Neapel für Anfänger – Tipps für den ersten Besuch

Neapel für Anfänger – Tipps für den ersten Besuch

Vedi Napoli e poi muori“ besagt ein Sprichwort. Wenn man Neapel gesehen hat, kann man also beruhigt sterben. Und da ist schon ein Stückchen Wahrheit dabei, denn Neapel ist ein Bollwerk an Eindrücken, ein gefallenes Paradies, der vielleicht italienischste Flecken Italiens – und jedenfalls eine Welt für sich. Um sich in dieser Welt besser zurechtzufinden, habe ich ein paar Tipps für den ersten Besuch in der süditalienischen Stadt aufgeschrieben – damit Neapel für Anfänger nicht zur Überforderung wird 😉 .

Denn eines habe ich bei meinen drei Besuchen dort bereits herausgefunden: ist man das erste Mal in Neapel, ist die Gefahr sehr groß, von den Eindrücken dort erschlagen zu werden. Der Hektik-Level im Zentrum ist beachtlich, sowohl das Schöne als auch das Hässliche faszinieren hier gleichermaßen. Neapel ist auch keine Stadt, die mit großartigen Sehenswürdigkeiten glänzt (ok, vom Vesuv mal abgesehen), sondern als Stadt an sich ein einziges Erlebnis ist. Nirgends habe ich das Leben so sehr gespürt wie in den Straßen und Gassen Neapels, in denen man gleichzeitig oft dem Tod sehr nah ist.

bewachsener Balkon in Neapel im Palazzo Venezia
Es gibt so viele schöne Ecken zu entdecken

Neapel für Anfänger – 7 Tipps zum Überleben und Verstehen

1) Der Straßenverkehr

Und somit bin ich auch schon bei meinem ersten Tipp für Neapel: PASS IN DEN STRASSEN AUF! Natürlich fahren sie in Süditalien generell etwas eigenwillig wild, aber Neapel setzt dem ganzen nochmal eine Schaufel drauf. Ein Zeichen dafür, wie wenig ernst es den NeapolitanerInnen mit Verkehrsregeln und Vorsicht auf der Straße ist, sind die Scharen an beschädigten Autos am Straßenrand. Ich habe mich redlich bemüht, ein Auto oder Mofa ausfindig zu machen, das noch heil ist – es gelang mir nicht. Zerkratzter Lack, eingebeultes Blech, fehlende Spiegel, Plastikfolien statt Fensterscheiben und zerbrochene Lichter dominieren das Erscheinungsbild.

Gassen von Neapel
Einfach einzigartig – die Gassen von Neapel

Wem das Suchen von unbeschädigten Fahrzeugen zu schwierig ist, kann sich ja auf die Suche nach Zebrastreifen begeben. Abseits vom Corso wird man auch hierbei seine Probleme haben, da es sie fast nicht gibt. Und eigentlich sind sie auch unnötig. Denn wo sie sind, dienen sie zu nicht mehr als Zierde am Asphalt. Ampelfarben haben nur Empfehlungscharakter, und an ungeregelten Zebrastreifen bleibt sowieso niemand stehen – weder Autos und Mofas noch FußgängerInnen.

Und so bleibt hier nur eines übrig: sich sehr selbstbewusst zwischen den fahrenden Fahrzeugen über die Straße zu schummeln. Man kann das durchaus mit den alten, einfachen Computerspielen vergleichen, in denen man sich auf sechsspurigen Fahrbahnen Step-by-Step sicher an die andere Seite bringen musste. Generell gilt: wer wartet, wartet lang! Also Augen auf, Arm zu einem Haltezeichen zur Seite gestreckt und los geht´s. Freunde der gepflegten Verkehrsregeln laufen so zwar Gefahr, vor Stress einen Herzinfarkt zu erleiden, aber will man in Neapel ans Ziel kommen, geht es nicht anders. Das ist für Anfänger in Neapel oftmals erschreckend und überfordernd.

