Reisetypen: Wie Persönlichkeit unsere Art zu reisen bestimmt

Es gibt so Fragen, die ich als Reisepsychologin sehr oft gestellt bekomme. Neben “Was ist Fernweh” und “Warum reisen Menschen” ist es die, in welche Kategorien man Reisende einteilen kann. Und dann muss ich erstmal tief ein- und ausatmen, um dann auszuholen. Denn: Ganz so einfach ist diese Beantwortung nicht. Ich versuche also hier ausführlich, aber einfach zu erklären, wie Persönlichkeit und Reisen zusammenhängen und wie das mit den Reisetypen ist.
Auch wenn uns dutzende “Psychotests” (wie ich dieses Wort hasse!) in bunten Zeitschriften etwas anderes zu verstehen geben, aber warum einzelne Menschen so Urlaub machen, wie sie das nun mal tun, darüber sind sich nicht mal Forscherinnen und Forscher einig. Klar ist: Die Persönlichkeit spielt dabei eine große Rolle. Wie bei so vielem im Leben hängt es von unseren Eigenschaften ab, was wir gut finden und was nicht, was uns Freunde macht und was uns eher abschreckt.
Und genau deshalb gibt es nun diesen Artikel: Er soll zeigen, was man in der Wissenschaft über das Thema weiß, was sich kluge Leute dazu überlegt haben und welche Faktoren man mit bedenken muss, wenn man Reisende aufgrund ihrer Persönlichkeit in Kategorien einteilen will.

Inhaltsverzeichnis
Was ist Persönlichkeit?
Die Persönlichkeit gilt als ein stabiler und dauerhafter Prädiktor menschlichen Verhaltens. Es sind individuelle Eigenheiten, die sich vor allem in charakteristischen Verhaltensweisen ausdrücken, etwa in zwischenmenschlichen Beziehungen, Arbeit oder Hobbies. Persönlichkeitseigenschaften beeinflussen sowohl das Denken, Fühlen und auch das Verhalten.
Wichtig dabei sind folgende Merkmale:
- Stabilität: Persönlichkeitseigenschaften verändern sich – wenn überhaupt – nur langsam und bleiben über längere Zeiträume hinweg relativ konstant
- Individualität: Jeder Mensch besitzt eine einzigartige Kombination von Eigenschaften, Motiven und Verhaltensweisen
- Situationsübergreifend: Persönlichkeit zeigt sich nicht nur in einer einzelnen Situation, sondern über viele Kontexte hinweg (Arbeit, Familie, Freizeit).
Warum interessiert sich nun die Tourismusforschung für Persönlichkeit? Weil diese einen großen Einfluss auf die Reisegestaltung hat. Schon die Entscheidung, ob man Urlaub machen will, hat mit individuellen Eigenschaften zu tun, und erst recht, wie und wo man ihn dann verbringen will. Daraus ergeben sich dann verschiedene Reisearten und Destinationen, die für eine Person in Frage kommen.
Persönlichkeit ist also etwas, was Urlaubsentscheidungen massiv beeinflusst. Und das passiert in den allermeisten Fällen kongruent, das bedeutet: Man wählt die Reise, die zu einem passt, denn wie oben erwähnt: Persönlichkeit ist situationsübergreifend. Man ist also nicht zu Hause gewissenhaft und introvertiert und auf Reisen plötzlich nach außen gekehrt und völlig ungeplant unterwegs. Oder wie ich gern sage: “Man nimmt sich auf Reisen immer selbst mit!”
Zusammenhänge zwischen Persönlichkeitseigenschaften und Reiseverhalten
Big Five & Reisen
Das am häufigsten in der Tourismusforschung verwendete Modell zur Beschreibung der allgemeinen Persönlichkeit ist das berühmte Big Five Factors – Modell von Costa & McCrae. Dieses Modell umfasst fünf Dimensionen: Offenheit für Erfahrungen (Openness to Experience), Gewissenhaftigkeit (Conscientiousness), Extraversion, Verträglichkeit (Agreeableness) und Neurotizismus (Neuroticism).
Dieses Modell ist eines der am besten erforschten in der Psychologie und die jeweiligen Merkmale können sehr gut anhand eines standardisierten Fragebogens erhoben werden. Die fünf Persönlichkeitsfaktoren wurden schon mit allerhand Verhaltensweisen in Verbindung gebracht, etwa Wahlentscheidungen, Jobvorlieben oder (un)gesundem Lebensstil.
Und auch in Bezug auf das Reisen sind die Big Five, die die Persönlichkeit eines Menschen gut und stabil abbilden, eines der nützlichsten psychologischen Konzepte im Tourismus.
Inwiefern die Eigenschaften die Wahl der Reisen bestimmen, hängt oft von der spezifischen Ausprägung und der Kombination der Faktoren ab:
O: Offenheit für Erfahrungen
Offenheit beschreibt ein hohes Interesse für Neuartiges: neue Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse. Sie sind an vielem, was um sie herum und in der Welt passiert, interessiert und lernen gerne neue Perspektiven kennen. Offene Menschen gelten als liberal, intellektuell, emotional und durchaus auch abenteuerlich mit Interesse für künstlerische Belange.
