10 Kreta Tipps für deine Reiseplanung

10 Kreta Tipps für deine Reiseplanung

Kreta: größte griechische Insel, Ort für Sonnenanbeter und Urlaubsziel von ca. vier Millionen Touristen im Jahr. Kreta ist vieles, und vor allem eines: vielseitig. Berge und Meer bilden einen abwechslungsreichen Kontrast, ebenso wie trockenes Ödland und bewaldete Täler. Ich erzähle dir in meinen Kreta Tipps, was du beim Autofahren hier beachten solltest, was du erleben kannst und warum die Insel das absolute Food-Paradies ist. Für deine Kreta Reiseplanung solltest du dann bestens gerüstet sein!

Allgemeines über Kreta

Kreta Tipp Nr.1: Sei dir bewusst, wie groß die Insel ist!

Kreta ist die größte griechische und die fünftgrößte Mittelmeer-Insel – nur Sizilien, Sardinien, Zypern und Korsika sind flächenmäßig überlegen. Wenige Kilometer südlich von Kreta – auf der kleinen Insel Gavdos – befindet sich außerdem der südlichste Punkt Europas. Das Meer an der Nordküste ist die Ägäis, im Süden befindet sich das libysche Meer.

Ausblick vom Psiloritis auf Kreta
Selbst vom höchsten Punkt überblickt man nur einen Teil Kretas

Volle 1066 Küstenkilometer zählt man auf Kreta, wobei die schroffe Felsenküste dominiert und sie nur hin und wieder von Sandstränden unterbrochen wird. Im Süden und Südosten findet man längere Strandabschnitte als etwa im Norden. Die Form Kretas macht eine komplette Erkundung in kurzer Zeit schwierig, denn mit 254 Kilometern ist sie ordentlich lang gezogen. Die Breite beträgt im Vergleich nur zwischen 60 und 12 Kilometer. Deshalb sollte man sich für seinen Kretaurlaub auf eine Region konzentrieren, sonst sitzt man sehr viel und lang im Auto. Ein Ausflug vom Westen in den Osten ist an einem Tag nicht sinnvoll realisierbar.

Geschichte Kretas

Kreta Tipp Nr. 2: Beschäftige dich mit der Geschichte!

Wenn man nach Kreta reist, ist es von Vorteil – nein, fast notwendig – sich mit der Geschichte der Insel zu befassen. Denn fast alle Sehenswürdigkeiten sind historischer Natur und einfacher einzuordnen, wenn man etwas über den Werdegang Kretas weiß.

Zunächst war es die minoische Hochkultur, die die Insel geprägt hat. Zwischen 2600 v. Chr. und 1100 v. Chr. lebten die Minoer hier in einem hoch entwickelten System, angeführt von einem König („Minos“) mit einigen Palästen und Städten. Um das ganze zeitlich einzuordnen: zu dieser Zeit lebten auch die alten Ägyper. Nach dem Untergang der minoischen Kultur, deren Spuren man heute noch befindet (z.B. im Palast von Knossos), kamen die alten Griechen und danach die Römer. Auch aus dieser Epoche sind viele archäologische Zeugnisse übrig, wie etwa die antike Stadt Gortyn.

Der Palast von Knossos: Die berühmteste Sehenswürdigkeit auf Kreta
Der Palast von Knossos: Die berühmteste Sehenswürdigkeit auf Kreta

Von ca. 400 bis 1200 n. Chr. hatten die Byzantiner (mit ein paar Unterbrechungen) das Sagen auf Kreta, ehe die Venezianer bis 1669 übernahmen. Gerade aus der venezianischen Epoche sind viele Gebäude und Strukturen übrig, man kann deren Einfluss auf Kreta gar nicht übersehen. Ebenfalls einflussreich und historisch interessant ist die darauf folgende Zeit der osmanischen Herrschaft. Alte Moscheen, türkische Bäder und die Tragödie vom Kloster Arkadi erzählen die Geschichten aus dieser Epoche. Nach einer kurzen Zeit der Unabhängigkeit gehört Kreta seit 1913 zu Griechenland.

Moscheen auf Kreta
Durch die osmanische Vergangenheit gibt es auf Kreta noch viele Moscheen zu sehen

Anreise

Kreta Tipp Nr. 3: Überlege im Vorhinein, wo du hinwillst und wie viel Zeit du für die Anreise hast und entscheide dann über Verkehrsmittel und (Flug)Hafen.

