Wandertipps: 10 Dos und Don’ts für Anfänger

Wandertipps: 10 Dos und Don’ts für Anfänger

Immer mehr Menschen finden Gefallen an den Alpen und Wanderungen im Allgemeinen. Dass man dabei aber einige Regeln beherzigen sollte, vergessen leider einige. Das kann erfahrene Bergsteiger und Naturliebhaber ganz schön zur Weißglut treiben. Was alles schief läuft in unseren Bergen, verpackt als 10 Wandertipps für Anfänger (aber auch Fortgeschrittene, die es noch nicht besser wissen), liest du hier.

Ich liebe wandern. Egal zu welcher Jahreszeit, egal wo. Man stecke mich einfach in die Berge, und ich bin glücklich. Also meistens jedenfalls. Es gibt nämlich ein paar Dinge, die mich auch auf den schönsten Gipfeln und Routen nerven. Das Verhalten einiger meiner Mitmenschen in Bezug auf die Bergwelt lässt mich manchmal sehr heftig Kopfschütteln, manchmal macht es mich auch stinksauer. Ich will daher allen, die sich jetzt nicht so umfassend auskennen, mit Wandertipps zur Seite stehen. Aus reiner Selbstliebe mir gegenüber, damit ich mich nicht mehr ärgern muss 😉 .

Wandertipps für Anfänger und Fortgeschrittene, die es noch nicht kapiert haben

1. Die richtigen Schuhe

Mein absoluter Wandertipp Nr. 1: Kauf dir ordentliche Bergschuhe!!! Ja, die drei Ausrufezeichen sind gewollt. Du glaubst nicht, was ich am Berg schon alles gesehen habe.

Mit Flipflops in den Dolomiten herum zu steigen, mit Ballerinas Vulkanhöhlen zu erkunden oder mit Converse eine Winterwanderung machen, ist vor allem eines: unglaublich dämlich und gefährlich. Die Gefahr des Abrutschens ist riesig. Und bei so einem Absturz bringt man nicht nur seine Beine und sein Leben, sondern auch das der Bergretter in Gefahr, die einen dann irgendwo rausholen müssen. Vergiss nicht: du bist Outdoor im Gelände unterwegs und nicht im Einkaufszentrum!

Falsche Schuhe in Vulkanhöhle
Warum????

In den Cinque Terre haben sie mittlerweile ein Flopflop Verbot verhängt, das ich sehr begrüße. Die hohe Anzahl an Einsätzen war irgendwann einfach zuviel. Nur weil Touristen zu faul sind, sich ordentliche Schuhe mitzunehmen, und „eh nur mal kurz“ einen unwegigen und steilen Klippenwanderweg gehen wollen, musste im Jahr x mal der Hubschrauber ausrücken. Glaub mir: ein Paar richtig gute Wanderschuhe ist günstiger als die Rechnung für die Rettungsaktion.

Cinque Terre Wegbeschaffenheit
Hier geht man einfach nicht mit Flipflops spazieren!

Im Idealfall haben diese eine robuste Sohle mit ordentlichem Profil, sind wasserdicht, atmungsaktiv und stabilisieren den Fuß zu allen Seiten. OK, nicht jeder Wanderweg ist hochalpin. Manche Routen lassen sich auch mit guten Turnschuhen gehen. Wenn es trocken ist, und das Gelände nicht zu schwierig, geht das schon. Ein gutes Profil sollten sie trotzdem haben. Soll heißen: es soll kein Schuh sein, der an der Sohne ganz flach ist. Er soll wenigstens tiefe Rillen in Länge und Breite von mindestens 5mm haben.

–> Das sind meine Wanderschuhe – ich bin sehr zufrieden damit!

Do: gehe eine Wandertour nur mit passendem Schuhwerk (Bergschuh, Trekkingschuh)

Don’t: mit Flipflops oder anderen Straßenschuhen im Gelände unterwegs sein. Du outest dich damit als absolut unerfahren und leichtsinnig.

Wandertipps Bergschuhe
Mit guten Schuhen gelingt jedes Abenteuer!

2. Wohin mit dem Müll

Ja, wohin nur? Ich bin selbst fassungslos, dass ich diesen Wandertipp überhaupt geben muss: nimm deinen ver*** (beliebiges Schimpfwort einsetzen) Müll mit!

Es mag dir jetzt vielleicht übertrieben vorkommen, dass ich so reagiere. Wenn das so ist, lade ich dich ein, einmal an einem Clean-up in den Bergen teilzunehmen. Dann verstehst du vielleicht, warum ich so sauer bin. Denn wenn man in wenigen Stunden an die 400 Liter Müll, den man auf und neben den Wegen gefunden hat, runter schleppt, zweifelt man schon an der Menschheit im Allgemeinen.

Was genau denkt sich eigentlich jemand, der sein Jausensackerl am Gipfel wegwirft? Was genau geht in einem Kopf vor, der gerade dabei ist, das Sackerl fürs Gackerl mit dem Mist seines Hundes drinnen auf der Alm liegen zu lassen? Und wie zur Hölle kommt eine alte Klobrille in den Wald?

Das sind Fragen, auf die ich keine Antwort weiß. Aber auf jene, was du mit deinem Müll machen sollst, habe ich eine: nimm ihn mit! Irgendwo bei einer Hütte oder am Parkplatz oder im Ort gibt es dann bestimmt einen großen Mülleimer, in den du alles werfen kannst. Und wenn du ganz besonders nett bist, nimmst du auch noch ein weggeworfenes Stück Müll, das dir unterkommt, mit.

Mein Bekannter Klaus hat den Verein 1 Piece Each Austria gegründet, schau mal auf seine Facebookseite und geh mal eine Clean-Up Tour mit!

Do: Nimm alles, was bei deiner Wandertour anfällt, solange mit, bis du es bei passenden Mülleimern entsorgen kannst. Steck dir dafür ein kleines Müllsäckchen in den Wanderrucksack oder benutze die äußeren Seitentaschen dafür.

