Der Weg ans Ziel

Der Weg ans Ziel

Ich lasse mich ja ungern in Schubladen stecken oder irgendwie kategorisieren – und nenne mich deshalb Generalistin. Ich kann und mache viel, aber nichts ausschließlich. Genauso ist es bei der Art, wie wir an unsere Reiseziele kommen, wie wir unterwegs sind. Mal so, mal so, Abwechslung ist unser Zauberwort. Wir probieren einfach gerne verschiedene Dinge aus, und so ändern wir auch von Mal zu Mal unsere Transportmittel. Im Vorfeld überlegen wir, was für oder gegen dieses oder jene Verkehrmittel spricht. Diese Überlegungen möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten, und führe sie hier als ganz individuelle Pro-Contra-Liste an.

Flugzeug
  • Vorteil: Also das Flugzeug hat natürlich den entscheidenden Vorteil, dass es schnell ist. Also meist in man einfach in recht kurzer Zeit an seinem Ziel, bzw. für sehr weite Distanzen fast das einzig mögliche Mittel. Hat man nur wenig Zeit für einen Trip, lohnt es sich, das Flugzeug zu nehmen, sodass man die Tage gut nutzen kann und nicht schon alleine mit der Anreise 10 Stunden oder mehr „verliert“. Außerdem ist es ein sehr sicheres Verkehrsmittel. Mit viel Glück bekommt man auch ein Schnäppchen und die Reisekosten halten sich gering. Und sind wir doch ehrlich: das Abheben, das Durchbrechen der Wolkendecke, das Gefühl im Himmel zu schweben ist doch einfach wirklich schön!

  • Nachteil: Wenn man wie wir das Pech hat, keinen großen internationalen Flughafen in unmittelbarer Nähe zu haben, dann geht schon einmal viel Zeit und Energie drauf, dort hin zu fahren. Also wenn wir nach Wien fahren müssen, dann das ganze Einchecken und die Flugzeit dazurechnen, kostet und das Stunden. So sind wir oftmals mit anderen Verkehrsmitteln schneller. Außerdem gibt´s immer das leidige Problem mit den Gepäck. Ein Koffer hat nun einmal sehr beschränkte Kapazität, und mehrere Handgepäcksstücke sind auch nicht erlaubt. Für große Shopping-Touren also eher ungeeignet. Und richtig unangenehm wird es, wenn ein Flug verschoben oder gestrichen wird – dann merkt man, wie abhängig man sich beim Fliegen eigentlich macht

    Die Vorfreude, bevor das Flugzeug abhebt, ist immer riesig
Auto
  • Vorteil: Ganz klar der größte Pluspunkt beim Auto – die Flexibilität und Unabhängigkeit. Man fährt wann man will, wohin man will, wo man will. Und kann die entlegensten Ecken damit erreichen. Auch die Möglichkeit, individuelle Reisestopps einzulegen – so nach dem Motto „Oh schau mal, da hinten steht ein schönes Schloss“. Abbiegen, fertig. Das ist schon eine feine Sache. Und man muss sich eigentlich an keine vorgegebenen Zeiten halten. Keine fixe Abfahrtszeit, und wenns es unser Kalender zulässt einfach mal einen Tag länger bleiben. Ein ganz wichtiger Vorteil (zumindest für uns) ist der Stauraum, den das Auto bietet. Zwei Paletten Lemonsoda, zwei Gemälde, mehrere Flaschen Wein, die Koffer, die Badetasche und dann sogar noch zwei Tramper – alles kein Problem, kriegen wir locker unter. Im Fall, dass wir zu faul waren, uns noch schnell ein Zimmer irgendwo zu suchen, dient das Auto auch uns als Stauraum für die eine oder andere Nacht