Und wer meint, sich im Zentrum, der innersten Innenstadt, vor dem Verkehr retten zu können, den muss ich leider enttäuschen. Selbst in der Via Tribunale, eine schmale, aber stark frequentierte, bedeutende Straße der historischen Altstadt, fahren Autos und vor allem Mofas. Es ist sozusagen der Ursprung einer „Begegnungszone“ oder eines „Shared Space“. Wobei hier nicht immer langsam und vorsichtig gefahren wird. Mit viel Glück warnen die FahrerInnen mit kurzem Hupen, dass sie da sind, mit weniger spürt plötzlich einen Kotflügel an seinen Beinen (das ist keine Übertreibung, mich hat ein Mofafahrer wirklich beinahe „mitgenommen“ 😉 ). Einen Gehsteig gibt es nicht, Fahrzeuge und Fußgänger müssen sich die knapp vier Meter breite Straße teilen. Somit gilt: Augen auf, und immer bereits sein zum Sprung auf die Seite.

Ein Mofafahrer mit Handy in der Hand - keine Seltenheit
Ein Mofafahrer mit Handy in der Hand – keine Seltenheit

2) Das Essen

Doch kommen wir zu etwas Erfreulicherem als den Gefahren der Motorisierung: dem Essen! Und diesbezüglich befindet man sich in Neapel wirklich im Himmel! Somit lautet mein Tipp Nr. 2: VERGESST KALORIEN UND KOSTE DICH DURCH! Nicht nur die Auswahl an richtig außergewöhnlich guten Gerichten und Dolci ist genial, sondern auch der Preis. Denn im Gegensatz zum Norden Italiens isst man in Neapel ziemlich günstig, wenn man nicht auf das erstbeste Touristenrestaurant reinfällt.

Das berühmteste neapolitanische Gericht ist natürlich die Pizza. Von hier aus begann sie 1889 ihren Siegeszug um die Welt, als ein Neapolitaner einen dünnen Hefeteig mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum belegte und dies der Königin Margherita vorsetzte, die schwer begeistert war. Was man aber weltweit – und teilweise selbst in anderen Teilen Italiens – als Pizza vorgesetzt bekommt, hat nur wenig mit der originalen Pizza Neapolitana gemeinsam. Aber ich will hier keine wissenschaftliche Abhandlung über ihre Zubereitung schreiben – wer einmal eine richtige Pizza gegessen hat, weiß was ich meine. Ich mag seither keine andere mehr – nur neapolitanische Pizza ist das Wahre 😀 ! Und der Preis unschlagbar, denn im Normalfall zahlt man für eine Pizza Margherita um die 4€.

Originale Pizza Neapolitana
Das musste sein – und nicht nur einmal!

Aber auch sonst gibt es noch allerhand Leckereien: frische Fischgerichte, Pasta mit den besten Tomaten wie Spaghetti Neapolitana oder Gnocchi Sorrentina, alles mögliche mit Ricotta und Mozzarella (wie zum Beispiel die mit würzigem Ricotta gefüllten Kürbisblüten), Pizza Fritta für den schnellen Hunger, und natürlich eine schier endlose Auswahl als Süßspeisen. Ich träume heute noch von den Babá (lockeres Germteiggebäck in Form eines Pilzes, getränkt in Rum) oder den Sfogliatelle (einem Blätterteiggebäck mit einer Füllung aus süßem Ricotta).

Süßes aus Neapel
So viele Leckereien, die es in Neapel gibt

In jedem Fall gilt: in Neapel verhungert sicher niemand, ganz im Gegenteil. Ich hätte dort wirklich den ganzen lieben langen Tag futtern können 😀 ! Wer also das erste Mal in Neapel is(s)t, kommt wahrscheinlich mit ein paar Kilos mehr nach Hause!

3) Ruheplätze finden

Neapel ist hektisch, Neapel ist laut, und in den Gassen der Altstadt ist es auch eng. So sehr ich dieses Gewirbel liebe, so anstrengend ist es auch. Deshalb mein Tipp: SUCH DIR EINEN RUHEPLATZ ZUM RUNTERKOMMEN. Ich habe dabei zwei Lieblingsplätze, die ich dir hier verraten möchte.

Der erste befindet sich wirklich mitten in der Stadt in der Via Benedetto Croce und eignet sich tatsächlich für die schnelle Flucht in die Stille. Der Zufall und meine unbändige Neugier haben mich einmal dorthin geführt: in den Palazzo Venezia. Das schöne alte Gebäude beheimatet eine Künstlergemeinschaft, die dort zum einen kostenlose Ausstellungen anbieten, und zum anderen ein Cafè betreibt. Und weil der Palazzo über einen wunderschönen Garten verfügt, der wildromantisch bewachsen ist, kann man sein Gläschen Wein ganz gemütlich im Schatten der Bäume im Garten genießen.