Da Kreta eine Insel ist, die nicht gerade in Schwimmnähe zum griechischen Festland liegt 😉 , gibt es nur zwei Möglichkeiten, dorthin zu kommen: mit dem Flugzeug oder mit der Fähre.

Flugzeug

Auf Kreta gibt es drei Flughäfen. Der größte von ihnen ist der in der Hauptstadt Heraklion (HER). Dieser wird von den gängigen Reiseanbietern und Fluglinien häufig angeflogen. Somit hat er ein Fluggastaufkommen von über 7 Millionen Passagieren. Ein Vorteil dieses Flughafens ist die zentrale Lage in der Mitte der Insel – man kann von hier aus sowohl Unterkünfte im Westen als auch im Osten Kretas aussuchen, und in den zentralen Süden braucht man auch nicht sehr lange.

Der zweitgrößte Flughafen ist Chania (CHQ), wobei er schon deutlich kleiner ist als jener in Herklion. Immerhin passieren ihn ca. 3 Millionen Touristen pro Jahr. Er liegt auf der Akrotiri-Halbinsel. In der Hauptsaison gibt es aus D-A-CH Direktflüge hierher, in der Nebensaison musst du meistens über Athen fliegen. Von der Hauptstadt gehen mehrmals täglich Flüge nach Chania. Dieser Flughafen eignet sich am besten, wenn du dir gerne den Westen Kretas anschauen willst.

Einen ganz kleinen Flughafen gibt es dann noch in Sitia (JSH). Dieser wird kaum direkt, aber von Athen aus angeflogen. Da sich der Weg in den Osten von Heraklion ziehen kann, stellt er einen praktischen Ausgangspunkt für die Erkundung der Ostküste Kretas dar.

Fähre

Wer mit dem eigenen Fahrzeug nach Kreta reisen will, kann das – Fähren sei Dank – machen. Von Piräus aus fährt täglich eine nach Heraklion und zurück. Auch Rethymno, Chania und Sitia werden angefahren. Man muss mit einer ungefähren Fahrtzeit von neun Stunden rechnen.

Wer nicht vom griechischen Festland kommt, sondern Inselhopping macht, hat auch so gute Chancen, mit der Fähre nach Kreta zu gelangen – von sehr vielen Inseln fahren Schiffe auf die südliche große Schwester. Am besten du schaust auf Direct Ferries nach einer passenden Verbindung.

Autofahren

Kreta Tipp Nr. 4: Pass dich beim Autofahren einfach an und achte auf die Schlaglöcher!

Egal, ob nun mit dem eigenen Auto oder mit einem Mietwagen, lass dir gesagt sein: Autofahren auf Kreta strapaziert schon mal die Nerven 😉 . Aber zum Glück sind die Kreter selbst ziemlich entspannte Verkehrsteilnehmer, das macht einiges wieder wett.

Geschwindigkeiten

Zuerst ist es mal wichtig zu wissen, dass es auf Kreta keine Autobahnen (und damit auch keine Maut) gibt. Die einzigen größeren Verbindungsstraßen sind jene zwischen Kissamos und Sitia (90) entlang der Nordküste und zwischen Heraklion und Faistos (97). Schneller als 100 km/h darf man aber nirgendwo fahren, in unserem Sprachgebrauch würden wir von „Bundesstraßen“ sprechen. Auch zwischen Rethymno und Agia Galini fährt man etwas flotter, wie auch von Agia Galini nach Ierapetra. Allerdings kommt man dabei immer wieder mal durch Ortschaften, in denen man stets nur maximal 50 km/h fahren darf.

Die Geschwindigkeit wird stellenweise kontrolliert, allerdings sind die Kreter da wie auch sonst überall sehr nett: sie warnen vor. Es gibt mindestens zwei Warntafeln vor einem Radar, sodass man weiß, dass bald eines kommt. Die Kästen sind wie Videokameras etwas erhöht angebracht (an Laternenmasten oder Bäumen). Polizeikontrollen gibt es auch ab und an, daher ist es wichtig, dass du deine Papiere immer mit hast.