  • Nachteil: So flexibel die Reise mit dem Auto auch ist, so flexibel muss dann aber auch die Geldtasche sein – weder der Erhalten, noch das Fahren selbst ist eine günstige Angelegenheit. Teurer Sprit, Maut, evtl. noch Parkplatzgebühren zehren da ganz schön am Budget. Zudem ist auch das Unfallrisiko im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln ziemlich hoch. Und das Risiko für Kreuzschmerzen ist auch nicht ohne, wenn man lange im Auto sitzt. Das ist nämlich ein weiterer Negativpunkt – die Fahrdauer. Oft können sich Fahrten wirklich immens ziehen, und dann verbringen wir schon mal 10 Stunden im Auto. Das macht müde und nicht wirklich Spaß. Entspannend ist es, zumindest für den Fahrer, nicht wirklich.

    Roadtrips können ein wundervolles Erlebnis sein
Zug:
  • Vorteil: Wer schon mal mit dem Zug gereist ist, der wird es vermutlich lieben – das gemächliche Rattern auf den Gleisen, das einem ein schwebeartiges Gefühl vermittelt und in seiner monotonen Art die wohl beste Einschlafhilfe ist. Schon das alleine macht die An/Abreise sehr angenehm. Dazu kommt noch, dass man in Zügen in der Regel mehr Platz als in allen anderen Fahrzeugen hat. Ich habe bisher noch nie mit fehlender Beinfreiheit oder zu enger Sitzfläche zu kämpfen gehabt. Und wenn der Zug nicht heillos überfüllt ist, ist ein bisschen Bewegung im Gang eine willkommene Abwechslung. Die Abwechslung beim Fahrplan ist auch nicht ganz ohne – meist werden mehrere Abfahrtstermine pro Tag in die Wunschrichtung angeboten, kommt also den individuellen Reisewünschen sehr entgegen.

  • Nachteil: Ein Grund, der Reisen mit den Zug oft ausschließt, ist der Preis. Wenn man kein Schnäppchen mehr erwischt, kommt so eine Fahrt oft ganz schön teuer. Da muss man einfach schon rechtzeitig planen, kurzfristig ist eine günstige Karte oft nicht mehr zu haben. Richtig ungemütlich kann es im Zug werden, wenn zu viele Menschen zugleich beschließen, damit zu fahren. Überfüllte Züge sind meiner Ansicht nach extreme Reiselustkiller. Eng und stickig ist einfach nicht so toll. Aber das weiß vorher halt oft auch nicht. Ein großer Minuspunkt für den Zug ist die Tatsache, dass nicht jede Destination ist mit dem Zug erreichbar ist. Oder die Weiterreise einfach sehr umständlich wird, wenn man irgendwo auf’s Land möchte. Mit großem Koffer zwei Mal umsteigen fände ich dann auch nicht so lustig.

    Oft lässt einen der Blick aus dem Fenster schon träumen
Fernbus:
  • Vorteil: Sie sind der Renner momentan, und bieten natürlich jungen Leuten mit wenig Geld eine tolle Alternative zu den anderen, durchaus teuren Verkehrsmitteln – die Fernbusse. Und sie sind ja auch wirklich praktisch. Online unkompliziert buchen, wenig bezahlen und meist gibts irgendwo in der Nähe eine Einstiegstelle. Also sehr schonend was den finanziellen und organisatorischen Aufwand betrifft. Mittlerweile fahren die Fernbusunternehmen schon die meisten größeren Städte an, die Auswahl an Destinationen für einen Städtetrip ist also sehr groß. Sie sind durch die wenigen Stops und die Fahrt über die Autobahn auch meist recht flott am Ziel.