Was man aus der Tourismusforschung weiß:
- Hohe Offenheit korreliert mit Neugierde und dem Wunsch nach neuen und unkonventionellen Erfahrungen.
- Personen mit hoher Offenheit zeigen eine Präferenz für Abenteuer, ästhetische und Eskapismus-Erlebnisse, sowie für Aktivitäten wie Shopping, Bootfahren und sind an Fakten und Stätten historischer Monumente interessiert.
- Geringe Offenheit ist typisch für reine Strandurlaube und den Familien-Reisestil, die wenig körperliche oder mentale Aktivität suchen.
- Niedrige Offenheit ist auch ein Prädiktor für stärkere Ängste in Bezug auf Reisen
- Offenheit steht mit fast allen Reisemotivationen in positivem Zusammenhang
C: Gewissenhaftigkeit
Gewissenhaftigkeit ist mit Organisation und Planung verbunden. Personen mit hoher Gewissenhaftigkeit etwa handeln zielstrebig, zuverlässig und sorgfältig, während Menschen mit einem niedrigen Ausprägungsgrad eher spontan und ungenau agieren. Gewissenhaftigkeit ist also durch einen hohen Organisationsgrad, Pflichtbewusstsein, Disziplin und Vorsicht gekennzeichnet.
Was man aus der Tourismusforschung weiß:
- Hoch gewissenhafte Reisende sind gute Planer und zielorientiert. Sie bevorzugen vorhersehbare und sichere Aktivitäten.
- Sie sind eher an kulturellen und lernorientierten Erlebnissen interessiert, da sie organisiert sind und ihren Urlaub im Voraus planen und nach Leistung streben
- Niedrige Gewissenhaftigkeit wird mit Reisetypen assoziiert, welche Sport und Spiel als Unterhaltung im Urlaub bevorzugen, da diese als weniger organisiert und flexibler gelten. Weniger gewissenhafte Personen neigen auch zu risikoreicheren Aktivitäten (z. B. Abenteuer).
- Gewissenhaftigkeit hängt mit der subjektiven Bewertung des Reiserisikos zusammen. Sie meiden eher Aktivitäten mit Adrenalin-Kick und solche in der Wildnis.
E: Extraversion
Extraversion spiegelt die soziale Veranlagung und Energie wider. Ist jemand personenorientiert, gesellig, gesprächig und offen für Anregungen von anderen, kann man ihn als extravertiert bezeichnen. Neben Freundlichkeit gehört auch Durchsetzungsvermögen und Abenteuerlust zu den Merkmalen hoher Extraversion. Introvertierte Personen hingegen sind eher zurückhaltend und lieber alleine.
Was man aus der Tourismusforschung weiß:
- Hoch extravertierte Personen sind sehr gesellig, energisch, suchen Aufregung und sind aktiv. Sie genießen Gruppenaktivitäten und Outdoor-Aktivitäten.
- Sie sind positiv mit Party, Musik & Nachtleben, Sport & Spielen, Gastronomie-Events und Gesundheit & Wellness assoziiert. Hohe Extraversion kennzeichnet Menschen, die gerne auf Trails unterwegs sind und dort neue Bekanntschaften schließen oder die Gefallen an vielerlei Arten zu reisen finden.
- Niedrige Extraversion ist typisch für Reisende, die Aktivitäten mit minimaler sozialer Interaktion bevorzugen, wie kulturelle, Strand- und Bootsreisende.
- Hoch extravertierte Reisende mögen Aktivitäten mit viel Adrenalin und solche in der Wildnis
A: Verträglichkeit
Verträglichkeit hat ebenfalls etwas mit zwischenmenschlichen Verhalten zu tun und beschreibt quasi soziale Fähigkeiten. Menschen, die hoch verträglich sind, kann man vertrauen, sie sind loyal, altruistisch und kooperativ – im Gegensatz zu streitbaren und misstrauischen Menschen. Als Eigenschaften der Verträglichkeit sind auch Sympathie, Bescheidenheit und hohe moralische Ansprüche zu nennen.
Was man aus der Tourismusforschung weiß:
- Personen mit hoher Verträglichkeit werden als rücksichtsvoll und kooperativ beschrieben. Sie sind unterwegs auch anderen Reisenden gegenüber hilfsbereit und wissen, wie man sich in der Natur korrekt verhält.
- Hohe Verträglichkeit ist der stärkste Prädiktor für das Interesse an Soft-Adventure-Reisen und wird etwa mit Bootfahrern und Familienreisenden in Verbindung gebracht. Weniger interessiert sind sie an Party und Themenparks.
- Mögen Aktivitäten in der Wildnis und kulturelle Reisen.