Garten Palazzo Venezia
Der Palazzo Venezia ist ein idyllischer Ort inmitten von Neapel

Mein zweiter Lieblingsplatz zum Ruhe tanken ist der Lungomare zwischen dem Castel dell`Ovo und Mergellina. Hierbei ist es nicht unbedingt immer leise, da sich hier viele Leute tummeln, sich die Jugendlichen zum Abhängen treffen und manch einer mit seinem Boot vorbeidüst. Aber sich mit einem Bier auf die großen Wellenbrecher zu setzen, den Fischern beim erfolglosen Angeln zuzusehen und den Blick auf das Meer schweifen zu lassen, hat einfach etwas Beruhigendes. Ich habe ganze Nachmittage hier verbracht, bin einfach nur in der Sonne gesessen und habe mit einer Freundin oder Harry über Gott und die Welt philosophiert. Wenn ich an Neapel denke, so immer auch an dieses Plätzchen.

Mit Bier am Lungomare in Neapel
So könnte es gerne noch sehr lange weitergehen

Natürlich hat man in und um Neapel noch weitere Möglichkeiten, Ruheoasen zu finden. Durch die gute Zuganbindung ist man bald an der sorrentinischen Küste, die der anderen Seite der Halbinsel – der Amalfiküste – meiner Meinung um nichts nachsteht. Hier kann man einen ganz gemütlichen Strandtag einlegen oder in den kleinen Städtchen flanieren. Da ich weiß, wie stressig sich Neapel für Anfänger präsentiert, rate ich auf alle Fälle zu einem Abstecher an einen ruhigeren Ort, um die Stadt weiterhin genießen zu können.

Neapel ist chaotisch und laut - und genau das macht seinen Charme aus
Neapel ist chaotisch und laut – und genau das macht seinen Charme aus

4) Das Nachtleben

Wer meint, Neapel sei am Tag extrem sehr lebhaft und laut, war noch nie am Abend dort! Wenn die Tagestouristen die Stadt verlassen, erobern die Einheimischen die Innenstadtgassen zurück und machen das auch lautstark deutlich. So hektisch die Stadt am Tag ist, so bebend ist sie am Abend und in der Nacht. Daher mein vierter Tipp für Neapel: WUNDERE DICH ÜBER GAR NICHTS, UND SEI AUF LÄRM VORBEREITET!

Ein Haupttreffpunkt ist dabei die Piazza Bellini, an der mehrere wichtige Gassen zusammenlaufen und die sich mit einer ordentlichen Anzahl an Lokalen sehen lassen kann. Vor allem am Wochenende trifft sich hier gefühlt ganz Neapel zum Tratschen, Trinken und Rauchen. Hat man sich also erstmal sein Bierchen um 1€ in einer der kleinen Bars gekauft und ein Plätzchen am Randstein zum Sitzen ergattert, darf man sich nicht über den süßlichen Duft um einen herum wundern 😉 . Die Menge an Marihuana, die hier vor den Augen der duldenden Polizei geraucht wird, ist beachtlich und sorgt schon allein durch das Passivrauchen für Betörung. Wenn dann noch die Süßigkeitenverkäuferin ihr Tischchen aufstellt, und einen Schokoriegel nach dem anderen an die hungrig werdenden Hanfkonsumenten verkauft, hat man wirklich ein wunderbares abendliches Livetheater erlebt.

Am Tag kann man die Ausgrabung bewundern, am Abend hier feiern - die Piazza Bellini
Am Tag kann man die Ausgrabung bewundern, am Abend hier feiern – die Piazza Bellini

Etwas weniger erheiternd ist der Lärm auch spät nachts in den Gassen, in denen man vielleicht sein B&B hat. Die Fenster sind meist alt und undicht, die Wände hellhörig. Laute Vespas, sich schreiend unterhaltende Menschen, die Müllabfuhr und zerbrechende Flaschen sorgen da schon einmal schnell für unruhigen Schlaf. Wer also sehr lärmempfindlich ist, sucht sich am besten ein Zimmer mit Fenster in einen Hinterhof oder nimmt sich Ohropax mit!

Herzen in den Straßen von Neapel
Neapel ist in der Nacht auch freundlich – aber laut!

