Vielseitige Perle – der Gardasee

Vielseitige Perle – der Gardasee
Der Gardasee bietet neben seiner herrlichen Lage auch allerhand Möglichkeiten für Aktivitäten #gardasee #see #berge #wandern #sommer #urlaub #kultur #natur #italien #reisen #reiseblog #bericht
Vielseitiger Gardasee

Warum an den Gardasee?

Nun, der Gardasee ist natürlich unter Reisenden kein Geheimtipp mehr. Das sieht und spürt man vor allem in der Hochsaison an den mit Menschen gefüllten Straßen und Staus an der Gardesana – jener Uferstraße, die um den See verläuft. Und dennoch habe ich dort mein kleines persönliches Paradies gefunden. Denn – er bietet weit mehr als Gardaland und klassischen Badeurlaub. Welche landschaftlichen und kulturellen Schätze um den See verborgen liegen und einen Besuch allemal wert sind, möchte ich euch hier vorstellen.

Der See – ein Spektakel an sich

Okay, ich gebe zu, das war jetzt nicht besonders überraschend. Natürlich ist es der See als solcher, der es wirklich versteht, Menschen zu faszinieren. Er ist Anziehungspunkt für Menschen mit verschiedensten Interessen. Egal ob Schwimmen, Schnorcheln, Segeln, Surfen, Boot fahren oder Fischen, er bedient außerordentlich viele Wünsche. Im Norden tief und von idealen Winden umspielt ist er ein Mekka sowohl für Segler als auch für Kite- und Windsurfer, während gegen Süden hin das Wasser immer flacher und wärmer wie auch Klima immer milder wird und einen wunderbaren Strandurlaub an herrlichen Kies- oder Steinstränden ermöglicht.

Für Freunde der gepflegten Bootsfahrt sei angemerkt: man kann eigentlich überall am See Kapitän spielen – egal ob mit einem Kajak, einem Tretboot, einem ausgeliehenen oder gar eigenen Motorboot, wie auch mit einem Segelschiffchen. Die einzige Einschränkung ist der äußerste Norden rund um Riva und Torbole – hier ist den Surfern zuliebe das Fahren mit Motorbooten verboten. Wer sich lieber kutschieren lassen und bequem von einem Ort zum anderen kommen möchte, ohne sich mit Blechlawinen ärgern zu müssen, dem sei eine Fahrt mit einem Schiff der „Navigarda“, der örtlichen Schifffahrtsgesellschaft an Herz gelegt. Der meist angenehme Fahrtwind sorgt für Meeresfeeling und es bieten sich atemberaubende Blicke und Fotomotive vom Wasser aus!

Meine persönlichen See-Highlights

  • Die Strände rund um Manerba, vor allem in der Nähe der Rocca
  • Baden in Sirmione – das Wasser ist klar, flach und warm
  • Die lässigen Strandbars in Lontana – Cocktails in Strandstühlen, chillige Musik und Blick in den Sternenhimmel
  • Für mindestens 4 Stunden ein Motorboot ausleihen und mal über den See düsen – mit Booten bis zu 30 PS auch ohne Bootschein möglich (Preise sind unterschiedlich, aber mit 110€ muss man für 4 Stunden schon rechnen, Benzin exklusive)
  • Beim Schnorcheln im Wasser nach antiken Schätzen suchen – da liegt noch genug drinnen. Ich war bisher zwar erfolglos, aber ich gebe nicht auf 😉
  • Mit einem Boot der Navigarda vom Süden bis in den Norden hinauf fahren und am Abend wieder retour – Slow Travel mit grandioser Aussicht

Die Berge

Natürlich – Wander- und Mountainbikeinsider schätzen die Berge rund um den Gardasee schon lange. Von Norden her immer flacher werdend, sind sie sowohl für Klettersteiggeher als auch für Spaziergänger begeh- und befahrbar. Es handelt sich bei diesen Bergen um die Ausläufer der Dolomiten, nach Süden hin gibt es dann bis zum Appennin fast nur mehr Ebene. Sowohl an der Nord- als auch an der Ostseite des Sees befinden sich Gipfel in Höhen über 2000 Meter, und auch im Westen ist man noch auf über 1500 Metern unterwegs.

Besonders erwähnenswert ist der Monte-Baldo-Gebirgszug am nördlichen Ostufer des Sees. Man kann sich natürlich stundenlang an der von Malcesine ausgehenden Seilbahn anstellen und sich am Plateau mit tausenden Menschen die Aussicht teilen, oder aber man nimmt die vielen verschiedenen Wanderwege zum Cima Valdritta, dem höchsten Gipfel des Berges, in Angriff, um dann in aller Ruhe, aber ziemlich fasziniert von der einsamen Welt da oben mit dieser atemberaubenden Aussicht, zu staunen. Mutige können von den Gardaseebergen aus auch Paragleiten, Geschichtsinteressierte die alten Schießhöhlen und Verstecke aus den Kriegszeiten suchen und Tierliebhaber auf Fotojagd nach Gämsen, Murmeltieren und Adlern gehen. Oder man genießt einfach den weitläufigen Blick aufs Wasser.

