist er nicht. Jedoch faszinierte uns schon der erste Eindruck am Tor, weil er einen sehr verträumten Blick auf den Garten freigibt. Im Garten selbst fühlten wir uns sehr wohl. Zum einen war er fast menschenleer, denn nur wenige Touristen wie wir und ein paar Zeichnerinnen waren anzutreffen, zum anderen spenden die hohen Zypressen herrlichen Schatten in der städtischen Hitze. Nach einem Rundgang im Labyrinth (große Menschen sind hier klar im Vorteil 😉 ) spazierten wir den Hügel hinauf, und fanden immer wieder zauberhafte Ecken und vor allem einen tollen Ausblick auf die Altstadt zwischen der Haarnadelkurve der Etsch. Wir entdeckten auch noch die Schildkröten im Springbrunnen und besichtigten den Palazzo, ehe wir um Mittag herum weiterspazierten.

Wir blieben unserer Art treu und ließen uns einfach ein wenig treiben und die schönen Dinge der Stadt auf uns zukommen. So spazierten wir über die Ponte Pietra durch das Portal ins Zentrum, vorbei an einigen Kirchen und leckeren Eisgeschäften. Wir passierten die Piazza delle Erbe, der Hauptplatz von Verona, und flanierten weiter Richtung Arena durch die bekannte Einkaufsstraße Via Mazzini – dort kaufte ich mir endlich meine lang gewünschte Bialetti-Mokkakanne 🙂 Anschließend fanden wir in einer kleineren Seitenstraße ein nettes Weinlokal, das uns für die gewünschte Pause gerade recht kam. Also folgte einmal „Dolce far niente“ mit einem herrlichen Glas Soave. Diese Weinsorte gedeiht übrigens ganz in der Nähe von Verona und gehört zu meinen absoluten Lieblingsweinen. Danach kehrten wir noch auf einen Abstecher im Caffe Dante ein, dem ältesten Kaffeehaus in Verona auf der Piazza dei Signori. Die Preise fürs Essen sind zwar stattlich, für einen Kaffee allerdings in Ordnung.

Die Nacht in der Arena

Verschwitzt und etwas müde retour in der Wohnung, haben wir uns bald fein gemacht – immerhin ist elegante Abendkleidung in der Arena erwünscht, selbst wenn man auf den oberen Rängen am Steinboden sitzen muss. Natürlich wird diese Forderung nicht so streng kontrolliert wie etwa in der Staatsoper in Wien, und der Kleidungsstil der Zuseher ist durchwegs eher leger-elegant. Aber die Abende, an denen ich mich besonders hübsch anziehen muss, halten sich in Grenzen, und dann mach ich es ja auch gerne 🙂

Wieder retour im Zentrum, verweilten wir eine Zeit lang an der Piazza Bra, dem großen Platz vor der Arena. Wir mussten ja auch noch unsere Tickets in Eintrittskarten umtauschen. Anschließend fanden wir in einer Seitengasse ein nettes Ristorante („Punto Rosa“) und speisten, wie wir es Italien gewohnt sind: regional, typisch, sehr gut und mit einer Flasche hervorragendem Wein. Die beste Grundlage für einen Opernbesuch, oder?

Und dann war es endlich soweit: wir betraten die Arena und wurden an unseren Platz gewiesen. Wir hatten einen nummerierten Sitz auf den mittleren Rängen, was von Vorteil ist, da man einen echten Sitz hat und nicht den Steinboden, bei dem man sich übrigens bei der Sitzplatzwahl mit dem zufrieden geben muss, was man erwischt. Dennoch ist es auch auf den nummerierten Plätzen ratsam, sich ein weiches Sitzpösterchen mitzunehmen, denn die Sitze sind hart. Diese Pölster bekommt man aber sowohl vor der Arena zu kaufen bzw. gegen eine Spende an Hilfsorganisationen auch drinnen zu ergattern. Dann noch schnell einen Wein bestellt, und schon bald betraten der Herzog und Rigoletto aus Verdis gleichnamigen Opernstück „Rigoletto“ die Bühne.