In jedem Fall ist das Nachtleben hier ein großes Spektakel, das man schon mal erlebt haben muss. Wer das erste Mal in Neapel ist, wird sich vielleicht etwas wundern über das rege Treiben auf den Straßen auch zu später Stunde. Damit kommt man aber schnell klar, wenn man ein paar Tage hier verbringt.

5) Kuriositäten

Neapel wäre nicht Neapel, wenn es seine kleinen und großen Kuriositäten nicht hätte. Mein Tipp für Anfänger in Neapel lautet deshalb: MACH DIE AUGEN AUF UND ACHTE AUF ALLES UM DICH HERUM! Hier sieht man Dinge, die es so einzigartig wie interessant machen.

Dazu gehört zum Beispiel der Untergrund (Sotteranea), der mittlerweile eine sehr begehrte Sehenswürdigkeit ist. Dabei finde ich besonders seine Geschichte faszinierend: seit griechisch-römischer Zeit bis etwa 1850 Aquädukt und Wasserspeicher, danach Müllplatz, später dann Kriegsbunker. Den Müll hat man aber nicht etwa rausgeschafft, sondern einfach über ihn drüber betoniert, was bedeutet, dass man auch heute noch auf dicken Schichten Müll unter dem Boden spaziert.

Raum im Untergrund von Neapel
Hier verbergen sich so viele interessante Informationen

Ebenfalls einzigartig und etwas gruselig ist der Cimitero delle Fontanelle, ein Friedhof der vielen tausenden Pesttoten. Man hat diese zu Zeiten des schwarzen Tods einfach in diesen Steinbruch geworfen, um ihre Knochen viele hundert Jahre später schön zu schlichten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Und die BesucherInnen bedanken sich mit eigenwilligen Schreinen und Opfergaben: Von Rosenkränzen bis Zigaretten und Fahrscheinen ist alles dabei.

Opfergaben am Cimitero della Fontanelle
Am Cimitero della Fontanelle wird ein starker Totenkult mit Opfergaben betrieben

Auch die „Strada Matematica“ mit seinem selbsternannten Professor, der sagt, er habe an der „mathematischen Straßenuniversität Neapels“ studiert, ist eine kuriose Besonderheit. Ich habe leider erst durch Recherche herausgefunden, worum es in den mathematischen Rätseln, die hier an der Wand hängen geht: offenbar fordert Giuseppe Passanten mit einem magischen Quadrat heraus. Dabei lässt er sich eine Zahl sagen, und fügt diese mit bis zu 624 anderen, verschiedenen Zahlen in ein Quadrat ein, dessen diagonale Linien immer die Summe 7.825 ergeben.

Strada Matematika / Straße der Mathematik in Neapel
Ein Platz für Zahlenfreaks – die Strada Matematica

Was mich bei meinem ersten Besuch in Neapel auch sehr erstaunt hat, sind die vielen halbrunden Eimer an den Fenstern und Balkonen. Ich habe mich lange gefragt, wozu die denn gut sind, bis ich es live gesehen habe: damit werden Bestellungen hinauftransportiert. Falls also jemand Essen oder Lebensmittel bestellt, wird der Eimer hinuntergelassen, die Waren hineingelegt, und von den BewohnerInnen wieder hinaufgezogen. Dieses Schauspiel wird natürlich von lautstarker Unterhaltung über das Tagesgeschehen begleitet. Wozu also Stiegen steigen, wenn es auch so geht? 😉

Balkon mit Efeu bewachsen in Neapel
In Neapel lohnt sich auch ein Blick hinauf

Auch die Krippen der Neapolitaner sind ein besonders Unikum der Stadt. Diese zeigen aber mitnichten nur die Geburt Christi, sondern jegliche Situation des alltäglichen Lebens. So findet man zum Beispiel Krippen mit Marktfrauen, Wäscheleinen, Pizzabäckern und Vespafahrern genauso wie trinkende Männer in der Trattoria. Diese sind teilweise richtig kunstvoll gestaltet, und in der Via S. Gregorio Armeno kann man selbst auch alles an Krippenfiguren und -zubehör kaufen, was das Herz begehrt.