Straßenverhältnisse

Das Schlimmste waren für uns die schlechten Straßen. Obwohl man die Straßenarbeiter immer wieder fleißig ausbessern sieht, indem sie neuen Asphalt aufbringen, ist der Großteil der Straßen in wirklich desolatem Zustand. Selbst auf der „Nationalstraße“ im Norden, auf der man meist 80-100 km/h fahren darf, muss man auf die allerorts riesigen Schlaglöcher aufpassen! Etliche Straßen, die seitlich von Felsen begrenzt werden, gleichen einem Minenfeld an Schlaglöchern und Steinen.

… und andere Seltsamkeiten im Verkehr

Eine Eigenart der kretischen Autofahrer mag zunächst verwirrend wirken: nämlich, auf den Bundesstraßen äußerst rechts zu fahren, meist über der seitlichen Sperrlinie. Während wir am Anfang noch dachten, dass das Auto vor uns gleich eine Panne hat, wussten wir es bald besser: es ist ein höfliches Ausweichen, damit die hinteren Autos überholen können. Und so wird aus einer zweispurigen Straße schnell mal eine vierspurige. Am besten passt du dich einfach an und fährst auch rechts, wenn du gemütlich dahintuckerst und lässt andere überholen. Sonst machst du dich unbeliebt 😉 .

Kreta Tipps zum Autofahren
Überholen auf Kreta: man fährt ganz rechts, und der andere kann locker vorbei

Ach ja, eine ständige Gefahr lauert noch auf Kretas Straßen: Schafe und Ziegen! Es gibt so viele davon, dass es besonders auf den kleinen Straßen immer wieder mal passieren kann, dass plötzlich eine hinter der Kurve steht. Also Augen auf und Vorsicht, die Tierchen chillen manchmal mitten auf der Fahrbahn.

Weil ich mich anfangs furchtbar geärgert habe, will ich dir folgende Info noch mitgeben: Vertraue deinen Navigationsfähigkeiten, aber nicht Google Maps! Ehrlich, wo dieses Ding uns manchmal hingeleitet hat, war irre. Es erkennt Feldwege als Straßen, aber Straßen nicht als solche. Und weil es natürlich nicht weiß, dass es auf Kreta üblich ist, die Sperrlinien zu ignorieren, fährst du manchmal kilometerlange Umwege. Zum Glück ist so ziemlich jedes Kloster, jede Ausgrabung und jede Ortschaft angeschrieben – im Zweifel also für die Wegweiser!

Landschaft Kreta
Manchmal fährt man durch einsame Landschaften

Unterkünfte

Kreta Tipp Nr. 5: Wähle einen für dich praktischen Ort und die Ausstattung, die dir vorschwebt. Auf Kreta gibt es fast alles.

Der Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen Kretas. Daher ist es auch logisch, dass man auf der ganzen Insel Unterkünfte in jeglicher Form und Kategorie findet. Man muss sich nur festlegen, wohin man will, denn wie vorher schon erwähnt: die Insel ist riesig!

An der Nordküste zwischen Chania und Heraklion befinden sich sehr viele große Hotels, All-inklusive-Hotels und jene, die für die Pauschaltouristen gebaut wurden. Meist hat man dann direkten (oder fußläufigen) Strandzugang zu den langen Sandstränden. Es gibt hier aber genauso kleinere Ortschaften, in denen es Appartements bzw. kleinere Boutique-Hotels gibt.

Wir haben uns für das Nostos Beach Boutique Hotel* in Bali entschieden. Es ist überschaubar, hat aber alle Annehmlichkeiten: zwei Pools, eine Bar, die Möglichkeit zur Halbpension (wobei wir sehr oft auswärts essen waren – siehe unten) und den Strand vor der Nase. Das Personal ist sehr freundlich und Parkplätze gibt es auf der Straße ebenfalls. Bali ist ein ehemaliges Fischerdorf mit einem entzückenden Ortskern und kristallklarem Wasser in der Bucht.

Hoteltipp für Kreta
Die einladende Bar im Nostos Beach Hotel in Bali

An der Südküste gibt es natürlich ebenfalls Hotels, allerdings überwiegen hier die kleineren Häuser und Ferienwohnungen. Will man unter Einheimischen sein und das ursprüngliche Kreta kennen lernen, dann sucht man sich einfach eine Unterkunft etwas landeinwärts. Es gibt sehr viele hübsche Dörfer mit familiengeführten B&B’s, die oft nur wenige Zimmer haben.