Don’t: den Müll einfach in der Natur fallen lassen. Einfach nur, weil du zu faul bist, ihn mitzunehmen. Wenn ich dich dabei sehe, gibt´s was auf die Löffel, das versprech ich dir!

Müllsammeln am Berg
So viel Müll haben wir in nur 4 Stunden vom Berg geholt!

3. Die Sache mit der Selbsteinschätzung

Du liebst lange Spaziergänge am Strand und gehst ab und zu mal schwimmen? Toll. Das macht dich aber noch nicht zu einem Bergsteiger. Beim Wandern werden nicht nur andere Muskelgruppen aktiviert als bei anderen Sportarten, es sind auch Kenntnisse über den Berg und Wanderwege an sich nötig.

Ich bin selbst bei einer Einsatzorganisation und leide daher immer besonders mit den KollegInnen bei der Bergrettung mit, wenn die mal wieder am wohlverdienten Sonntag ausrücken müssen, weil sich irgendwer irgendwo überschätzt hat. Leute, die glauben, sechs Stunden Berggehen sind das gleiche wie zwei Stunden spazieren. Die meinen, sich eh gut orientieren zu können. Die viel zu spät losgehen und dann viel zu spät umkehren und im Finstern nicht mehr hinab finden.

Ich verrate dir was: es gibt allein in Österreich echt Wandertouren für ALLE Menschen. Von babyleicht bis superschwer. Wenn du noch nicht so bergerfahren oder dir nicht ganz sicher bist, wie gut du gewisse Strecken bewältigst, wähle eine einfache Tour. Niemand lacht dich aus deshalb. Ganz im Gegenteil: es ist sehr klug, die Strecken nach dem Können zu richten. Auch ich Kletterhase bin schon mal aus einem Klettersteig ausgestiegen, weil er mir einfach zu schwer war. Das ist ok. Hätte ich meine Erschöpfungszeichen nicht gedeutet, wäre ich vermutlich in der nächsten Wand vom Seil gebaumelt. Es ist in Ordnung umzukehren, manchmal ist das einfach notwendig.

Und wenn du dich an einem Tag nicht richtig fit fühlst (z.B. aufgrund einer Erkältung), dann genieß bitte den Wellnessbereich im Hotel oder so. Wem willst du da oben was beweisen? Den Yeti gibt es (zumindest in den Alpen) nicht.

Do: überlege auf einer Skala von 1-5, wie erfahren du im Wandern bist und wähle dementsprechend kurze und nicht zu steile Wanderstrecken oder einen gemütlichen Rundweg. Frag zur Not einfach die Einheimischen, die wissen sicher Bescheid!

Don’t: Du willst unbedingt um jeden Preis auf genau diesen einen Berg, der eine Tour von 12 Stunden umfasst, obwohl du noch nicht mal eine zweistündige Wanderung hinter dir hast. Aber dort oben gibt´s halt so einen tollen instagrammable Ausblick und so schwer kann das ja wohl nicht sein. Ähhhh, doch.

Wandern auf steinigem Weg
Wandern soll Spaß machen. Dazu gehört, dass du dein Können richtig einschätzt

4. Vertraue dem Himmel

Keine Angst, jetzt kommt kein esoterisches Geschwurbel über Sternzeichen oder Chemtrails. Sondern ein ganz ganz praktischer Wandertipp für alle Lagen: Der Himmel ist dein Freund. Er zeigt dir genau, ob du eine Wanderung in der Region wagen kannst oder nicht. Er sagt dir auch, wann du umdrehen solltest und auch, wie viel Wasser du dabei haben musst.

Dazu reicht ein nicht mal sehr fachmännischer Blick hinauf. Hängt der Himmel voller Wolken, dann ist Regen nicht unwahrscheinlich. So traurig es ist, aber du solltest deine Tour verschieben. Du kannst natürlich zur Sicherheit nochmal die Wetterprognose checken, aber vergiss eines nicht: am Berg kann das Wetter superschnell umschlagen. Innerhalb einer halben Stunde wird so aus einem blauen Himmel schon mal eine gefährliche Gewitterzelle (kein Scheiß, alles schon erlebt). Auch wenn es nervt, aber dann gibt es eben kein Gipfelabenteuer. Harry und ich mussten drei Anläufe wagen, ehe wir den Gipfel vom Monte Baldo am Gardasee erklimmen konnten. Zweimal sind wir auf halben Weg wegen drohender Regenwolken umgedreht – ist doof, aber hilft nix.

Wolken beobachten in den Bergen
Irgendwann kann man dann auch Hochnebel von Regenwolken unterscheiden

Das heißt: siehst du irgendwo eine dunkelgraue oder lila Wolke, mach dich vom Acker. Und zwar Richtung Tal. Gerade über der Baumgrenze bist du für Blitze ein ganz tolles Ziel, und unter Bäumen darfst du dich bei Gewittern auch nicht verstecken (ich setze jetzt mal voraus, dass du weißt, warum). Außer das Unwetter ist schon drohend nahe und eine Schutzhütte ist in Sicht – dann geh in die Hütte.

Wenn dagegen kein einziges Wölkchen am Himmel steht, kannst du davon ausgehen, dass es richtig warm wird da oben. Und dein Flüssigkeitsbedarf noch etwas höher ist als sonst. Auch im Frühling, auch im Herbst, auch im Winter. Wenn du empfindliche Haut, solltest du dich unbedingt eincremen. Die Sonne am Berg ist stärker als am Strand, glaub mir. Auch im Frühling, auch im … du weißt was ich meine!

Do: Hol dir Infos über das Wetter vor jeder Wanderung ein. Schau dir den Himmel an, wenn du losgehst, und dazwischen auch. Bei dunklen Wolken kehr rechtzeitig um oder such Schutz!