Via S. Gregorio in Neapel
Hier bekommt man alles für die Krippen

6) Transport

Wie oben schon kurz erwähnt, ist Neapel sehr gut mit den Öffis an das Umland angebunden, sodass man den Vesuv, die phlegräische Felder oder die Amalfiküste problemlos erreichen kann. Aber wie so oft in Italien, darf man sich nicht wundern, wenn nicht alles ganz so gut organisiert ist wie in unseren nördlichen Gefilden. Deshalb mein Tipp Nr. 6: NUTZ DIE ÖFFIS, ABER SEI AUF ÜBERRASCHUNGEN GEFASST!

Gerade die Strecke Neapel-Sorrento mit der Circumvesuviana ist  sehr beliebt, weil die die Metropole mit vielen historischen Stätten wie Pompeij, Herculaneum oder die Villa Oplonti und dann auch mit Sorrent verbindet. Umso unverständlicher ist mir, wie man auf so einer viel frequentierten Strecke so alte Züge einsetzten kann. Eine Fahrt mit der Circumvesuviana gleicht nämlich einer Fahrt mit einer alten Ubahn aus den 60er Jahren – kontinuierliches Schütteln und unzureichende Belüftung inklusive. Aber gut: so kauft man das Abenteuer gleich mit 😉 .

Auch der Stadtverkehr mit der Ubahn und den Bussen funktionert eigentlich ganz gut. Wichtig ist dabei – wie fast immer in Italien – die Tickets für den Bus schon vorher in einer Tabaccheria (mit einem T gekennzeichnet) zu kaufen. An einem Sonntag Nachmittag ist das beinahe schon ein Ding der Unmöglichkeit, wenn man vom Hafen zum Lungomare möchte, denn dort war weit und breit keine geöffnete Trafik zu finden. Es ist also gut, zwei Tickets auf Vorrat zu kaufen, damit man sie zur Hand hat, wenn man sie braucht. Und mit etwas Glück ist wieder einmal der Stempelautomat kaputt, wie es mir gleich zwei Mal passiert ist – dann muss man gezwungenermaßen Schwarzfahren und kann sich die Tickets für die nächste Fahrt aufheben.

7) Taschendiebstahl

Neapel ist berühmt-berüchtigt dafür, dass es hier besonders viele Taschendiebstähle gibt. Mir selbst ist es zum Glück noch nie passiert, dass etwas geklaut wurde, aber es kommt vor. Harrys Trolley wurde zum Beispiel einmal völlig unbemerkt geöffnet, als er damit vom Bahnhof zum B&B spazierte. Es fehlte nichts – also entweder war die Zeit zu kurz oder nichts offensichtlich Wertvolles dabei – aber es kann unglaublich schnell gehen, dass die Taschendiebe zuschlagen.

Totenkopf auf der Straße in Neapel
Neapel ist anders – das beweist auch dieser Straßenschmuck

Deshalb mein wirklich eindringlicher Tipp (und das nicht nur für den ersten Besuch in Neapel): PASS AUF DEINE SACHEN AUF! Trage deine Tasche immer nah am Körper und so, dass sie dir niemand schnell herunter reißen kann. Steck nur wenig Wertsachen ein, wenn du raus gehst, und platziere nichts in den hinteren Taschen deiner Hose oder deines Rucksacks. Mit ein wenig Aufmerksamkeit und Vorsicht ist schon viel getan, und unbeschwerten Tagen in Neapel steht nichts mehr im Weg. Ist ja so schon aufregend genug hier!

Fazit

Neapel ist ein Abenteuer an sich. Die Stadt hat so viele unglaublich interessante und kuriose Orte, Ecken und Situationen zu bieten und sich im Zentrum von Neapel zu bewegen hat schon etwas von Nervenkitzel. Sei es aufgrund des Verkehrs, der Lebensweisen der Einwohner oder des kulinarischen Überangebots – wer Leben und Lebenslust sucht, wird in hier 100prozentig fündig.