N: Neurotizismus
Neurotizismus beschreibt die emotionale Labilität. Hoch neurotische Personen lassen sich als ängstlich, unsicher und verletzlich beschreiben, aber auch als sehr mit sich und den eigenen Emotionen beschäftigt. Sie neigen zu Ärger und Depressionen wie auch zu Maßlosigkeit und können Stressreaktionen weniger gut regulieren.
Was man aus der Tourismusforschung weiß:
- Personen mit hohem Neurotizismus werden oft als ängstlich und unsicher beschrieben und bevorzugen daher vertraute und sichere Reiseziele, um Risiken zu vermeiden. Sie neigen zu mehr Ängsten im Allgemeinen, aber auch zu Unmäßigkeit.
- Neurotizismus und Offenheit sind die einzigen Big-Five-Dimensionen, die in einer Studie signifikant mit Reisemotivationen in Zusammenhang stehen, wobei hoher Neurotizismus positiv mit Motivationen wie Selbstentwicklung & Verlässlichkeit sowie Neuheit & Aufregung assoziiert ist (was auf ein Bewusstsein für die Notwendigkeit hindeutet, an diesen Eigenschaften zu arbeiten).
- Der Teilaspekt “Unmäßigkeit” steht im positiven Zusammenhang mit Strandurlaub, während es mit Kulturreisen einen negativen Zusammenhang gibt.
- Neurotizismus kann mit dem Bedürfnis nach vorhersehbaren Urlauben in Verbindung gebracht werden, die in typischen Strand-/Hotel-Urlauben zu finden sind.
Sensation Seeking
Sensation Seeking ist eine Persönlichkeitseigenschaft, die durch das Bedürfnis nach abwechslungsreichen, neuen, komplexen und intensiven Eindrücken sowie die Bereitschaft definiert ist, für solche Erfahrungen physische, soziale, rechtliche und finanzielle Risiken einzugehen. In der Tourismusforschung besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen dieser Eigenschaft und spezifischen Verhaltensmustern bei Reisen.
Der Zusammenhang zwischen Sensation Seeking und Reiseverhalten
Personen mit einer hohen Ausprägung von Sensation Seeking (High Sensation Seekers) weisen ein charakteristisches Reisemuster auf:
- Präferenz für das Unbekannte: High Sensation Seeker reisen häufiger und bevorzugen exotische, weniger vertraute Ziele. Sie suchen aktiv nach Neuartigkeit und Abwechslung, um ihr individuell hohes optimales Erregungsniveau zu erreichen.
- Unabhängigkeit und Spontaneität: Sie bevorzugen unabhängige Reiseerlebnisse, planen ihre Reisen oft weniger detailliert im Voraus und neigen dazu, ihre Reiseroute während des Urlaubs spontan zu ändern.
- Risikobereitschaft: Sie nehmen Unsicherheiten und Gefahren eher in Kauf, da sie die Welt insgesamt als weniger bedrohlich wahrnehmen als Personen mit niedrigem Sensation Seeking.
- Aktivitätswahl: Sensation Seeking korreliert stark positiv mit dem Interesse an Abenteueraktivitäten (z. B. Bergsteigen, Fallschirmspringen) sowie Aktivitäten, die soziale Stimulation und Aufregung bieten, wie Nachtleben, Partys oder der Besuch von Konzerten.
- Vermeidung von Routine: Es besteht eine Abneigung gegen repetitive, strukturierte Situationen oder den Besuch desselben Urlaubsortes in aufeinanderfolgenden Jahren.
So können also Sensationssuchende als maßlos und selbstbewusst, aber nicht übermäßig ängstlich beschrieben werden. Man weiß, dass Menschen, die Nervenkitzel und Abenteuer suchen, eher wenig gewissenhaft sind in Bezug auf Ordnung, Pflichtbewusstsein, Leistungsstreben, Selbstdisziplin und Vorsicht. Diese Personen sind auch weniger anfällig, Angst in angstauslösenden Situationen zu empfinden; tatsächlich könnten sie sich zu diesen Situationen hingezogen fühlen.
Im Laufe der psychologischen Reiseforschung wurde ein eigener Sensation-Seeking-Fragebogen für Reisende entwickelt, die Brief Sensation Seeking Scale. Diese erfasst vier Skalen von Sensation Seeking, die – in unterschiedlichem Ausmaß – Reisevorlieben vorhersagen: Erfahrungssuche, Enthemmung, Langeweileanfälligkeit, Thrill- und Abenteuersuche.
Wer Strandurlaub bevorzugt, kann daher also auch als Sensationssuchender bezeichnet werden – warum, erkläre ich weiter unten. Die Ergebnisse zeigen auch, dass abenteuerlustige Reisende Sensationssuchende sind, da sie hohe Werte in Bezug auf Enthemmung aufweisen, gerne soziale Erlebnisse machen und sich leicht langweilen. Kulturreisende sind zwar Erfahrungssuchend, aber brauchen den Thrill nicht und sind auch nicht auf der Suche nach Enthemmung. Reisende, die sich gern verwöhnen lassen im Urlaub, sind eher keine Sensation Seeker.