Don’t: Du hast dir fest vorgenommen, heute den Gipfel XY zu besteigen, also machst du das auch. Egal, was der Wetterfrosch sagt und egal, ob drei schwarze Wolken über dir hängen. Du machst das jetzt. Tja, nachher bist du halt ein Fall für die Bergrettung oder vielleicht sogar die Bestattung.

Nebel und Regen in den Bergen
Bei so einem Wetter – feucht und neblig – haben wir nix am Berg verloren

5. Ich packe meinen Rucksack

Dich hat das Wanderfieber gepackt und jetzt hast du dir erst einmal einen ganz tollen ergonomischen Rucksack gekauft. Sehr gut, das ist ein Anfang. Und jetzt die Frage: Ich geh wandern – was muss ich mitnehmen?

–> Den perfekten Wanderrucksack findest du hier!

Zunächst einmal Kleidung. Jaaaaa, auch wenn du nicht nackt auf den Berg gehst (wobei, das gibt es ja auch 😉 ) musst du noch mehr zum Anziehen mitnehmen. Und zwar zum Wechseln. Ok, zugegeben, eine Reservehose hab ich auch selten mit und habe ich auch noch nie gebraucht. Aber du wirst mich für den Tipp, das Shirt zu wechseln, wenn du oben angekommen bist, lieben! Das Gefühl, aus dem angeschwitzen Stoff rauszukommen und etwas Trockenes anzuziehen, ist fast gleich schön wie der Gipfelsturm selbst.

Auch wenn du glaubst, an einem kühlen Herbsttag schwitzt du ja nicht so viel: Ohhhh doch! Ich zieh mich auch bei Winterwanderungen oben um. Glaub mir, das Shirt ist IMMER feucht! Wie gesagt, du wirst mich lieben! Wenn du dich jetzt fragst, ob es denn oben beim Gipfelkreuz Umkleidekabinen gibt, muss ich dich enttäuschen. Nein. Zieh dich einfach um. Entweder auf dem WC in einer Hütte oder sonst halt einfach dort, wo du die Rast machst. Dich wird keiner blöd anschauen, denn viele andere Berggeher tun das auch: sie wechseln ihr Shirt. Wenn doch wer gafft, gibt ihm den Wandertipp mit dem trockenen Oberteil weiter!

Rucksack packen beim Wandern
Wir sind auch bei einer Halbtagestour gut bepackt

Also, was kommt beim Wandern in den Rucksack:

  • Reserveshirt
  • Reservesocken: nach der Tour im Auto bist du auch froh über trockene, unverschwitzte Socken.
  • Regenjacke: Die schadet echt nie! Wie gesagt, das Wetter kann schnell umschlagen. Nichts ist dann unangenehmer, als patschnass zu werden.
  • Kleines Erste-Hilfe Paket: es gibt ganz tolle Sets eigens für Wanderungen. Eine Blase oder ein Schnitt ist damit schnell versorgt. Und solltest du stürzen und dir den Arm brechen, bist du froh über ein Dreieckstuch.
  • Wasser: Ganz viel davon. Immer mehr, als du glaubst, zu brauchen. Du weißt nie, was zwischendurch passiert. Was, wenn du in einer Höhle übernachten musst? Das ist der Worst Case, klar. Aber nimm genau für den Wasser mit.
  • Etwas zu Essen: auch wenn du vorhast, zu einer bewirtschafteten Hütte zu wandern, pack dir etwas zu Essen ein. Zum einen für den Worst Case, zum anderen weißt du nie, ob die Hütte nicht überraschenderweise geschlossen hat (schon passiert!). Wenn die Wanderung sehr anstrengend ist, tut ein wenig Stärkung zwischendurch auch gut. Bananen oder Müsliriegel liefern schnelle Energie zum Weitermachen.
  • Ein Handy: auch wenn du der Meinung bist, die Natur genießen zu wollen und abzuschalten, nimm das Handy wenigstens mit. Du musst nicht draufschauen. Aber wenn du irgendwann nicht mehr weißt wo du bist, oder gar in Not bist, wirst du es brauchen. Es kann dein Leben retten.
  • Taschentücher oder Klopapier: Tja, es kann passieren, dass du es brauchst! Am besten aber im zugeknotenen Müllsack wieder mit runter nehmen, es braucht echt lange zum Verrotten!
  • Geld: Bislang kann man in nur sehr wenigen Hütten mit Karte zahlen. Nimm auf alle Fälle genug Bar- und Kleingeld mit. Manchmal wird auch an Parkplätzen eine kleine Gebühr eingehoben.
  • Sonnenbrille
  • Sonnencreme bei Bedarf, falls du nachcremen musst

Do: Pack deinen Rucksack mit Dingen, die du am Berg brauchst. Schminkzeug kannst du zuhause lassen, aber die Sachen aus der Liste oben sollten mit rein

Don’t: Einen fetten Rucksack mitzunehmen, gehört ja auch zu den Wandertipps, die du für absolut sinnlos erachtest. Wer braucht schon genügend Flüssigkeit mit? Und nass wandert es sich eigentlich auch ganz gut… nicht!!!

Winterwandern am Gipfel
Auch im Winter braucht man Shirts zum Wechseln und genügend zum Trinken mit

6. Gibt’s hier einen Lift?

Nein. Also meistens. Leider zu oft. Aber naja…

Das mit den Liften und Gondeln am Berg ist ein ganz komplexes Thema! Wirklich. Weil: sie erschließen Menschen neue Bewegungsräume und sorgen dafür, dass wir uns nicht um den Aufstieg kümmern müssen sondern gleich von oben weg wandern können. Das ist auf der einen Seite natürlich nicht nur praktisch, sondern auch energieschonend – für uns. Viele Berge könnten wir nicht in Tagestouren erwandern, wie wir das heute tun, sondern müssten für Auf- und Abstieg noch ein bis zwei Tage dazu rechnen.