Streetart Neapel
Neapel ist in jeder Gasse eine einzige Sehenswürdigkeit

Es ist daher auch nicht unwahrscheinlich, dass man von den vielen Eindrücken – seien es die betörenden Gerüche, die lauten Geräusche oder die erstaunlichen Anblicke – fast erschlagen wird. Ich hatte daher ein großes Bedürfnis, dieser Reizüberflutung lange Ruhephasen entgegen zu setzen, was zum Glück gut möglich ist, wenn man ein feines Plätzchen findet. Danach kann man sich dann wieder gestärkt ins Getümmel werfen und Neapel in der Lebendigkeit erleben, die sie so einzigartig macht. Meine Tipps helfen hoffentlich dabei, gut und gerne zu überleben und Neapel als Anfänger genießen zu können – um dann vielleicht irgendwann wiederzukommen. Und so schließe ich diesen Artikel mit den Worten Goethes, der 1787 die Faszination Neapels auch in betörender Art und Weise erlebt erlebt hat:

„Daß kein Neapolitaner von seiner Stadt weichen will, daß ihre Dichter von der Glückseligkeit der hiesigen Lage in gewaltigen Hyperbeln singen, ist ihnen nicht zu verdenken, und wenn auch noch ein paar Vesuve in der Nachbarschaft stünden“

Gasse mit Pflanzen in Neapel
Neapel hat so viele interessante, authentische Gassen

Wer noch weitere interessante Infos und Tipps zu Neapel und dem Umland sucht, wird bei diesen Blogs fündig:

  • Karin von Lemons & Vulcanoes hat eine Zeit lang in Neapel gewohnt und tolle Tipps für die Stadt!
  • Ilona von Wandernd ist viel in der Gegend um Neapel unterwegs und weiß einiges zu berichten!
  • Und natürlich kann man auch bei mir nachlesen, wie ich meine Aufenthalte in Neapel auf der vierten und sechsten Etappe meiner Goethereise durch Italien erlebt habe

Nützliche Links

Unterkunftstipp*

Sehr zentral an der Via Tribunale und nicht weit vom Bahnhof entfernt hat Robby sein kleines, aber feines B&B „Robby´s House„. Hier gibt´s zu tadelloser Sauberkeit auch gern mal einen netten Plausch am Vormittag und viele Insidertipps inklusive 🙂

Buchtipps*

*Affiliate Link. Dabei verweise ich auf Flüge, Hotels, Dienstleistungen oder Produkte, von denen ich überzeugt bin, die mir selbst hilfreich sind und waren. Warum? Zum einen gebe ich meine positiven Erfahrungen gerne weiter, zum anderen bessert es mein Reisebudget ein wenig auf, wenn ihr über meinen Blog etwas kauft. Es kostet euch nicht mehr, aber ich erhalte eine kleine Provision.


Verbreitung erlaubt :-)


6 thoughts on “Neapel für Anfänger – Tipps für den ersten Besuch”

  • Liebe Barbara,

    deine Eindrücke kann ich nur bestätigen 🙂
    Die Eimer habe ich übrigens auch geliebt und war am Ende sogar selbst stolze Besitzerin 🙂

    Danke auch für die Verlinkung <3

    Saluti
    Karin

  • Schöner Artikel… ich war ja in der Stadt selber nur für ein paar gezielte Abstecher, aber irgendwann muss ich mal wirklich länger hin, um die Stadt als solche zu erfahren, sie in meinem Kopf nicht nur als einzelne Ecken abgespeichert zu haben, sondern diese einzelnen Ecken zu einem großen Ganzen zu verbinden. Dafür müsste ich aber wirklich mal mindestens fünf Tage oder ne Woche dort bleiben.

    Irgendwann, Irgendwann…

    Danke auch fürs Verlinken 🙂

    • Hallo Ilona!
      Danke!
      Wir könnten tauschen: ich kümmere mich das nächste Mal mehr um die Gegend rund um Neapel, und du um die Stadt selbst 😉
      Aber es ist immer dasselbe: die Bucket-List wird immer länger! Aber ich bin der Meinung, Neapel als Ganzes zu erleben ist schon eine ganz eigene Dimension! Ich könnte immer wieder hin …
      LG Barbara

  • Ich habe deinen Blog erst vor relativ kurzerZeit für mich entdeckt und freue mich sehr darüber. Ich mag die Beschreibung deiner Eindrücke sowie deine Tipps und Hinweise sehr. Deine Beschreibung Neapels kommt meiner Vorstellung über die Stadt sehr nahe und ich werde vielleicht nächstes Jahr dieses Abenteuer wagen.
    Herzliche Grüße
    Sabine

    • Hallo Sabine!
      Dankeschön, das freut mich riesig! Authentisch zu berichten ist mein oberstes Ziel.
      Da bin ich dann gespannt, wie du Neapel empfindest 🙂
      Lg Barbara

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*