Was ich nur weiterempfehlen kann

  • den Cima Valdritta von der Ostseite her über Ferrara gehen – die kürzeste, somit härteste, aber auch einsamste Wanderroute rauf (Edelweiß inklusive)
  • In einen etwas höher gelegenen Ort fahren (z.B. Tignale oder San Zeno) und einfach mal drauf los gehen – spannend worauf man alles stößt (meine persönlichen Highlights waren eine Höhle mit Tierknochen und ein alter, verlassener Bunker)
  • Ralleyfahrer spielen und über die Bergstraßen düsen – mit Vorsicht versteht sich – und bei schöner Aussicht stehen bleiben und genießen
  • La Rocca di Manerba – ein kleiner, feiner, leicht zu gehender Hügel im Westen, aber mit grandioser Aussicht – mutige wagen einen Blick über die Klippen und entdecken Wasser, das alle Blau- und Grüntöne spielt

 

Die Pflanzenwelt

Die Flora um das Gardaseegebiet herum ist ein Kapitel für sich. Mir sind von meinem allerersten Blick auf den See noch die rosaroten Oleanderblüten in guter Erinnerung. Ein Bild, dass sich eingebrannt hat. Hier findet man Palmen neben Kiefern, Olivenbäume neben Bambus, in den Bergen an versteckten Plätzen Edelweiß und im Wasser Schilfgürtel als Lebensraum für Vögel und Fische. Dazu natürlich noch die typisch italienischen Zypressen und so wundervolle Gärten, wie sie einfach nur Italien kennt. Aber auch die alten Limonae oder die mit Blumen geschmückten Balkongeländer an den Seeufern tragen ihren Teil dazu bei, dass der Gardesee für mich ein botanisches Wunderwerk darstellt.

Auf alle Fälle empfehlenswert

  • André Hellers Giardino in Gardone Riviera – ein kleiner, aber sehr liebevoller und natürlicher Garten mit sehenswerten Skulpturen
  • Ein Ausflug auf den Monte Baldo und dann etwas abseits der gekennzeichneten Wege gehen, um Edelweiß und Enzian zu hauf wachsen zu sehen (aber bitte nur in Form eines Fotos mitnehmen!)
  • In der „Grotte di Catullo“ in Sirmione Rosmarinluft zu schnuppern – hier wächst er nämlich als Hecke
  • Heimische Oliven genießen

Die vielseitigen Sightseeing-Möglichkeiten

Als Kultur- und Museumsliebhaberin punktet der Gardasee für mich natürlich nicht nur mit seinen geologischen und biologischen Gegebenheiten, sondern auch mit dem kulturellen Angebot. In jedem Ort rund um dem See gibt es Museen, interessante Kirchen oder alte Burgen und Schlösser. Außerdem gibt es viele Galerien und Konzerte.

Historisch gesehen war die Gardaseeregion immer schon ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt, sei es als wichtiger Sitz der Römer, der Frontlinie zwischen den Venezianern und Österreichern wie auch den Lombarden, als Geburtsort der Idee des Roten Kreuzes durch die Schlacht von Solferino, oder als Regierungssitz des italiensichen Diktators Mussolini. Jedenfalls wird einem am Gardasee auch an Nicht-Badetagen niemals langweilig, da es viel zu bestaunen und zu lernen gibt.

Meine persönlichen Vorschläge

  • Das „Il Vittoriale“ in Gardone – ein Museum und Kunstgarten, das seinesgleichen sucht. Ein Vermächtnis des umstrittenen italienischen Autors D´Annunzio
  • Die Burg in Malcesine – auf den Spuren von Goethe (ja, er war mal hier) eine weitläufige Aussicht auf die Umgebung genießen und im Museum interessante Infos über den Gardasee erhalten
  • Auf den Spuren des Roten Kreuzes – zuerst nach San Martino della Battaglia auf den Turm, danach nach Solferino in die Gebeinkirche und anschließend nach Castiglione ins Rot-Kreuz-Museum
  • Die Skaligerburgen in Sirmione und Torri del Benaco – nicht nur historisch interessant, sondern auch aufgrund der guten Aussicht von den Türmen
  • Die „Madonna della Corona“ – auf der Hinterseite des Monte Baldo, im Etschtal, schmiegt sich im kleinen Ort Spiazzi diese außergewöhnliche Kirche an einen Felsen und wirkt, als sie sich verstecken müsste. Doch keineswegs! Dieses faszinierende Gebäude sollte man wirklich erlebt haben.

 

Die Region um den Gardasee punktet aber auch noch mit weiteren Highlights. So gibt etliche Wasserfälle zu erkunden, andere hübschen Seen (z.B. Lago di Tenno) in Reichweite, und die wunderschöne Stadt Verona ist auch nicht weit. Zudem kann man hier nicht nur exzellent, sondern auch sehr vielseitig Essen, immerhin liegt der Gardasee im Grenzgebiet Trentino-Südtirol, Venezien und Lombardei, mit den jeweiligen regionalen Spezialitäten.

Ach, ich könnte noch stundenlang über den Gardasee schreiben (was ich auch noch tun werde 😉 ). Ich nenne ihn nicht umsonst „il mio grande amore“ 🙂 Aber fahr selbst hin und überzeug dich!

Ich bin natürlich nicht die einzige, die den See so toll findet! Schau auch mal bei meinen Bloggerkolleginnen rein:

Über die schönsten Orte am Gardasee hat Michi von Weltspuren geschrieben

Natascha von ReiseVegan nimmt uns mit auf eine Schifffahrt auf dem nördlichen Gardasee

Auf Trip to the Planet verrät Christina, warum ihre Radtour um den Gardasee zum Spaziergang wurde

 

Noch Fragen zum Gardasee? Schreibt mir einfach eine Nachricht oder hinterlasst einen Kommentar 🙂


Nützliche Links

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Du interessierst dich noch für andere Artikel rund um den Gardasee? Dann schau mal hier:

Bei Verdi in Verona – ein Operntrip in den Süden


 

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2 thoughts on “Vielseitige Perle – der Gardasee”

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