Auf der anderen Seite zerstören Lifttrassen aber auch genau das, was wir so an den Bergen schätzen: Lebensraum, Wald und Einsamkeit. Und das immer häufiger und länger und höher. An vielen Orten der Alpen sind an den Bergstationen regelrechte Erlebnisspielplätze für tausende Menschen entstanden. Freuen tun sich dabei meist nur die Liftbetreiber, die sich die mühelose Auffahrt gut zahlen lassen. Weder Tiere noch Naturliebhaber können dem Lifthype etwas abgewinnen.

Alpen in Gefahr
Unsere Alpen sind wunderschön – aber kein Spielplatz

Versteh mich nicht falsch: ich sage nicht, dass ein begnadeter Wanderer niemals einen Lift benutzen darf. Auch ich sitze hin und wieder in einer Gondel. Gerade wenn die Zeit knapp ist, ist das schon eine tolle Sache. Aber: ich stehe zwei Dingen sehr sehr skeptisch gegenüber. Zum ersten der Schaffung von immer größeren, hipperen, lauteren und bombastischeren Attraktionen am Berg, die als Touristenmagneten diesen sollen. Diese ziehen nämlich keine wirklichen Wanderer an, sondern Stundentouristen, die eher eine Belastung für den Berg sind. Und zum zweiten dem Kahlschlag von Wäldern, nur um eine neue Lifttrasse bauen zu können.

So kommt es, dass man auf den Gipfeln der Alpen bald mehr Technik findet als Natur, mehr Action als Ruhe und mit mehr Kalorien runterfährt als man oben verbrannt hat. Man wird ja in Wahrheit nicht nur um das Wandern, sondern auch um das großartige Gipfelsturmgefühl gebracht. Denn seien wir uns ehrlich: ich bin noch nie aus einer Gondel ausgestiegen und hab mir gedacht: “Ja Wahnsinn, da steh ich nun.” Dieser erleichternde Seufzer, wenn du oben ankommst, der entkommt dir nur, wenn du den Berg selber bezwingst.

Ich habe ein paar Berichte über diesen sogenannten „Ausverkauf der Alpen“ raus gesucht:

Der österreichische Alpenverein erhebt auch immer wieder kritisch seine Stimme gegen solche gigantischen Liftprojekte, wie aktuell im Ötztal – Pitztal geplant.

Do: Pack deinen Rucksack, zieh dir die Wanderschuhe an, check die Wanderwegnummer(n) und mach dich selbst auf die Socken!

Don’t: Gehör zu denjenigen, die sich eine Stunde an der Talstation anstellen, hinauffahren, oben ein Foto machen, die höchste Ice-Gletscher-Rutsch-Hüpf-Bobbahn ausprobieren, essen gehen und wieder runter fahren. Und bitte behaupte nachher, du warst oben. Ganz oben. Denn ganz oben ist dort, wo die Gondel stehen bleibt. Ist doch klar.

Gipfelkreuz zu Fuß
Den Weg zum Gipfel selbst zu bewältigen, löst ein unglaubliches Glücksgefühl aus.

7. Berg = Sonne

Ich hab es oben schon kurz erwähnt: am Berg scheint die Sonne stärker. Also sie scheint nicht stärker, aber ihre Einstrahlung ist intensiver. Je 1000 Höhenmeter steigt die Intensität der UV-Strahlung um mehr als 15%. Das heißt, auf einem Berg mit 2500 Metern hast du eine um ein Drittel höhere Sonnenstrahlenbelastung als auf Meeresniveau.

Das heißt für dich nun nicht, dass du im Bikini wandern gehen sollst. Sondern dass du an die notwendigen Vorkehrungen denkst, so dass du nicht rot gebrannt wieder runter kommst. Dazu gehören natürlich Sonnencreme, eine Kopfbedeckung und – mein Favorit – leichte, aber UV-schützende Kleidung.

Und was noch gemein ist: Ganz hoch oben, dort wo die Gletscher sind (solange es sie noch gibt!), dort wird auch noch viel mehr Sonnenlicht reflektiert. Im Winter natürlich generell, wenn alle Berge hübsche weiße Hauben tragen. Zu glauben, dass man Sonnenbrillen nur im Sommer braucht, ist also ein fataler Irrtum. Überall wo es hoch und weiß ist, droht Schneeblindheit.

Bergwandern Ende Oktober Gastein
Ende Oktober auf 2000m: Kaiserwetter für kurze Shirts!

Mir ist ein besonderes Erlebnis in Erinnerung: als ich mit süßen 11 Jahren mit meiner Familie in Tirol auf Urlaub war und wir im Sommer Skifahren am Gletscher waren, konnte sich mein Vater – ungelogen! – drei Mal die Haut am Kopf abziehen. Die roten Verbrennungen rund um die Augen meines Bruders, die ihn wie den Teufel höchstpersönlich aussehen ließen, hab ich heut noch als Bild im Kopf. Ich hab es mit meinem Sonnenbrand auf der Nase noch halbwegs glimpflich erwischt. Wir waren gerade einmal vier Stunden oben. Vier Stunden! Für zwei Wochen Sonnenbrandaction!

Soll heißen: Kümmere dich auch um den Sonnenschutz, sobald du auf den Berg gehst. Egal ob Sommer oder Winter, ob Nebel oder Wolken. Die Sonne oben ist eine aggressive Diva, die dir deine Haut wegbrennen will. Nicht umsonst haben Bergsteiger ein vielfach erhöhtes Hautkrebsrisiko.

Do: Schütz dich und deine Haut. Creme sie ein, versteck sie, vermeide Wanderungen in der Mittagssonne. Irgend so was. Kümmere dich drum.