Wissenschaftlich gefundene Reisetypen (Typologien)
Die Tourismusforschung hat verschiedene Typologien entwickelt, um Touristen zu klassifizieren, basierend auf soziologischen, psychologischen oder aktivitätsbezogenen Merkmalen. Und dabei herausgefunden, dass keine Typologie ohne die Untersuchung von Persönlichkeitsfaktoren auskommt.
1. Soziologische Rollen (Cohen, Yiannakis & Gibson, 1972)
Der ersten, die eine Typologie für Touristen beschrieben, waren Mitglieder der Arbeitsgruppe um Cohen 1972. Als Maßstab nahmen sie den Grad der Institutionalisierung und Unabhängigkeit an, woraufhin sich 4 Typen ergaben:
- Organisierter Massentourist (Organized Mass Tourist): Am wenigsten abenteuerlich, sehr organisiert, bevorzugt Vertrautheit und Pauschalreisen.
- Individueller Massentourist (Individual Mass Tourist): Ähnlich dem organisierten Massentouristen, hat aber mehr Kontrolle über Zeit und Route, unabhängig von einer Gruppe
- Entdecker (Explorer): Reist selbstorganisiert, sucht Kontakt zu Einheimischen, taucht aber nicht vollständig in die lokale Kultur ein.
- Vagabund (Drifter): Extrem unabhängig, meidet die Tourismusindustrie, sucht maximale Neuheit und minimale Vertrautheit, taucht in die Wirtskultur ein.
2. Psychografische Typologien (Plog, 1974)
Eine der bekanntesten Typologien ist das Allozentrismus-Psychozentrismus-Kontinuum von Plog (1974). Er nahm an, dass sich Touristen auf dem Kontinuum zwischen Allozentrismus und Psychozentrismus bewegen. Auch wenn seine beschriebene Typologie heute wegen der Eindimensionalität als überholt gilt, so war sie doch Grundlage für viele weitere Forschungsansätze und maßgeblich für die Typologisierung von Reisenden.
- Allozentriker (Venturers):
- Bevorzugen unabhängige Reiseerlebnisse in wenig erforschten, unüblichen Zielen.
- Sie sind intellektuell, unternehmungslustig, risikofreudig, neugierig, selbstbewusst, energisch und suchen aktiv nach Neuem.
- Allozentrismus bedeutet, den Fokus weg von sich selbst hin zu anderen Menschen, der Gruppe oder einer objektiven Außenperspektive zu verschieben.
- Psychozentriker (Dependables):
- Bevorzugen vertraute Ziele und organisierte Pauschalreisen.
- Sie sind ängstlich, unsicher und nicht abenteuerlustig; sie suchen Entspannung und Orte, die sie mit dem Auto erreichen können.
3. Zweidimensionales Extraversions-Allozentrik-Modell (Jackson et. al, 2001)
Dieses Typologie-Modell entstand aus dem oben erwähnten von Plog. Die Arbeitsgruppe rund um Mervyn Jackson fügte der Allozentrik-Psychozentrik-Dimension noch eine dazu, und zwar Extraversion-Intraversion. Damit ergaben sich nun vier Typologien:
- Entdecker (Allozentrisch/Introvertiert): eigenwillig, flexibel, erkundungsfreudig, selbstbestimmt. Sie wollen Gastgeber und ihre einzigartige Kultur kennenlernen, sind wenig organisiert, bevorzugen abgelegene / diskrete Reiseziele, wollen das eigene Wissen erweitern, suchen sowohl Ruhe als auch Herausforderung und wollen Menschenmassen sowie Spannungen vermeiden.
- Abenteurer (Allozentrisch/Extravertiert): spontan, unerschrocken, abenteuerlustig, innovativ, kulturell neugierig. Sie reisen gerne mit Freunden bzw. mit anderen unbekannten Touristen, wollen neue Leute kennenlernen (insbesondere Gastgeber), präferieren nicht organisierte Reisen, die Aktivitäten sind optional und nicht durchgetaktet, sie vermeiden Langeweile durch viele Zwischenstopps und spannende Erlebnisse, wollen verschiedene Kulturen entdecken und lieben das Freiheitsgefühl.
- Geführter Reisender (Psychozentrisch/Introvertiert): sorgfältig, vorsichtig, vorbereitet, überlegt, konservativ. Isolation oder Alleinsein werden präferiert (oder in einer abgeschlossenen Gruppe), sie reisen nur mit nahestehender Person, alles soll so organisiert sein, dass Sorgen, Missverständnisse oder übermäßige Ausgaben vermieden werden, Lieblingsziele werden immer wieder gerne besucht, sie wollen den Alltagsproblemen entfliehen, entspannen und Luxus genießen, ziehen das Vertraute dem Fremden vor.