Faszinierend ist der richtige Ausdruck für die Eindrücke, die hier auf einen warten: die Akustik, die Kulisse, das Bühnenbild, und das Orchester laden zum Staunen ein. Es wird alles ohne Mikrophon gesungen, und dennoch hört man alles wunderbar. Wenn es finster wird, scheinen die verbliebenen Arkaden der Arena im warmen Licht. Der raffinierte Aufbau auf der Bühne lässt einen wirklich glauben, man sei im alten Modena. Und die Musik beschallt in einer sehr gefühlvollen Art und Weise mit offensichtlich sehr begabten Streichern. Einzig die lange Dauer des Stücks hat unsere Begeisterung ein wenig in Mitleidenschaft gezogen – insgesamt hat es 3 1/2 Stunden gedauert, wobei zwecks Umbau am Bühnenbild zwei Mal 25 Minuten Pause war. Die Müdigkeit im dritten Akt hat sich dann schon bemerkbar gemacht. Immerhin begleiten auch der Mond und die Sterne diesen Opernabend unter freiem Himmel. Jedenfalls taten wir es vielen langjährigen Operngehern gleich und hielten ein ganz kurzes Nickerchen, ehe sich die Musik mit lautem Tosen zum Tod von Rigolettos Tochter erhob. Im Übrigen tun selbst in heißen Sommernächten Jacken einen guten Dienst, denn es wird in den Stunden in der Arena dann doch ganz schön frisch.

Nach dem Ende des Stücks und massig Applaus für die Sopranistin, die Tenöre und Bassisten ging es heimwärts, wobei ich bei Zeiten auf meine Bella Figura pfiff, die hohen Schuhe in die Hand nahm und Barfuß heimspazierte. Auf Tuchfühlung mit Verona sozusagen 😉

Noch ein wenig verweilen

Am nächsten Tag genossen wir noch ein grandioses italienisches Frühstück von unseren Gastgebern mit frisch geholten Pasticcini, die wie der Himmel auf Erden schmeckten. Bevor wir uns aber auf den Heimweg machten, stoppten wir noch beim Teatro Romano und besichtigten diese ebenfalls alte Spielstätte inklusive dem dazugehörigen Museum. Der Ausblick auf Verona ist den Eintritt jedenfalls wert. Anschließend wollten wir aber noch höher hinaus und gingen die angrenzenden Stiegen hoch zum Castel San Pietro, von wo aus man wirklich ganz Verona überblickt. Dann noch ein abschließender original italienischer Caffe, und wir konnten ruhigen Gewissens heimfahren – in dem Wissen, dass uns Verona noch öfters sehen wird 🙂

Nützliche Links*

 

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6 thoughts on “Bei Verdi in Verona – ein Operntrip in den Süden”

    • Liebe Gudrun! Danke 🙂 Naja, Mailand, Sydney oder das Metropolitan in New York wären noch richtig coole Locations für eine Oper – mein Mann meinte, wenn ich noch genug runde Geburtstage hab, geht sich alles aus 😉 Aber Verona ist halt schon ein ganz besonderer Flair.

  • Selbst als Nicht-Opern-Fan (mich schreckt deine schon erwähnte zeitliche Länge einer Oper ab) beneide ich dich um dieses Erlebnis. Ich kann mir gut vorstellen, dass man sich dank beeindruckender Kulisse in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt fühlt. Toll! Und auch deine restlichen Fotos von Verona sind spitze – wer ist nicht verliebt in die Städte und Dörfer Italiens ?!
    LG Vero

    • Ja, man braucht schon einen langen Atem 😉 Das stimmt absolut – denn selten wird heute noch so „pur“ Oper gesungen wie hier! Man kann die Arena aber zum Glück auch als Nicht-Oper-Fan tagsüber besichtigen, und manchmal gibt´s hier auch richtig coole Konzerte (Zucchero zum Beispiel spielt öfters hier). Danke, das Kompliment freut mich und geb ich dem Fotografen gleich weiter 🙂
      Du sagst es! Italien MUSS man einfach lieben 🙂

  • Hey, dein Blogbeitrag ist super! Ich war selbst schon in Verona und fliege dieses Jahr zum zweiten mal mit meinem Freund dort hin. Er ist leider kein Kunst- und Geschichtsliebhaber und fühlt sich wohler in der Natur. Danke für die Tipps abseids der Touristenpfade 🙂
    Liebe Grüße,
    Jessi von http://icakgl.wordpress.com

    • Danke für dein Kompliment 🙂 Vielleicht lässt er sich in Verona ja doch ein wenig vom kulturellen Flair anstecken 😉 Und wenn nicht, bietet Verona ja auch für Naturliebhaber schöne Ecken – da findet ihr ganz bestimmt tolle Plätze! Viel Spaß und viele schöne neue Erfahrungen wünsch ich euch!

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