Don’t: Halte dich für viel klüger und mächtiger als der riesengroße Feuerball, der seine Strahlung hierher schickt. Glaube, du bist selbstverständlich von der ganzen UV-Belastung auf den Gipfeln der Berge ausgenommen. Viel Spaß die nächsten Tage!

Sonne am Berg im Winter
Selbst im Winter sorgt die Sonne am Berg für angenehme Temperaturen

8. Ein Klettersteig ist zum Klettern da

Nein? Doch! Oh! Klingt erstmal logisch, oder? Auf einen Klettersteig sollte man nur gehen, wenn man a) in der Höhe trittsicher ist und b) die richtige Ausrüstung dafür mit hat.

Dass es nicht ganz so logisch ist, beweisen ein paar lustige Zeitgenossen immer wieder. Das sind Leute, die Eisenleitern sehen und meinen: “Ach schau, da kraxel ich mal rauf.” Und dann kraxeln sie weiter und plötzlich stecken sie mitten im Fels fest. Ungesichert, versteht sich.

Solchen Leuten und allen, die es auch nur ansatzweise in Erwägung ziehen, einen Klettersteig einmal ein bisschen ‘anzuklettern’ sei gesagt: Lasst es! Bitte, wirklich. Das mag da oben niemand. Am allerwenigsten begeistert ist davon die Bergrettung, die dich dann unter großem Aufwand bergen muss – unter unter enormen Druck steht, weil sie wissen, dass du ungesichert in riesengroßer Gefahr bist. Und auch wenn du schon abgestürzt und tot bist, ist dir deine Bergung vielleicht egal, aber ein schöner Anblick ist das für die Retter nicht.

Klettern im Klettersteig nicht ohne Ausrüstung
Auch wenn der Steig manchmal leicht aussieht – ohne Set, Helm und die richtigen Schuhe kann es sehr gefährlich werden

Was in letzter Zeit auch immer wieder auffällt: Menschen aus aller Herren Ländern kommen in die Alpen und wollen eine Via Ferrata gehen, weil sie irgendwo davon gehört haben. Oft sind es auch die Tourismusbetriebe selbst, die Urlauber mit solchen Actionangeboten locken. Das Problem an der Sache: wenn man keinerlei alpine Erfahrung hat, geschweige denn schon mal einen Klettersteig mit einem geübten Bergführer gegangen ist, ist die Gefahr der falschen Handhabe der Ausrüstung und des Nicht-mehr-weiter-Könnens groß.

Ein Klettersteig ist kein Spielplatz. Und er ist auch kein Zuckerschlecken. Klar gibt es auch einfache Einsteiger-Ferratas, aber sehr viele Steige sind wirklich schwer. Auch für geübte Klettermaxis wie mich. Wenn du also noch nie einen Klettersteig gegangen bist, tu dir selbst einen Gefallen und steig nicht einfach ein. Schon gar nicht ungesichert. Es gibt in deiner Umgebung doch sicher wo einen Hochseilgarten – mach den!

Do: Übe in einem Hochseilgarten. Wenn dir das taugt, buch dir einen Bergführer und geh mit ihm (oder gut geübten Freunden) einmal einen einfachen Klettersteig. Erkenne deine Grenzen und steig nicht einfach falsch oder gar nicht gesichert in eine Via Ferrata ein.

Don’t: Glaub daran, dass du unsterblich bist. Auch wenn alle um dich herum mit ordentlicher Ausrüstung (Schuhe, Helm, Gurt, Seil) da rauf klettern: lass dich nicht davon abhalten, denen einfach die Schneid abzukaufen. Zur Draufgabe gibt´s dann vielleicht sogar einen Hubschrauberflug – ob noch lebendig oder tot, steht noch zur Debatte.

Klettersteig Einstieg
Steig nur in den Klettersteig ein, wenn du die richtige Ausrüstung dabei hast!

9. Tier und Mensch

Spätestens seit dem Prozess um eine Kuhattacke auf einer Alm, bei der eine Wanderin getötet wurde, diskutieren viele Leute über das Verhalten den Tieren gegenüber auf alpinen Wanderwegen. Und wenn ich mir so anschaue, wie sich manche Leute am Berg benehmen, bin ich ganz klar auf Seiten derer, die sagen: “Nicht der Bauer muss seine Kühe einzäunen, sondern die Menschen sollten endlich die Verhaltensregeln kennen!”

Ich bin seit vielen Jahren auf Almen unterwegs und schon hunderten Kühen und Stieren begegnet. Bis auf eine junge Kalbin, die mir hinterher gerannt ist, weil sie meinte, ich hätte im Müllsack etwas zu fressen für sie, habe ich dabei noch keine brenzlige Situation erlebt. Warum? Weil ich mich zu benehmen weiß! Kühe sind unglaublich sensible Tiere, und wenn man folgende Regeln beachtet, kommt man gut mit ihnen aus:

  • Führe einen Hund an der Leine: Kühe sehen ihre Kälber oder sich selbst durch fremde Hunde bedroht. Und auch wenn ich Hunde liebe: manche von ihnen sind einfach garstig. Man muss Almvieh nicht dadurch provozieren, dass der eigene Hund sie nervös macht. Führ ihn an der Leine, und wenn er einer ist, der andere Tiere gerne anbellt, dann bitte lass ihn daheim!
  • Bleib auf den Wegen: Kühe sind intelligent. Die sehen jeden Tag dutzende Wanderer und wissen, wo deren Wege sind. Und somit wissen sie auch, wo sie sich keinesfalls durch Menschen gestört fühlen müssen. Tu dir selbst also den Gefallen und bleib dort, wo sie dich vermuten und einschätzen können
  • Rede ihnen gut zu: Wenn nun eine ausgewachsene Kuh mitten auf dem Wanderweg steht, kann das schon mal umständlich werden. Je nach Sturheitsgrad will sie dann partout nicht weg. Es gilt hier das gleiche wie bei zwischenmenschlichen Begegnungen – mit Freundlichkeit kommt man weiter. Sprich ruhig mit der Kuh. Die verstehen dich, glaub mir. Ein dezentes “Du, gehst du bitte drei Schritte rüber, damit ich da weiter wandern kann? Da drüben ist das Gras auch viel saftiger!” hat solche Situationen immer noch entschärft. Hektisches Wacheln oder Schreien ist absolut nicht notwendig. Kühe haben meistens die Ruhe weg, tu es ihnen gleich.
  • Einen Stock dabei haben: aus irgendeinem unerfindlichen Grund mögen Kühe keine Stöcke. Je größer und holziger, desto unlieber sind sie ihnen. Führst du also einen mit, kannst du dir relativ sicher sein, dass sie dir aus dem Weg gehen. Mit einem Stock bringt selbst ein Kind eine Kuhherde dazu, sich wieder in Bewegung zu setzen, wenn sie die Straße blockieren. Wichtig: bitte nicht damit auf die Kuh hinhauen! Das macht sie nur aggressiv. Aber mit dem Stock auf dem Boden aufzustampfen wirkt im Falle des Falles. Gepaart immer mit bestimmten, aber ruhigen Worten.
  • Nerv sie einfach nicht: es ist so traurig, dass ich das schreiben muss. Aber wenn ich sehe, wie manche Leute die Kühe reizen und glauben, dass diese zur Belustigung auf den Almen stehen, treibt es mir die Kabeln raus! Dabei ist es so einfach: Geh einfach ruhig vorbei, nicht mitten durch die Herde durch, bleibt ruhig, sei niemals hektisch, und lass verdammt noch mal die Kälber in Ruhe.
Verhalten wenn Kuh nahe kommt
Es ist nicht schwer, mit Kühen gut auszukommen

So schwer ist es also nicht, mit dem Rindsviech am Berg irgendwie klar zu kommen. Zeig einfach Respekt vor deren Lebensraum und verhalte dich angemessen. Du gehst durch deren Zuhause, nicht umgekehrt! Und entschuldige meine harten Worte: wenn du zu stur bist, deinen Hund an die Leine zu nehmen, dann bleib einfach daheim! Niemand braucht auf der Alm Menschen, die absichtlich die grundlegendsten Verhaltensregeln missachten.

Steinböcke beim Wandern
Die Steinböcke am Hochlantsch sind überraschend zutraulich – dennoch halte Abstand!

Dasselbe gilt natürlich auch für alle anderen Tiere auf den Bergen. Murmeltiere kann man gut beobachten, aber bitte stör sie nicht. Gämsen und Steinböcke sind gerade in Schutzgebieten nicht scheu und bleiben in der Nähe der Menschen – lass sie dennoch in Ruhe und mach ihnen keine Angst. Füttere keine Tiere am Berg, die kommen ganz gut ohne deine Hilfe zurecht. Ich könnt noch ewig weiterschreiben ….

Do: Bleib Tieren am Berg gegenüber respektvoll, begegne ihnen ruhig und lass sie einfach in Frieden. Beobachten ist ok, aber ansonsten sei dir bewusst: du bist Gast in deren Lebensraum. Vermeide Hektik und mach bitte kein Tier aggressiv.

Don’t: Fühl dich wie im Erlebnis-Streichelzoo. Füttere alles, was dir unterkommt, lauf den Kühen hinterher und schrei die Steinböcke an. Und dann wirfst du am besten noch einen Stein nach ihnen, wenn sie nicht das tun, was du willst. Ich sitze in der Zwischenzeit auf meinem Bankerl und schau zu, wie du umgerannt wirst. Bevor ich Hilfe hole, denke ich mir aber: “Selber schuld!”.

Gämsen in den Bergen
Auch Gämsen wollen nur beobachtet und nicht gestört werden

10. Vorbereitung soll kein Fremdwort sein

Vorbe… was? Ok, zum Mitschreiben: V-O-R-B-E-R-E-I-T-U-N-G. Bevor du dich auf den Weg auf den Berg machst, solltest du einige wichtige Infos einholen, zum Beispiel über  Route, Höhenmeter und Wegbeschaffenheit. Also all die Dinge, die du wissen musst, wenn du nicht mit Turnschuhen total erschöpft auf einem hochalpinen Grat landen willst.

Um die Strecke zu studieren, kannst du dich dreier Hilfsmittel bedienen:

  • Wanderkarten
  • Wanderführer
  • Wanderapps

Wanderkarten zeigen dir zumindest die Wege und du siehst die Höhenstruktur und Streckenlänge. Mit ein wenig Hausverstand erkennst du dann: wenn du auf 1300m Seehöhe startest, und auf einen Gipfel mit 2000 Metern willst, gehst du zumindest 700 Meter bergauf. Ist der Weg inzwischen auch noch abschüssig, sind es sogar mehr. Das heißt, du solltest bei einer einer durchschnittlichen Gehzeit von etwa 300 Hm in der Stunde mit einem mindestens zweistündigen Marsch rechnen. In eine Richtung, versteht sich. Da ist die halbierte Horizontaldistanz von 4 km pro Stunde noch gar nicht dazugerechnet.

Wanderung zu einer Hütte
Es ist immer wichtig, Wegzeiten einschätzen zu können

Viel Denkarbeit nehmen dir Wanderführer in Buchform und praktische Wanderapps ab. Dabei hast du nicht nur die Streckenzeit und die Route selbst angegeben, sondern auch das Höhenprofil und eine mehr oder weniger detaillierte Beschreibung dazu. Bei den meisten ist auch eine Schwierigkeit mit angegeben, die du beherzigen solltest. Wenn erfahrene Wanderer eine Route mit “Schwer” deklarieren, dass solltest du als Anfänger Abstand davon nehmen.

Ein paar gute, praktikable Apps sind:

Bei den Büchern schwöre ich auf die Rother Wanderführer. Diese sind gut recherchiert und übersichtlich gestaltet.