In den Städten Chania, Rethymno und Heraklion findet man von Luxussuite bis Hostelzimmer alles. Aber auch hier überwiegen B&B’s, vor allem wenn man direkt im Zentrum wohnen will. In Chania haben wir uns für ein Zimmer der Ciel Collection Suite* entschieden und waren sehr zufrieden. Das Frühstück war köstlich und die Sauberkeit top! Der venezianische Hafen liegt von hier etwa 10 Minuten zu Fuß entfernt.

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Essen

Kreta Tipp Nr. 6: Faste vorher und schlag dir in den Tavernen dann den Bauch voll!

Soll ich oder soll ich nicht – dir sagen, wie himmlisch das Essen auf Kreta ist? Es besteht die Gefahr, dass du sehr hungrig wirst und ich zu sehr ins Schwärmen gerate. Aber gut, ich wage es …

Einer meiner wichtigsten Kreta Tipps lautet: Iss soviel du kannst in den Tavernen! Du wirst nachher zwar einige Kilos mehr auf den Rippen haben, aber glaub mir: das ist es wert! Die kretische Küche ist einfach, aber ein Traum. Viel Gemüse, viel Käse und Joghurt, viel Honig, viele wilde Kräuter, viel Lamm und Schaf. Dazu aber auch eine riesengroße Auswahl an vegetarischen Gerichten.

Ich als Peschetarier habe meinen Foodpornhimmel auf Kreta gefunden. An der Küste steht frischer Fisch täglich auf der Karte, man kann den Fischern sogar beim Verkaufen des Fangs zusehen. Durch das heiße Klima wachsen auf Kreta auch Bananen, Avocados und Unmengen an Granatäpfel. Ich habe noch nie irgendwo so viele reife Granatäpfel gesehen wir hier.

Kreta Tipps Essen: Tzaziki, Brot mit Tomaten und Avocadosalat
Ich könnt schon wieder und ständig ….

Man isst für gewöhnlich eine Vorspeise und eine Hauptspeise oder teilt sich gleich eine Galerie an Mezedes (ähnlich wie Tapas in Spanien). Harry und ich haben uns immer zwei bis drei Vorspeisen bestellt und dann gegenseitig herumgetauscht. Ganz oft haben wir eine Nachspeise aufs Haus bekommen, und was standardmäßig immer beim Bezahlen mitkommt ist der Raki. Der Schnaps, der aus dem Trester – also aus dem Rest der Trauben nach dem Pressen – gebrannt wird, läuft trotz seiner Klarheit und Stärke mild runter.

Was wir so die ganzen zwei Wochen lang gegessen haben? Viel! Meine Favoriten (Achtung, Veggie-lastig!):

  • Tzaziki (ich könnt mich eingraben!)
  • gefüllte Weinblätter
  • Gegrillte und marinierte Pilze
  • Gegrillte Tomaten (mit und ohne Schafkäse)
  • Griechischen Joghurt mit Honig
  • Wildgemüse in diversen Formen
  • mit Reis gefülltes Gemüse (Himmel, ein Traum!)
  • große weiße Bohnen in Tomatensauce
  • gegrillten Fisch und gegrillte Meeresfrüchte
  • Avocadosalat mit Granatäpfel und Walnüssen
  • Käse mit Oliven

Es wäre jedenfalls eine Sünde, nicht auswärts, sondern nur im Hotel zu essen. Auch wenn das Abendessen in unserer Unterkunft echt ok war, so kommt es doch nie an das Tavernenessen in den Dörfern und abgelegenen Gassen ran! Pass dabei nur auf, dass du nicht in ein Abzocker-Touristenlokal gelangst, wie es sie oft in den Stadtzentren oder an belebten Stränden gibt. Im Zweifel eine Gasse weiter abseits gehen. Wir haben so wirklich nie schlecht gegessen. Im übrigen auch nie teuer! In der Regel haben wir für ein vollwertiges Essen mit zwei Gängen und Hauswein um die 30€ bezahlt.

Essen auf Kreta - Nachspeise
Griechischer Kaffee und Galaktomboureko – weil es auch mal was für zwischendurch sein darf

Sehenswürdigkeiten

Kreta Tipp Nr. 7: Du kannst sie nicht alles sehen! Wähle gezielt aus, was du sehen willst.