- Gruppenreisender (Psychozentrisch/Extravertiert): gruppenorientiert, gesellig, umgänglich, zusammenhaltend, gruppenerhaltend. Unternehmen Reisen mit einer Gruppe von Freunden oder schließen Kontakt zu anderen Touristen auf Pauschalreisen, besucht gerne sonnige/strandige Reiseziele, die Touristen anziehen, genießt zahlreiche Aktivitäten wie Sportveranstaltungen und Freizeitparks.
4. Präferenzmodell nach Eachus (2004)
Eachus (2004) nahm sich das Modell von Jackson et. al. als Vorlage, kritisierte es aber dahingehend, dass die Typen sich zu ähnlich wären und nur anhand von Persönlichkeitsmerkmalen entwickelt wurden. Er schlug ein Modell der Urlaubspräferenzen vor, das auf der objektiven Wahl – also Angabe von Urlaubern – basiert und setzte diese dann in Relation zur Persönlichkeit. Das Modell umfasst also auch vier Typen, die sich in physischen und intellektuellen Bedürfnissen unterscheiden:
- Abenteuerpräferenz: Bevorzugt unabhängige, aktive Reisen zu abgelegenen und ungewöhnlichen Orten. Bucht am liebsten individuell.
- Strandpräferenz: Sucht Entspannung in der Sonne, mag Menschenmengen, Action und Nachtleben. Bucht am liebsten über ein Reisebüro.
- Kulturelle Präferenz: Ist daran interessiert, etwas über Kulturen zu lernen – sowohl in Museen, aber auch in Kursen. Umgibt sich gerne mit Einheimischen und ist auch bereit, die Sprache zu lernen.
- Verwöhnpräferenz: Möchte verwöhnt werden und Luxus erleben. Isst im Urlaub gerne und viel und geht auch gerne Shoppen. Präferiert ein Rundum-Paket.
5. Aktivitätsbasierte oder Präferenz-Typologien (Gretzel et al., 2004)
Diese Typen beschreiben stabile Reiseaktivitäten oder Präferenzen, die für Empfehlungssysteme und Marketing verwendet werden. Gretzel et al. identifizierten 12 Reisetypen, die stark mit spezifischen Aktivitäten korrelieren. Man muss anmerken, dass die letzten beiden Typen schon in der Grundstudie so selten gefunden wurden, dass sie oft gar nicht weiter untersucht wurden.
- Culture Creature (Kulturwesen): Sucht Theater, Museen, Festivals und historische Stätten. Neue Dinge zu lernen ist eine wichtige Reisemotivation. Besucht gern mehr als einen Ort auf einer Reise.
- Sight Seeker (Sehenswürdigkeiten-Sucher): Geht auf Besichtigungstouren. Sucht Aufregung, Aktivität und Gelegenheit, etwas Neues zu probieren. Besuchen gerne auch noch Orte am Weg zu ihrer Urlaubsdestination und bleiben gern flexibel.
- Family Guy (Familienmensch): Verbringe Zeit mit der Familie im Urlaub. Tradition ist dem Typ wichtig, ebenso wie relaxen. Auf kindgerechte Angebote wird Wert gelegt, die Landschaft ist dabei zweitrangig.
- All Arounder (Alleskönner): Geht dorthin, wo es viel zu tun und zu sehen gibt. All Arounders suchen den Thrill, aktiv sein ist sehr wichtig für sie. Andere Menschen zu treffen, ist ebenfalls eine wichtige Reisemotivation. Sie touren gerne herum und nutzen die Gelegenheit, Unbekanntes zu entdecken.
- Beach Bum (Strandfaulenzer): Liegt am Strand herum, minimale körperliche oder mentale Aktivität. Die Flucht vor dem Stress daheim stellt einen wichtigen Faktor beim Reisen dar. Shoppingmöglichkeiten und Aktivitäten in unmittelbarer Nähe zum Hotel werden gerne genutzt.
- Trail Trekker (Wanderer): Sucht Outdoor-Aktivitäten wie Wandern oder Radfahren. Schöne Landschaften sind das wichtigste Reisemotiv. Der Trail Trekker lernt gerne Neues, ist aber nicht unbedingt auf der Suche nach Aufregung. Bewegung ist ein zentrales Element seiner Reisen.
- History Buff (Geschichtsliebhaber): Interessiert an historischen Fakten und Monumenten. Reist gerne an ihm unbekannte Orte und lernt gerne etwas dazu. Präferiert durchaus Orte abseits des Mainstream und mag schöne Dörfer und Szenerien.
- Boater (Bootsfahrer): Liebt Bootsfahrten und Wasseraktivitäten. Mag gerne ein wenig Aufregung und entdeckt gerne Neues, allerdings liegt der Fokus auf Küsten, Strände und Gewässer. Er verbringt dabei auch gerne Zeit mit der Familie.
- Gamer (Spieler): Spielt, sucht fantastische Preise und Nachtunterhaltung. Isst dabei auch gerne gut.
- Shopping Shark (Shopping-Hai): Sucht Shopping, Nachtleben und Essen. Ausbrechen aus dem Alltag ist ebenso Thema wie Besuch von Messen und Märkten.