Es wird dir in die Karten spielen, wenn du weißt, worauf du dich einlässt. Ist der Weg almig oder sehr steinig? Geht es gemächlich bergauf oder so richtig knackig steil hoch? Wie viele Höhenmeter sind zu überwinden? Wie lange werde ich ungefähr unterwegs sein? Wo führt der Weg entlang? Diese Fragen solltest du im Vorfeld klären und nicht einfach blauäugig drauf los spazieren. Die Nummern der Wanderwege zu kennen und zu wissen, auf welchem Terrain man sich bewegt, gehört zu einer guten Vorbereitung dazu – auch für geübte Berggeher. Mach es ihnen also einfach nach!

Do: Informiere dich über deinen geplanten Weg. Und zwar nicht nur dahingehend, wo die nächste Hütte ist, sondern auch, wie die Strecke beschaffen ist und welche Stellen herausfordernd sein könnten. Vor denen machst du am besten eine kleine Kraftpause.

Don’t: Weil Vorbereitung was für Angsthasen ist, pfeif einfach komplett drauf. Marschier einfach drauf los und jammere dann, weil der Weg gar so steil und das Gipfelkreuz noch gar so weit weg ist.

Wegweiser beim Wandern studieren
Bereite dich ordentlich vor, damit du dann weißt, wohin dein Weg dich führen soll

Noch ein paar Regeln für den Berg

Und weil mir 10 Wandertipps irgendwie noch nicht genug Raum geben, um das zu sagen, was ich sagen will, gebe ich dir hier noch ein paar geschriebene und ungeschriebene Regeln für deine Wandertour mit:

  • Am Berg grüßt man sich und ist per du: Das ist zwar keine Vorschrift, aber ein ungeschriebenes Gesetz. Generell sagt man, dass man sich auf über 1000 Meter einander mit DU anspricht. Und dass man sich grüßt. Ein freundliches „Grias di“ oder „Grias eich“ oder einfach ein „Hallo“ gehört einfach zum guten Ton.
  • Respektiere den Artenschutz: Ok, das ist tatsächlich gesetzlich geregelt. Es gibt Tier- und Pflanzenarten, die unter strengem Naturschutz stehen. Weil es notwendig ist, da sie sonst aussterben würden. Lass sie einfach alle in Ruhe. Wenn du ein hübsches Edelweiß siehst, mach ein Foto davon, aber pflück es nicht. Sollte dich jemand dabei erwischen, sind die Strafen zurecht hoch!
Edelweiß am Berg finden
Ein Edelweiß ist schön anzusehen – und streng geschützt!
  • Mach Platz für andere: egal ob am Gipfelkreuz, auf Leitern einer Klamm oder auf engen Trampelpfaden – denk daran, dass auch andere Menschen unterwegs sind. Blockiere also das Kreuz nicht, weil du 100 Fotos von dir machen willst, denn andere wollen das auch. Bleib stehen und lass andere vorbei. Und sei dir einfach bewusst, dass du auf dem Berg kein ultimatives Platzrecht hast. Das gilt auch für die Hütte. Wenn wenig Platz ist, lass andere sich zu dir auf den Tisch dazu setzen.
  • Bleib auf den markierten Wegen: sollte eigentlich klar sein, oder? Markierte Wege sind übrigens die mit einer rot-weiß-roten Flagge auf Bäumen oder Steinen. Abkürzungen werden oft gelb-weiß oder blau-weiß markiert.
  • Zu zwei gehen oder Bescheid geben: Am besten bist du am Berg nicht alleine unterwegs. Der Wanderpartner kann mit Trinken oder Essen aushelfen und im Notfall Hilfe holen. Wer aber dennoch gerne alleine geht, sollte immer jemandem Bescheid geben, wohin er geht und sich nach Ende der Tour auch zurück melden. Man wird im Falle des Falles sonst viel zu spät vermisst und niemand weiß, wo man suchen soll.

Der Alpenverein hat die wichtigsten Verhaltensgrundsätze kompakt hier zusammen geschrieben.

Wandertipps und Verhaltensregeln am Berg
Wandern kann so schön für ALLE sein, wenn man ein paar Regeln befolgt

Wandern für Anfänger – eigentlich ganz einfach

Das waren nun meine 10 Wandertipps für Anfänger. Ich hoffe, man hat meinen zynischen Ton rausgelesen. Das soll so sein! Ich bin es nämlich leid, zum hundertsten Mal Leute mit Flipflops am Berg zu sehen, liegen gelassene Verpackungen aufzuheben oder mich darüber zu ärgern, wie manche Personen mit Kühen umgehen.

Was ich nämlich nicht ganz verstehe: Wandern ist eigentlich ganz einfach. Ein paar Dinge, die es zu beherzigen gilt, eine gute Vorbereitung und die richtige Ausrüstung, und schon kann es losgehen. Wenn man einmal verstanden hat, dass die Berge so viel mächtiger sind als wir Menschen, und wir nur ein kleiner Teil dieser Natur sind, dann klappt es wunderbar, sich da oben respektvoll zu verhalten. Respektvoll auch sich selbst gegenüber – denn Leichtsinn und Überschätzung bringen vor allem dich selber in Gefahr.

Ja, der Artikel ist ein klassischer Rant gespickt mit Tipps. Weil ich es einfach satt habe, den Leuten am Berg den Müll hinterher zu räumen oder einer Familie eine Todesnachricht zu überbringen. Vor allem angesichts der Tatsache, dass einem sicheren und schönen Bergabenteuer nichts im Wege steht, wenn man sich an ein paar Regeln hält.