Hast du kurz mal zwei Stunden Zeit? Denn solange brauche ich, um alle Sehenswürdigkeiten auf Kreta zu beschreiben. Nein? Ok, dann gibt es hier nur eine kleine Auswahl 😉 . Ich werde diverse Stätten und Museen ohnehin noch in den weiteren Kreta Blogartikeln beschreiben, daher beschränke ich mich jetzt echt auf das Wesentliche.

Wenn du den Absatz mit der Geschichte Kretas gelesen hast, dann weißt du bereits, dass man hier ganz viel an alter Kultur und bedeutenden archäologischen Stätten findet. Von minoischen Ausgrabungen über römische Siedlungen, venezianische Gebäude und türkische Moscheen ist die ganze kretische Geschichte erlebbar. Hinzu kommen natürlich noch die vielen Naturwunder, die Kreta zu bieten hat und die ebenfalls das Prädikat „sehenswürdig“ verdienen.

Kreta Tipps Sehenswürdikeiten: Kloster Arkadi
Das Kloster Arkadi: ein tragischer Ort

Zu den beliebtesten und meist besuchten Kreta-Sehenswürdigkeiten zählen:

  • Palast von Knossos: dieser minoische Palast wurde 1898 vom Engländer Evans ausgegraben und teilweise rekonstruiert. Es ist ein absoluter Besuchermagnet. Unbedingt eine deutsche Führung dazu buchen (geht spontan beim Eingang, 10€ p.P.), damit man auch interessante Details erfährt
  • Arkadi – Kloser: Dieses Kloster in der Nähe von Rethymno zeigt das Leben der orthodoxen Mönche, ist aber auch ein tragischer Ort. Hier sprengten sich hunderte Leute im Jahre 1866 in die Luft, weil sie nicht den Türken in die Hände fallen wollten
  • Samariá – Schlucht: die längste Schlucht Europas misst stolze 17 Kilometer und befindet sich im Südwesten der Insel. Man kann sie sowohl auf eigene Faust gehen als auch geführte Touren buchen
  • Archäologisches Museum Herkalion: Es ist eines der bedeutendsten Museen in ganz Griechenland und nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise von den alten Minoern bis zu den Byzantinern. Sehr sehenswert!
  • Die venezianischen Häfen: in allen drei großen Städten – Heraklion, Rethymno und Chania – gibt es einen venezianischen Hafen. Am stimmungsvollsten ist meiner Meinung nach der in Chania
  • Elafonísi und Bálos: die beiden Strände sind DER Hingucker, wenn man im Westen unterwegs ist. Elafonisi Beach leuchtet in rosa Farben, während man in Balos türkisblaues Wasser bewundert
  • Insel Spinalonga: In der Nähe der Stadt Agios Nikolaos kann man zur Insel Spinalonga übersetzen, die bis 1957 eine Leprakolonie war. Heute ist sie unbewohnt, kann aber besichtigt werden
  • Höhlen: Da Kreta größtenteils verkarstet ist, gibt es unzählige Höhlen. Einige von ihnen können auch besichtigt werden, wie zum Beispiel die Psychro-Höhle in der Lassithi Hochebene, die Melidoni Höhle in der gleichnamigen Ortschaft Melidoni oder die Idäische Grotte im Idagebirge

Aber auch abseits der großen Berühmtheiten findest du tausende Gelegenheiten, etwas zu bestaunen. Alle paar Kilometer gibt es ein hübsches Kloster, in den Städten etliche Museen, in den Bergen Schluchten, Höhlen und Kunsthandwerk. Dazu kommen noch unzählige Ausgrabungsstätten und hunderte von schönen Stränden und Buchten. Wer Tiere ansehen will, kann entweder ins CreteAquarium, auf die Farm für gerettete Esel oder ins Reptisland gehen. Langeweile kommt auf Kreta ganz sicher nicht auf.

Der venezianische Hafen in Chania
Der venezianische Hafen in Chania

Wandern

Kreta Tipp Nr. 8: Nimm deine Wanderschuhe mit!

