Lagos – das Schmuckstück der Algarve

Lagos – das Schmuckstück der Algarve
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Lagos – Schmuckstück der Algarve

Es gibt so Städtchen, die hatte man irgendwie nie auf dem Schirm. Und wenn man dann doch einmal dort ist, bezaubern sie einen. Lagos ist so eine Stadt. Im Westen der Algarve gelegen besticht sie mit einer wunderschönen Altstadt und einer atemberaubenden Küste.

Meine Freundin und ich besuchten Lagos im Rahmen unserer ziemlich spontanen und relativ ungeplanten Algarve – Reise im Februar 2017, wo wir dem Winter in Österreich entflohen und den Frühling in Portugal fanden. Dabei verbrachten wir einen Tag hier und genossen Lagos in vollen Zügen. Der Artikel ist ein Streifzug durch die schönen und interessanten Ecken dieser Stadt an der Algarve.

schöner Brunnen in Lagos
Kleine Schmuckstücke entdeckt man hier oft

Die Altstadt von Lagos

Das Zentrum von Lagos ist ziemlich überschaubar. Es erstreckt sich relativ schmal über ca. 700 Meter vom Placa de Gil Eanes bis zum Forte da Ponta da Bandeira, einer burgartigen Festung an der Hafeneinfahrt. Man kann hier also alles wunderbar zu Fuß erkunden und ganz gemütlich in den hübschen Gassen flanieren.

Dort erwarten einen nette Cafès, stilvolle Weinbars und urige Tavernen. Am besten einfach einmal an der Hauptstraße der Fußgängerzone, der R. 25 de Abril, Platz nehmen, die vorbeigehenden Menschen beobachten und den Straßenmusikern lauschen. Wer den wohl schönsten Platz Lagos´ mit seinem froschgrünen Haus sehen möchte, begibt sich anschließend auf den Praca Luis de Camöes. Besonders interessant finde ich die Pflasterungen in der Altstadt, die stellenweise durch ihre Muster wirklich kunstvoll und schön gemacht sind.

großer schöner Platz in Lagos / Algarve
Wenn man durch die Gassen schlendert, hält Lagos so viele schöne Ecken bereit

Auf der südlichen Seite der Altstadt von Lagos wartet ebenfalls ein schöner Platz mit einigen kulturellen Highlights. Am Praca Infante Dom Henrique erwartet einen unübersehbar die Statue des Namensgebers des Platzes, Heinrich des Seefahrers. Gleich dahinter steht die Kirche „Santa Maria“, die frei zu besichtigen ist. Ebenfalls an diesem Platze gelegen findet man ein trauriges Kapitel Geschichte: den Mercado dos Escravos. Durch die rege Seefahrertätigkeit der Portugiesen bedingt, war dies der erste Sklavenmarkt Europas. Heute befindet sich darin ein Museum, das sich mit dieser Zeit des Sklavenhandels beschäftigt.

Kirche und Statue in Lagos
In Lagos herrscht ein einzigartiger Flair
Der Mercado dos Escravos - der Sklavenmarkt von Lagos
Der Mercado dos Escravos – früher trauriges Zeugnis, heute ein Museum

Einmal um die Ecke, befindet sich noch etwas weiter südlich das Museu Muncipal – also das städtische Museum. Über die Ausstellung im Inneren kann ich leider nichts berichten, da es zur Zeit unseres Besuchs gerade renoviert wurde. Aber zum Museum gehörig und möglich zu besichtigen ist die angeschlossene Kirche Santo António, welche man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Ich kann leider mit keinen Fotos dienen, da das Fotografieren im Inneren der Kirche verboten ist, aber ich darf verraten: in diesem kleinen, komplett vergoldeten Raum zu stehen ist beeindruckend!

Gasse beim Stadtmuseum in Lagos
In dieser Gasse befindet sich das Stadtmuseum

Rund um den Hafen

Lagos war seit jeher eine Seefahrerstadt. Von hier aus wurden neue Weltteile entdeckt, die Schifffahrt revolutioniert und reger Handel wie auch Krieg betrieben. Heute lockt der kleine Hafen bloß noch Segler und Ausflugsboote, aber dennoch ist rund um das Hafenbecken viel los.