- Avid Athlete (Sportler): Sucht sportliche Aktivitäten. Ist immer am Ball, am Platz oder auf der Strecke.
- City Slicker (Stadtmensch): Mag es gerne urban mit viel Trubel. Besucht gerne Clubs, lernt gerne Menschen kennen und ist immer dort, wo eine Stadt pulsiert.
6. Typologie der Touristenrollen (Gibson & Yanniakis, 2002)
Gibson & Yanniakis unterteilten 2002 Touristen in 15 Kategorien auf Basis ihrer genannten Präferenzen, mit denen bestimmte Selbstbilder und Rollen einhergehen. Es ist das Modell mit den meisten Kategorien, die aber auch nicht sehr trennscharf sind und in Folgestudien in Faktorenanalysen auch immer wieder zu weniger Clustern zusammengefügt wurden.
- Sun Lover: Relaxen, Sonnenbaden an warmen Orten, Sand und Ozean
- Action Seeker: Liebt Partys, Ausgehen und neue Leute kennenlernen, durchaus für unkomplizierte romantische Erfahrungen
- Anthropologist: Am meisten interessiert daran, Einheimische kennen zu lernen, lokales Essen zu probieren und die Sprache zu lernen
- Archaeologist: Primär will er archäologische Stätten und Ruinen sehen, hat Spaß daran, alte Kulturen zu erforschen
- Organized Mass Tourist: Mag vorab organisierte Reisen, Pauschalreisen, macht gerne Fotos und kommt mit vielen Souvenirs zurück
- Thrill Seeker: Unternimmt gerne riskante, berauschende Aktivitäten, die ein emotionales Hoch bieten
- Explorer: Mag Abenteuerreisen, Orte abseits der üblichen Plätze erkunden und findet es spannend, den Weg dorthin zu bewältigen
- Jetsetter: Treibt sich gerne in Elite 5*Resorts herum, geht gerne in exklusive Nachtclubs und feiert gerne mit Prominenten
- Seeker: Sucht nach spirituellem oder persönlichem Wachstum um sich selbst und das Leben besser zu verstehen
- Independent Mass Tourist
- Independent Mass Tourist I: Sieht sich gerne typische Touristenattraktionen an, vermeidet aber Pauschalreisen oder organisierte Touren
- Independent Mass Tourist II: Plant Reiseziel und Hotelreservierungen selbst und entscheidet oft spontan
- High Class Tourist: Reist First Class, kommt in sehr guten Hotels unter, geht gerne zu Shows und genießt Haute Cuisine
- Drifter: Lässt sich gern von Ort zu Ort treiben (Hippie-Style)
- Escapist
- Escapist I: Liebt es, dem Stress und Druck zuhause zu entkommen und genießt den Urlaubsmodus
- Escapist II: Entflieht dem Alltag durch die Flucht an friedliche, einsame oder abgelegene Orte
- Active Sport Tourist: Geht im Urlaub gerne ausgiebig seinem Lieblingssport nach
- Educational Tourist: Nimmt an geplanten Studienreisen und Seminaren teil, um neue Fähigkeiten und Kenntnisse zu erwerben.
Anhand dieser vielen Typologien sieht man ganz gut: Es gibt nicht DIE fünf Reisetypen, in die man unterteilen kann. Mehrere Leute haben sich die verschiedensten Gedanken dazu gemacht, wie man Reisende einteilen kann und dies dann statistisch erhoben. Je nachdem, wie stark man differenziert bzw. wie grob man segregiert und je nachdem, welche Eigenschaften man der Analyse zugrunde legt, erhält man eben unterschiedliche Zugänge zu Typologien.
So findet man manche Typen, die anderen recht ähnlich sind, während andere nur einmalig auftauchen. Das hat auch mit der Häufigkeit zu tun. Kulturliebhaber etwa sind eine sehr große Gruppe unter Reisenden, daher kommen sie auch in vielen Modellen vor. Unterteilt man Reisende nämlich in möglichst wenige Typen, so bleiben natürlich die häufigsten übrig. Und, was auch gesagt werden muss und in den Studien auch immer betont wird: Niemand ist ein Typ zu 100%.
Zusammenhang von Persönlichkeit und Reisetypen
Wie genau die Persönlichkeit mit Reisetypen zusammenhängen, wurde in zahlreichen Studien untersucht. Wie es so ist in der Wissenschaft, kamen nicht alle zu demselben Ergebnis, da sowohl die Stichproben als auch die Befragungsmethoden unterschiedlich waren. Ich möchte hier die wichtigsten und stabilsten Ergebnisse erwähnen.