Wer irgendwann von Klöstern usw. genug hat, zieht sich am besten seine Hikingschuhe an und macht sich auf die Socken! Kreta ist perfekt für kleine und größere Wanderungen, denn die Insel ist ganz schön gebirgig. Doch Vorsicht: wer im Sommer hier ist, überlegt sich eine Gipfelwanderung besser zweimal – es wird sehr heiß da oben!

Kreta teilt sich in mehrere Gebirgsketten, die alle für sich einzigartig sind. Ganz im Westen wären da etwa die Lefka Ori, übersetzt „weiße Berge“. Warum sie so heißen, wird schnell klar: die Spitzen scheinen wie von Schnee angezuckert. Der Grund für die weiße Farbe liegt im Kalk. Das Gestein selbst ist Plattenkalk, welches zusätzlich noch von kristallinen Kalken überzogen ist. Die Lefka Ori gelten als eine der wenigen Wüsten Europas (endaphische Wüste) und sind auch das größte Gebirge auf Kreta. Obwohl der Pachnes mit 2454 m schon ein ordentlicher Riese ist, beansprucht dennoch ein anderer Berg auf Kreta mit ein paar Metern mehr den Titel „höchster Berg“ für sich – der Psiloritis im Idagebirge.

Blick von Georgioúpoli auf die weißen Berge
Blick von Georgioúpoli auf die weißen Berge

Das Idagebirge liegt in Zentralkreta und ist ebenfalls eine sehr karge Landschaft. Zumindest oben in den Bergen, denn die Täler rundherum sind sehr fruchtbar. Mehrere Gipfel über 2200 Meter strecken sich hier gen Himmel und bieten einen traumhaften Ausblick auf Nord- und Südküste und die weißen Berge. Die Mythologie erzählt, dass Zeus im Idagebirge geboren wurde – kein Wunder, dass man für den Göttervater ein so gewaltiges Gebirge ausgesucht hat.

Nicht mehr ganz so hoch, aber doch über 2000 Meter hat das Dikti-Gebirge im mittleren Osten Kretas. Es ist besonders wegen seiner Lassithi-Hochebene bekannt. Dieses auf 830 Metern gelegene Plateau dürfte schon zu minoischen Zeiten besiedelt gewesen sein, allerdings bis heute eher spärlich. Man kann hier steinerne Windmühlen bewundern, auch die Psychro-Höhle liegt im Dikti-Gebirge.

Ganz im Osten befindet sich das vierte Gebirge Kretas, die Thripti-Berge. Sie sind nicht mehr so hoch wie die anderen, dafür befindet sich hier einer der letzten großen Wälder Kretas. Zu Zeiten der Venezianer wurden nämlich fast alle Wälder abgeholzt, weshalb Kreta auch so karg aussieht. Auch im Thripti-Gebirge gibt es eine gleichnamige Hochebene, wie auch eine wilde Schlucht. Vom 1476m hohen Aféndis Stavroménos hat man einen tollen Ausblick auf die östliche Nordküste.

Also: wer Berge mag, wird Kreta lieben. An Schluchten und Gipfeln mangelt es jedenfalls nicht. Die Vegetation ist gänzlich anders als bei uns in den Alpen, was aber auch seinen Reiz hat. In Mondlandschaften und sumpfigen Hochebenen zu marschieren hat definitiv was!

Wandern am Psiloritis mit ständigem Ausblick auf die Berge und die Küste
Wandern am Psiloritis mit ständigem Ausblick auf die Berge und die Küste

In dem Zusammenhang schau dir auch meine Wandertipps für Anfänger an!

Reisezeit

Kreta Tipp Nr. 9: Kreta im Oktober ist eine sehr gute Wahl!

Ein Blick auf die Klimatabelle Kretas verrät: die mittlere Temperatur schwankt zwischen 15 Grad im Januar und 30 Grad im Juli. Dies sind allerdings Durchschnittswerte, was bedeutet, dass es im Winter auch viel kälter und im Sommer um einiges heißer sein kann. In den Wintermonaten liegt in den Bergen Schnee und herunten regnet es häufig, während zwischen April und Oktober oft kein einziger Tropfen fällt.

Die touristische Saison beginnt im Frühling, meist im Mai, und geht bis Ende Oktober. Zwischen November und April haben viele Hotels, Restaurants und Attraktionen geschlossen, dafür hat man mit Glück mildes Wetter und seine selige Ruhe. Wer im Winter nach Kreta reisen möchte, sollte sich unbedingt eine Unterkunft mit Heizung suchen – es ist nicht selbstverständlich, dass es überall eine gibt.