Segelboote im Hafen von Lagos
Früher Ort der großen Entdecker, heute der Hobbysegler – der Hafen von Lagos

Da gibt es zum Beispiel den Markt an der Hafenstraße auf der Altstadtseite. Hier kann man gemütlich entlang schlendern und verschiedenste Produkte aus Kork kaufen. Geht man einfach immer stur geradeaus, so kommt man zum Forte da Ponta da Bandeira, also zur Festung an der Hafeneinfahrt. Der Eintritt ist mit 3€ günstig, also kann man sich das schon mal ansehen. Drinnen erwarten einen einige künstlerische Ausstellungen, eine kleine Kapelle und eine nette Aussicht auf den Hafen von Lagos.

Das Forte da Ponta da Bandeira
Das Forte da Ponta da Bandeira

Auf der anderen Seite des Hafens – also gegenüber des Zentrums – befindet sich der Bahnhof wie auch ein sehr langer Sandstrand. Aber auch schicke Bars in den Yachtclubs laden ein zum Trinken, Essen und Genießen – preislich natürlich etwas gehobener als drüben. Spaziert man jedoch vorbei an diesen noblen Lokalen, gelangt man zum Wachsmuseum für portugiesische Geschichte. Dieses kleine, aber feine Museum führt anschaulich und verständlich durch die bewegten Zeiten Portugals. Hier erfährt man, welche Länder von den Portugiesen entdeckt und vereinnahme wurden, wie sich das Verhältnis zu den Spaniern entwickelte und in welchen Teilen der Erde heute noch Portugiesisch gesprochen wird (es sind tatsächlich mehr, als man glaubt!).

Die Felsenküste westlich von Lagos

Wer zwar genug von „mit-Wein-in-den-Gassen-Sitzen“ oder Museumskultur hat, aber noch Energie in den Beinen und Lust auf Natur, der macht sich am besten auf zur unglaublichen Küste westlich der Stadt. Dazu spaziert man vorbei an der Festung zum Praia da Batata und Praia dos Estudantes – zwei kleineren Stadtstränden in Lagos – immer in Richtung Westen. Dieser Weg führt über kurz oder lang zu einem Leuchtturm, dem Farol da Ponta da Piedade. Wir kamen aufgrund der schon untergehenden Sonne zwar nicht soweit, aber passierten viele schöne Strände mit irre eindrucksvollen Felsformationen dazwischen.

Steilküste in Lagos an der Algarve
Wie auch einer anderen Welt, oder?

Wer allerdings an Höhenangst leidet oder wenig abenteuerlich unterwegs ist, hat hier seine liebe Not, denn der Wanderweg führt teilweise direkt an der Steilküste entlang. Stellenweise sind auch kleine Felsspalten zu überwinden. Wir haben uns von einem halbherzig aufgestellten Holzzaun nicht abhalten lassen und sind den Weg an einer solchen Stelle weiter gegangen, aber gutes Schuhwerk und Trittsicherheit sollte man schon mitbringen. Jedenfalls wird man mit einer sensationellen Aussicht und einer bezaubernden Naturlandschaft belohnt!

An den Klippen in Lagos
Ein Gefühl der Freiheit an der Steilküste

Praktische Tipps

Anfahrt

Lagos ist von allen Seiten bequem zu erreichen. Es liegt nicht weit von der Autobahn A22, von wo aus dann eine Bundesstraße in die Stadt hinein führt. Da wir in Sagres untergebracht waren, sind wir einfach über die N125 gefahren und ebenfalls direkt und gut gekennzeichnet ins Zentrum gelangt. Von Osten her kommt man ebenfalls über diese Straße in die Stadt. Auch die N120 führt nach Lagos.

Wo parken?

Zwar nicht direkt im Zentrum, aber fußläufig in wenigen Minuten zu erreichen liegt der kostenlose Parkplatz hinter dem Bahnhof nahe am Kreisverkehr beim Marina Club. Hierbei handelt es sich um einen unbewachten Schotterparkplatz, der aber großzügig Platz bietet. Wir haben – da wir schon am Vormittag dort waren – ein Schattenplätzchen erwischt. Über den Hafen und die Fußgängerbrücke ist man im Nu in der Altstadt.

Wo essen?