Reisetypen & Sensation Seeking
Sehr spannend finde ich das Ergebnis, dass etwa Strandurlauber hohe Sensation Seeker sein können. Das erwartet man zunächst nämlich nicht. Aber: Betrachtet man die Teilaspekte von Sensation Seeking wird klar, warum das so ist: Strandurlauber weisen im Durchschnitt wenig Hemmung und hohe Langeweileanfälligkeit auf (zwei der vier Merkmale von Sensation Seeking), auch wenn sie sonst kaum auf der Suche nach neuen Erfahrungen sind. Diese Menschen haben demnach ein Bedürfnis nach Anregung durch soziale Aktivitäten und nach Kontrollverlust und langweilen sich leicht. Gleichzeitig scheint ihr Wunsch, durch Reisen neue Erfahrungen zu sammeln, gering zu sein.
Viel klarer erscheint der Zusammenhang zwischen Reisetypen der Kategorie “Abenteurer” und Sensation Seeking. Menschen, die im Urlaub Abenteuer suchen, mögen soziale Kontakte, auch wenn diese riskant sind, und langweilen sich schnell in Gesellschaft und in bestimmten Situationen. Sie sammeln gerne neue Erfahrungen auf Reisen. Mit den Teilaspekten Erfahrungssuche und Enthemmung fand man stabile Zusammenhänge, während es beim Aspekt “Thrill” unterschiedliche Ergebnisse gibt. Es ist also nicht immer der Nervenkitzel, der Abenteurer antreibt, sondern eher die Suche nach neuen Erfahrungen. Entsprechende Typen wären Allozentriker nach Plog, Drifter sowie Explorer nach Cohen bzw. Gibson & Yanniakis, Abenteurer nach Jackson, Abenteuerpräferenz nach Eachus oder Alleskönner nach Gretzel.
Kulturreisende zeigen recht stabile Ergebnisse in den Studien: hohe Erfahrungssuche und wenig Enthemmung, insgesamt wenig Sensationssuche. Zumindest entspricht die Selbstwirksamkeit und das Streben nach Leistung der Beschreibung von Kultururlauben nach Eachus’ Modell, da das Ziel dieses Urlaubs darin besteht, etwas Neues zu lernen.
Genussreisende bzw. Luxusurlauber zeigen wenig Sensation Seeking, vor allem die Lust nach neuen Erfahrungen hängt negativ mit dieser Reiseart zusammen. Dies impliziert, dass Genussreisende im Urlaub wenig Interesse daran haben, neue Erfahrungen zu sammeln oder interessante Menschen kennenzulernen und auch keine Aktivitäten mit Thrill suchen.
Da Sensation Seeking mit zunehmendem Alter typischerweise abnimmt, findet man diesen Typus häufiger bei jungen Erwachsenen, die nach Action, Nachtleben und sozialen Kontakten suchen.
Reisetypen & Big Five
Auch hier wieder ein spannender Fakt, der in einer Studie gefunden wurde: Kultururlaub & Lernerfahrungen sind Präferenzen, die von neurotischen und gewissenhaften Personen angestrebt werden, mit einem negativen Zusammenhang mit ‚Offenheit für Erfahrungen‘. Diese Vorhersagen sind damit zu erklären, dass Neurotiker ängstlicher sind, daher das Reiseziel vor der Reise studieren, und gewissenhafte Personen organisierter sind und dazu neigen, ihre Urlaube im Voraus zu planen, was mit der negativen Offenheit übereinstimmt. Allerdings: nicht in allen Studien fiel das Ergebnis so aus. Man fand ebenso einen Zusammenhang zwischen Interesse an Museen und Offenheit für neue Erfahrungen. Das liegt wohl an der nicht ganz klaren Definition eines “Kulturreisenden”. Geht es mehr um formale Bildung oder mehr um das Erleben der lokalen Kultur?
Allgemein sind Personen mit einem höheren Maß an Offenheit für Erfahrungen tendenziell zufriedener mit ästhetischen und eskapistischen Erlebnissen als diejenigen mit einem niedrigeren Maß. Im Gegensatz dazu waren Personen mit niedrigerer Offenheit für Erfahrungen zufriedener mit Unterhaltungs- und Bildungserlebnissen im Vergleich zu denen mit höherem Maß. Extravertierte sind tendenziell zufriedener mit Bildungs- und eskapistischen Erlebnissen, aber auch mit jenen, die Einzigartigkeit und Exotik vermitteln.
Eine Studie erforschte diese Beziehung der Big Five und der 12 von Gretzel et al. (2004) vorgeschlagenen Reisepersönlichkeiten. Man fand signifikante Persönlichkeitsunterschiede zwischen den Reisetypten. Diejenigen, die Spiele jeglicher Art genießen (Athletentyp), historische Stätten, Einkaufen und Wasseraktivitäten, sind hoch in Offenheit für Erfahrungen. Strandliebhaber und jene, die gern Zeit mit der Familie verbringen, sind in dieser Dimension niedrig. Shopping- und Familientypen zeigen eine hohe Gewissenhaftigkeit, während Sportler- und Gamer-Typen in diesem Faktor niedrig scoren. Trekker- und Alleskönner-Reisetypen weisen eine höhere Ausprägung an Extraversion auf, Kulturreisende, Strandliebhaber- und Bootsfahrer-Typen eine niedrigere. Was die hohe Verträglichkeit betrifft, umfasst sie Bootsfahrer- und Familientypen, und niedrige Verträglichkeit den Gamer-Typ. Niedrige Neurotizismuswerte wurden mit Familien- und Alleskönner-Reisetypen in Verbindung gebracht.