Olivenbäume auf Kreta
Von November bis Jänner kann man der Olivenernte beiwohnen

Wenn dann der Mai kommt, geht es wieder los. Doch auch in der Nebensaison – also Mai & Juni sowie September & Oktober – hat man auf der Insel noch Bewegungsfreiheit. Wir waren im Oktober auf Kreta, was vom Wetter her ein Traum und von der Wassertemperatur herrlich war. Es war noch einiges los, aber außerhalb der Städte und der beliebtesten Sehenswürdigkeiten war man ziemlich alleine. Die Strände waren nicht leer, aber auch nicht überfüllt.

Voll und mächtig heiß wird es dann im Sommer. Im Juli und August ist Hauptsaison auf Kreta, da sind nicht nur die Hotels ausgelastet, sondern auch die Flughäfen und Sehenswürdigkeiten. An der Südküste sind Temperaturen von bis zu 40°C möglich, an Wandern auf den Bergen ist dann nicht mehr zu denken. Abkühlung findet man dann nur im Wasser, in einer der wasserführenden Schluchten oder in den Höhlen.

Wenn mich also jemand nach der idealen Reisezeit für Kreta fragt, kann ich den Herbst absolut empfehlen. Man kann den Sommer etwas verlängern und hat gleichzeitig angenehme Temperaturen, um sich alles anzusehen. Auch der Frühling eignet sich dafür gut, allerdings ist dann das Meer noch sehr frisch.

Kreta beste Reisezeit Oktober
Traumhaftes Meer zum Baden hat man auch noch im Oktober

Strände

Kreta Tipp Nr. 10: Schau dich um, wo in deiner Nähe ein traumhafter Strand ist – es gibt so viele davon!

Kreta wäre nicht Kreta ohne seine besonderen Strände. Man findet hier nicht einfach nur lange Sandstrände – wie etwa den von Georgioúpoli bis nach Rethymno – sondern auch wirklich ganz spezielle.

Als besonders schön und sehr gut besucht gelten im Westen Elafonísi und Bálos. Während man in Elafonísi in rosa schimmernden Sand spazieren gehen kann, lässt sich die Bucht von Bálos mit seinen Sandbänken hinüber zur Insel am besten von oben bewundern.

Ganz besonders sind auch die Palmenstrände von Vái und Préveli. Dort wachsen europäische Palmen in einem fruchtbaren Tal, das an den Strand grenzt. Somit hat man mitten in Europa absolutes Karibikfeeling, indem man seinen Tag einfach unter Palmen verbringt.

Kreta Tipp: Palmenstrand von Preveli
Der Palmenstrand von Préveli

Einer der schönsten Strände Kretas soll sich in Xerókambos im Südosten befinden. Weißer Sand auf langen Stränden und wenige Besucher, selbst im Sommer, locken hier Badenixen an.

Auf der Akrotíri Halbinsel oberhalb von Chania gibt es hübsche kleine Buchten, die sehr sehenswert sein sollen. So zum Beispiel die Seitán Limánia, die eigentlich eine schmale, lange Einbuchtung in den Berg mit einem winzigen Strand ist. Marmorsand macht das Wasser hier aber kristallklar.

Aber auch sonst findet man auf Kreta immer wieder hübsche Buchten und Strände, auch wenn man sie gar nicht sucht. Wir waren von unserer Bucht in Bali ziemlich begeistert, weil das Wasser sehr klar war und am Ende des Dorfes in der Evita Bay ein sehr feines Plätzchen zu finden war.

An sehr vielen Stränden gibt es Liegen und Sonnenschirme zu mieten, meist bereits um 5€ für zwei Liegen mit einem Schirm pro Tag. Da kann man sich das Schleppen getrost sparen. Besonders die Strände im Norden bieten Wasseraktivitäten wie Parasailing oder Kajakverleih.

Die Evita Bay in Bali an der Nordküste Kretas
Die Evita Bay in Bali an der Nordküste Kretas

Weitere Tipps für Kreta

Zur Fortbewegung auf der Insel kannst du dich entscheiden zwischen Bussen, Mietwagen oder gebuchten Ausflügen. Besonders zwischen Mai und November ist der Busverkehr recht gut getaktet und man kommt zumindest in alle zentralen Orte. Natürlich muss man etwas mehr Zeit einplanen, aber es ist eine günstige und umweltfreundliche Alternative.