Ich bin überzeugt, dass es viele ausgezeichnete Restaurants in Lagos gibt, in denen man gut essen kann. Da wir nur einen Tag dort waren, kann ich leider nur zwei empfehlen – diese aber mit sehr gutem Gewissen 😉

Zu Mittag ergatterten wir einen Platz vor dem „A Petisquera„, das direkt in der Fußgängerzone liegt. Hierbei handelt es sich um eine Weinbar, in der man auch hervorragend essen kann. Neben einem Gläschen Weißwein bestellten wir uns also als kleinen Mittagssnack auch eine Fischpastete sowie ein Fischtartar, das wie ein Gedicht auf der Zunge zerging!

Mittagessen in Portugal
Wenn selbst der kleine Mittagsimbiss zum Genuss wird, is(s)t man vermutlich in Portugal

Nach unserem langen Küstenspaziergang hatten wir richtig Hunger, und suchten uns ein bodenständiges Lokal aus, in dem man sehr gute, große Portionen für sein Geld bekommt. Zum Glück wurden wir da im „Alkibar“ nicht enttäuscht. Das Meeresfrüchterisotto hatte es wirklich in sich, und wir hatten leider keinen Platz mehr, um die Nachspeisen zu verkosten 😀

Meeresfrüchterisotto in Lagos
Wie haben wir geschlemmt!

Fazit

Lagos ist eine kleine, ruhige, aber doch hippe und offene Stadt mit richtig südländischem Flair und auf alle Fälle das Schmuckstück der Algarve. Es muss sich nicht anbiedern und durch viel Schnickschnack überzeugen, es ist gut so wie es ist – sauber, freundlich, mit ein paar kulturellen Highlights und atemberaubender Küste.

Wir fanden es direkt schade, dass unser Tag in Lagos so schnell verging. Obwohl wir schon sehr viel gesehen hatten, hätten wir es hier gut und gerne noch ein paar Tage ausgehalten, um uns durch die interessanten Lokalitäten zu kosten und uns die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen. Die Kleinstadtluft, die wir in Lagos schnupperten, hat uns überzeugt: wer authentisches und spannendes Südportugal sucht, wird hier fündig!

Segelschiff im Hafen von Lagos


Psychologische Effekte der Reise

Dabei konnte ich mich verlieren: Die Vorstellung, dass am Sklavenmarkt noch vor wenigen hundert Jahren Menschen als Ware gehandelt wurden und sich Schicksale auf tragische Weise entschieden, ließ mich Schaudern.

Da hab ich mich selbst gefunden: Wein, gutes Essen, Musik und Sonnenschein – mehr brauche ich nicht, um glücklich zu sein 🙂 . Zum Glück findet man in Lagos solche Situationen zur Genüge!

Besonders intensiver Eindruck: Das Wandern an der Steilküste! Solche Felsformationen zu sehen war einfach unglaublich beeindruckend und ließ mich Staunen wie ein kleines Kind.

Lernerfahrung für mich: Man kann mit ganz viel Ruhe und Gemütlichkeit dennoch sehr viel an einem Tag sehen!

Drei wesentliche Gefühle dieser Reise: innerer Friede, Überraschung, Glückseligkeit


Nützliche Links

Als Unterkunft kann ich dir das Boutique B&B Mareta View in Sagres empfehlen. Du kannst aber auch gerne noch weiter stöbern* :



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Verbreitung erlaubt :-)


2 thoughts on “Lagos – das Schmuckstück der Algarve”

  • Lagos ist wirklich eine tolle Stadt, von den vielen Museen höre ich allerdings jetzt zum ersten Mal.
    Als ich dort war, hab ich mir auch lieber die Küste angesehen, denn die ist einfach traumhaft. Ich hab so eine Grotten Tour gemacht, wo man mit einem kleinen Boot zwischen den Felsen hindurchfährt, das war super.
    Auf jeden Fall könnte ich jetzt direkt wieder hin 🙂
    Liebe Grüße

    • Hallo Melli! So viele Museen wie in anderen Großstädten sind es natürlich nicht, aber schon genug, um einen Tag nur mit ihnen füllen zu können 🙂 Aber du hast Recht: die Küste ist so sehenswert und das schönste „Naturmuseum“, das man finden kann! Ja, eine Bootstour haben wir auch gemacht, allerdings weiter östlich. In jedem Fall muss man die Felsen einmal vom Wasser aus gesehen haben! Schön, dass dich Lagos auch so begeistert hat wie mich! LG Barbara

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