Auch die Reisetypen von Gibson & Yiannakis wurden einige Male im Hinblick auf ihren Zusammenhang mit Persönlichkeitseigenschaften untersucht. Sonnenanbeter etwa gelten als neurotisch, aber auch gewissenhaft und offen. Archäologen und Luxustouristen als hoch extravertiert, ebenso wie Sporttouristen. Vagabunden wurden als wenig gewissenhaft beschrieben, Bildungstouristen als hoch verträglich.
Ist es alles nur Persönlichkeit?
Kann man nun sagen, dass allein die Persönlichkeit bestimmt, wohin und wie wir reisen und welche Reisetyp man ist? Nein, das wäre zu einfach. Schon alleine die Tatsache, dass Reisetypologien – sofern man sich überhaupt auf ein Modell einigen kann – nicht statisch sind, sondern sich im Laufe des Lebens verändern, zeigt, dass es da noch andere Einflussfaktoren gibt. Das Alter und die Reisekarriereleiter etwa haben darauf einen großen Einfluss. Die sogenannte Travel Career Pattern von Pearce ist ein spannender dynamischer Ansatz, der davon ausgeht, dass sich Reisemuster mit Reife und Erfahrung verändern.
Welche Faktoren unter anderem mitbestimmen, welcher Reisetyp man aktuell ist:
- Alter: Man findet bzgl. Alter nicht nur Unterschiede in den Reisetypen (jüngere präferieren Strandurlaub, ältere Kulturreisen), sondern auch im Hinblick auf Persönlichkeitsmerkmale (junge Menschen neurotizistischer, ältere gewissenhafter, jüngere scoren höher bei Sensation Seeking)
- Reiseerfahrung (Travel Career Pattern): Wie oft und wohin ist man bereits gereist, wie viel Erfahrung hat man gesammelt? Je mehr Erfahrung beim Reisen hat, desto eher ist man bereit, Neues zu erleben, weit zu reisen und sich etwa auf die lokale Kultur einzulassen.
- Lebensumstände / aktuelle Situation: Finanzielle Angelegenheiten, Reisepartner, Familie, Jobsituation, gesundheitliche Belange und Energielevel spielen eine große Rolle in der Frage, ob, wie und wohin man reist
- Bildungsstand: je höher der Ausbildungsgrad, desto eher werden unorganisierte Reisen bevorzugt
Auch wenn die Persönlichkeit mitbestimmend ist dafür, was wir auf Reisen tun und wie wir unseren Urlaub gestalten, so hat sie doch relativ wenig Einfluss auf die Reisemotivation generell (Eigenschaft Offenheit für neue Erfahrungen ausgenommen). Das liegt auch daran, dass die Reisemotivation von so vielen anderen Faktoren (Klima, Wünsche der Familie, aktuelles Stresslevel, internationale Krisen, usw.) abhängt. Die Gründe, aus denen jemand reist, sind also relativ unabhängig von der Persönlichkeit. Oder umgekehrt: Die Persönlichkeit entscheidet viel mehr über das WIE, aber wenig darüber, WARUM gereist wird.
Persönlichkeit und Reisen: Fazit
Nun ist ein langer Artikel zu Ende und ich hoffe, ich konnte mehr Aufklären als Verwirren. Simple Darlegungen sind in der Psychologie immer schwierig, weil es von so vielen Faktoren abhängt, wie wir Menschen sind, was wir tun und warum wir die Dinge so tun. Auch in Bezug auf das Reisen lassen sich keine plakativen „Reisende sind so und so“ – Aussagen treffen und man kann sie auch nicht einfach in ein paar Kategorien packen.
Mittlerweile gibt es einige kluge Vorhersagemodelle, die die Eigenschaften gewichten und sich so durch Fragen zur Persönlichkeit und Präferenzen ganz gut passenden Vorschlägen annähern. Aber wie es halt ist bei uns Menschen – 100% passgenau werden wir uns nie in einem Reisetyp oder einer Reiseart wiederfinden. Aber: Mittlerweile weiß man doch einiges über den Einfluss der Persönlichkeit auf unsere Reisepräferenzen – und das erklärt vielleicht, warum sich Reisende oft so uneinig sind darüber, wo es denn nun am schönsten ist!
Du interessierst dich noch für mehr Artikel über die Reisepsychologie? Hier geht’s lang:
Rücksichtlos und peinlich – über Fehlverhalten auf Reisen
Reiselust: Warum Menschen reisen
Reisen als Therapie – geht das?
Das Reiseverhalten der Babyboomer – Reisepsychologie einer Generation
Todesnachrichten und Trauer auf Reisen
Heimkommen vom Ausland – Probleme und Lösungsansätze
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