Meist weniger günstig, dafür unkompliziert ist das Buchen von geführten Ausflügen. In allen Ferienorten und in den Städten gibt es eigene Tourismusbüros, die diese anbieten. Alleine vom kleinen Ort Bali aus gibt es die Möglichkeit, zwei Wochen lang jeden Tag einen Ausflug zu einer der vielen Attraktionen Kretas zu machen. Frag dazu am besten einfach in der Unterkunft nach oder schau dich in deinem Ort um.

Tal der Mühlen Kreta
Das Tal der Mühlen ist eher ein Geheimtipp

Die schnellste und flexibelste Variante ist ein Mietwagen. Wir haben uns für diese Möglichkeit entschieden und über Billiger-Mietwagen* einen kleinen Flitzer gebucht. Solange du deine Koffer unterbringst, brauchst du auf Kreta kein großes oder PS-starkes Auto, da du ohnehin nicht so schnell fahren darfst und aufgrund der Straßen oft nicht kannst. Mit einem Auto bist du jedoch zeitlich und örtlich ungebunden, was von Vorteil ist, wenn du vorhast, viel unterwegs zu sein.

Ich habe für unsere Kreta Reise folgende zwei Bücher verwendet: den Dumont-Reiseführer* für Kreta und den Rother-Wanderführer*. Mit diesen beiden waren wir bestens ausgestattet. Ich habe dir zusätzlich auch noch den Reiseführer aus dem Müller Verlag* rausgesucht, der auch sehr gut sein soll.

*Affiliate Link. Dabei verweise ich auf Flüge, Hotels, Dienstleistungen oder Produkte, von denen ich überzeugt bin, die mir selbst hilfreich sind und waren. Warum? Zum einen gebe ich meine positiven Erfahrungen gerne weiter, zum anderen bessert es mein Reisebudget ein wenig auf, wenn ihr über meinen Blog etwas kauft. Es kostet euch nicht mehr, aber ich erhalte eine kleine Provision.

Ich bin natürlich nicht die Einzige, die ihre Erfahrungen mit ihrem Kreta Urlaub zusammen geschrieben hat. Ich hab dir von meinen BloggerkollegInnen noch mehr Kreta Tipps rausgesucht:

  • Bei den Reisezikaden findest du generell ganz viele Infos zu Kreta, besonders zu Ostkreta
  • Auch Thomas und Melanie vom Reisen-Fotografieblog waren im Herbst auf Kreta und fanden es ganz toll
  • Miriam von Nordkap nach Südkap hat ihre 10 Highlight der Insel für dich zusammen getragen
  • Bei Escape from Reality findest du ganz viele Tipps von verschiedenen Bloggern für Kreta

Reisetipps für Kreta – ab auf die Insel!

Ich denke, ich habe dir mit meinen 10 Kreta Tipps nun allerhand Wissenswertes für deinen Urlaub berichtet. Natürlich gäbe es noch sehr viel mehr zu sagen, das würde allerdings den Rahmen eines Blogartikels sprengen. Du findest aber ganz viele weitere Informationen in den Reiseführern und Blogs, die ich oben verlinkt habe, sowie in meinen bald folgenden Berichten über das Ida-Gebirge, Chania, Heraklion und Rethymno.

Hast du noch Fragen? Dann immer her damit! Hast du schon mega Lust auf eine Reise nach Kreta? Dann ab auf die Insel!


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Verbreitung erlaubt :-)


2 thoughts on “10 Kreta Tipps für deine Reiseplanung”

  • Sehr gute Tipps! Wir waren dieses Jahr erstmalig auf Kreta (und generell in Griechenland) in Chania und haben uns verliebt! Die Leute dort waren so nett und das Essen wie du schon schreibst der absolute Wahnsinn und das meist zu einem sehr guten Kurs. Nur Wandern waren wir leider nicht, wie geplant, da es uns zu dem Reisezeitpunkt doch schon zu heiß war. Nächstes Mal Kreta definitiv auch außerhalb der Sommersaison und dann wird mehr erkundet. 🙂

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