PS: mir ist aus eigener Erfahrung klar, dass viele unerfahrene Wanderer aus anderen Ländern als D-A-CH kommen. Wer die Muße aufbringt, diesen Text ins Englische, Holländische, Tschechische, Ungarische oder Chinesische zu übersetzen und auf seinem Blog posten will, darf dies mit Verweis auf diesen Originalartikel gerne tun. Mir ist die Sache ernst, ich will in den nächsten Jahren keine Flipflops tragenden Touristen am Berg, die ihren Müll mit rauf- aber nicht mit runter nehmen und am Ende des Tages auch noch der Bergrettung ihre Zeit stehlen, mehr sehen!

10 Wandertipps für ein schönes Gipfelerlebnis

 

Weiterführende Artikel

Hier verlinke ich dir meine Berichte von unseren Reisen in die Berge.

Berichte über den Norden des Gardasees, übers Wandern auf den Azoren und schöne Touren rund um Graz folgen bald!


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Verbreitung erlaubt :-)


13 thoughts on “Wandertipps: 10 Dos und Don’ts für Anfänger”

  • Was für ein super Artikel! Ich unterschreibe jedes Wort! Flipflopwanderer (besonders gern in Asien – „ich reise ja am liebsten nur mit Handgepäck!“), Leute mit einer Halbliterflasche Wasser in der Hand, „Kopfbedeckung? Wozu?“ – ich bekomme jedes Mal die Krise! Danke also für die tolle Anleitung ‚How to wandern“.

    • Danke dir!
      Ich bin ja auch schon mit Handgepäck zum Wandern gereist, aber zumindest gescheite Trekkingschuhe haben immer irgendwie Platz!
      Ich verstehe deine Krise also 😉

  • Word!
    Genau so und nicht anders!
    Und Raucher: Kommt schon, während ich meine Jause esse, muss das nebenbei echt nicht sein. Dann geh halt 3 Meter weg
    Und Idioten: Wenn ich Frage ob ihr Platz machen könnt dass ich ein Gipfelkreuzfoto mache (weil stolz und so…), dann tut mir doch den Gefallen. Ihr müsst nicht beim Gipfelkreuz sitzen um die Aussicht zu genießen. Das ärgert mich immer wieder – vor allem, weil das meist keine Anfämger sind, die sich direkt zum Kreuz setzen, sondern einfach nur ignorante A****, die einem die Freude vermiesen wolllen (Zitat: Wozu willst a Gipfelkreuzfoto machen, lad da ans ausn Internet runter)

  • Hey Barbara,

    also norddeutscher Flachländer darf ich mich wohl getrost als Wanderanfänger bezeichnen 🙂
    Tolle Tipps, von denen ich viele natürlich auch gar nicht kannte, da ich bisher auch nur ein mal in den Alpen war und sonst mit meinen Wanderschuhen nur durch die flacheren Gegenden in Deutschland laufe.
    Wenn es mich nochmal in die Alpen verschlägt. komme ich aber gerne auf deine Tipps zurück 🙂

    Besten Gruß
    Henrik von Fernweh-Koch

  • Liebe Barbara,
    ein wirklich toller und informativer Artikel!
    Gerade für Wanderanfänger sehr gut geeignet 🙂 Ich würde mich nicht mehr als Anfänger einschätzen, aber dennoch viele nützliche Tipps. Mir haben vor allem die Bilder auch unglaublich gut gefallen. Bei mir geht es am nächsten Wochenende wieder los.
    Ganz liebe Grüße,
    Kerstin

  • Hallo Barbara,
    super Zusammenstellung. So sollte es auch der letzte kapiert haben, wie man sich rücksichtsvoll verhält.
    Leider scheinen genau diese Leute solche Tipps nicht zu erreichen.
    Ich selbst habe es aufgegeben, andere auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen, das macht mich meistens nur noch mehr wütend. Stattdessen räume ich Unrat einfach gleich selbst weg.
    Toll, dass du Motivation und Engagement dafür hast!
    Daumen hoch!

    Liebe Grüße

  • Sehr gute Tipps! Ich erinnere mich an unsere erste Wanderung zu einem Gletscher. Eine junge Frau mit gerade angetrautem Ehemann auf Hochzeitsreise kam in Ballerinas. Es gab den ersten Krach und der eine Guide musste nach ein paar hundert Metern mit den beiden zurück bleiben. Allein ging nicht, wir waren in Alaska, sprich Bärenland, unterwegs.
    Da fasst man sich an den Kopf….
    Liebe Grüße
    Gabriela

  • Großartiger Artikel, der sollte eigentlich Pflichtlektüre sein für jeden, der „mal eben“ wandern gehen möchte zum ersten Mal. In Zeiten in Instagram und Influenzerchen ist es teilweise unfassbar, was man unterwegs alles für Leute trifft. Der Punkt mit der Selbsteinschätzung ist eigentlich mit am wichtigsten, damit steht und fällt der gesamte Rest im Prinzip. Dazu noch eine Portion gesunder Menschenverstand und Respekt vor der Natur, dann sollte es eigentlich nicht so schwierig sein. Wobei ich befürchte, den ein oder anderen Flipflop-Träger wirst du trotzdem noch treffen 🙁

  • Liebe Barbara,
    ich wandere unheimlich gern. Doch da ich aus Norddeutschland bin, wandere ich ehrlich gesagt eher selten in den Bergen.
    Von uns schnell erreichbar sind da eher die Hügel des Sauerlandes oder im Harz. 😉 Ansonten wanderen wir eher flach… oder auch mal im Watt (aber auch da sieht man viele Unwissenden, die oft „geretten“ werden müssen).
    Die Gelgenheit für Wanderungen in höheren Lagen ergibt sich einfach nicht so oft. Umso mehr Respekt habe ich auch davor.
    Deine Tipps sind umfangreich und ich bin immer wieder sehr überrascht, dass der ein oder andere Punkt überhuapt erwähnt werden muß.
    Lieben Dank für diesen ausführlichen und aufschlussreichen Bericht.
    Viele Grüße
    Tanja

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