  • Nachteil: Was mich persönlich bei einer Fahrt mit dem Fernbus stört, sind die komischerweise immer sehr ungünstig gelegenen Abfahrtszeiten. Diese richten sich einfach selten nach unseren Reiseplänen. Besonders wenn es jetzt nicht um stark frequentierte Strecken wie Graz-Wien geht, lässt die Auswahl der Abfahrtszeiten an einem Tag oft zu wünschen übrig. Und so sehr sich mein Konto über die Fahrt mit einem Fernbus freut, so sehr missbilligt es mir mein Rücken. Unbequeme, enge Sitze machen lange Fahrten oft zur schmerzhaften oder zumindest nervigen Angelegenheit. Die Rauchpausen der Fahrer sind dann leider auch nicht lange genug, um eine Gymnastikeinheit einzulegen. Also sollte die Wunschdestination länger als 3 Stunden Fahrt entfernt sein, steht er für mich nicht mehr zur Debatte. Jaja, das Alter macht wählerisch 😉 Ganz lästig ist mir auch der Umstand, wenn wir mangels der Möglichkeit zur Sitzplatzreservierung in einen bereits recht vollen Bus einsteigen und keine Plätze mehr nebeneinander bekommen.

    Für Kurzstrecken perfekt – eine Fahrt im Bus
Shuttletaxi:
  • Vorteil: Besonders bei Pauschalreisen wird ein Flug- oder Schiffshafentransfer oft günstig mit dazu angeboten. Und das ist meist tatsächlich die bequemste und günstigste Alternative. Will man also nur zu einem bestimmten Punkt (Flughafen, Hotel, Schiff, etc.), kann man sich gerne einmal so kutschieren lassen. Man muss keine Parkgebühren bezahlen, wird meist vor die „Haustür“ gebracht und kann die Zeit noch für ein Schläfchen nutzen oder einen netten Plausch mit dem Busfahrer. Da sie auch selten dahinschleichen, ist es eigentlich einer der schnellsten Wege ans Ziel.

  • Nachteil: Ist dieser Service nicht in der Buchung inkludiert bzw. nicht günstig zubuchbar beim selben Unternehmen, wird dieser Spaß oft teuer. Da gehen dann für eine Fahrt schon mal das fünffache von gewöhnlichen Buskosten drauf. Außerdem bringt einen der Shuttledienst wirklich nur von A nach B – interessante Zwischenstops müssen leider ausfallen.

    Oh wie bequem, wenn man chauffiert wird 🙂

Wer sich nun erwartet, dass ich sagen kann, wie ich am liebsten unterwegs bin, den muss ich enttäuschen. Ich kann es nicht sagen, da für verschiedene Destinationen und Reisezwecke auch unterschiedliche Arten zu Reisen von Vorteil für uns sind. Womit wir reisen ist aber immer auch abhängig von unserem Zeitplan bzw. unserem Abreisezeitpunkt – manchmal sind wir da gebunden und dann ist z.B. nur eine Fahrt mit dem Auto möglich.. Wir kombinieren auch die Transportmittel miteinander – ein Stück mit dem Bus, einen Teil mit dem Zug. Oder Nach dem Flug eine bequeme Zugfahrt bzw. mit dem Mietwagen weiter. Oder mit dem Shuttle zum Schiffshafen. Jedenfalls überlegen wir gemeinsam, anhand des gewählten Reiseziels, was zum einen am günstigsten, zum anderen aber auch am praktischsten wäre. Dann gilt es einfach, abzuwägen und in den allermeisten Fällen bereuen wir unsere Entscheidung nicht.

Wie auch immer, ich persönlich halte wenig davon, immer nur auf ein Pferd zu setzen, und wie in so vielen Belangen liebe ich auch hier Vielseitigkeit, um ein Maximum an Komfort, Flexibilität und Freiheit zu erreichen. Mir ist aber auch klar, dass in dieser Liste noch einige Dinge fehlen, wie zum Beispiel das Motorrad, ein Komfortreisebus für Gruppenreisen oder ein Campingvan. Das liegt ganz einfach daran, dass ich so noch nirgends hingereist bin, und dann kann ich auch keine persönlichen Vor- und Nachteile darlegen. Aber: ich bin ja experimentierfreudig und sollte ich neue Wege, um ans Reiseziel zu kommen erschließen, werde ich den Artikel ergänzen 🙂

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