Balaton mit Kindern – Schlammschlachten und viel Eis

Balaton mit Kindern – Schlammschlachten und viel Eis

Der Balaton (dt. Plattensee) ist der größte See Ungarns und nach wie vor ein beliebtes Ferienziel. Nicht nur für Ungarn selbst, nicht nur für Segler, sondern ganz besonders für Familien. Schöne Strandbäder, vielseitige Möglichkeiten an Aktivitäten und günstige Preise sind dabei die ganz großen Argumente. Wer keine Angst vor Schlammschlachten hat, sollte also durchaus einen Urlaub am Balaton mit Kindern in Erwägung ziehen.

Warum Urlaub am Plattensee mit Kindern?

Jedes Jahr dieselbe Frage: “Wo fahren wir Gruppenurlaub?” Als ich noch im Kinderdorf gearbeitet habe, war das eine sehr essentielle und bedeutende Frage, denn immerhin war der gemeinsame Sommerurlaub ein Highlight für unsere Kids. Da wird dann schon mal die eine oder andere Regel ausgesetzt, über Schlafensgehzeiten hinweg gesehen und es gibt jeden Tag Süßes 😉 .

Nun, da ein Kinderdorf nun mal keine hippe Industriefirma oder eine Bank ist, war unser Urlaubsbudget für diese gemeinsamen Tage recht knapp bemessen. Umso mehr mussten wir also auch aufgrund der finanziellen Lage entscheiden, wohin es geht. Aus diesem Grund zog es uns bereits zum zweiten Mal in den Osten, nach Ungarn an den Balaton. Genauer gesagt in den unausprechlichen Ort Vonyarcvashegy ganz in der Nähe von Keszthely am Nordufer.

Am Balaton gibt es schon sehr seltsame Gestalten

Und es war eine sehr gute Entscheidung! Warum? Weil der See und die Gegend an sich sehr kinderfreundlich ist, und wir unseren Kids, die schon mit so viel Entbehrungen in ihrem Leben konfrontiert waren, um das Geld echt richtig viel bieten konnten. Und auch für uns großer Genuss um wenig Geld möglich war.

Kinderfreundliche Strandbäder

Wir waren mit den Kinder in zwei Balaton – Strandbädern. Direkt in Vonyarcvashegy gibt es ein sehr großes und weitläufiges, welches sehr stark auf Touristen ausgerichtet ist. Hier findet man viele Imbissstände, Geschäfte, aber auch Rutschen, Wasserhüpfburgen, Elektro- und Tretboote. Außerdem mehrere Spielplätze, Sandstrände und ein Pool für Kleinkinder. Da ist auch richtig was los!

Man sollte schon früh dort sein, um einen der begehrten Schattenplätze unter einem Baum zu ergattern. Der Eintrittspreis ist recht gering (etwa 2 €), man muss allerdings für Attraktionen wie Boote, Hüpfburgen oder Rutschen extra zahlen (jedoch umgerechnet nicht viel).

Das Strandbad in Vonyarcvashegy

 

Ein Sandkistenboot

Das zweite von uns besuchte Strandbad am Plattensee ist wesentlich kleiner und beschaulicher, und meiner Ansicht nach auch viel schöner – nämlich jenes in der Nachbarortschaft Gyenesdiás mit dem Namen Kaladstrand. Ebenfalls mit einem Sandbereich vor dem Wasser und einem Spielplatz ausgestattet, kann man hier auch noch im angrenzenden Kletterpark zwischen Baumwipfeln klettern, oder im See ein Tretboot mieten. Es gibt es sehr gutes und hübsches Buffet und ein Cafe am Gelände. Der Urlaub am Plattensee mit Kindern wird an diesem Strand zur puren Erholung. Hier ist der Eintrittspreis etwas höher, aber man wird auch mit mehr Ruhe belohnt – außer die mitgebrachten Kinder schreien einem die Ohren voll 😉 .

Ein Platz zum Spielen und Ruhen

In beiden Strandbädern geht es, wie generell am Nordwestufer, sehr flach und weitläufig ins Wasser hinein. Das ist, gerade mit Kindern, die noch nicht oder nicht besonders gut schwimmen können, ein riesiger Vorteil! Und auch kleine und große Kinder, die schon schwimmen können, dürfen das baden hier genießen. Denn ein Stückchen weiter draußen, wo aber stehen meist noch möglich ist, findet man die besten Voraussetzungen für ein lustige Schlammschlacht. Einfach kurz abtauchen, richtig viel Schlamm vom Boden ausfassen und sich gegenseitig überraschen – Action mit Kur für Haut und Haar sozusagen 😉 .

Wer geht mit die Burg stürmen?

Preis-Leistungsverhältnis am Balaton

Wie schon oben erwähnt, ist der Kostenfaktor manchmal entscheidendes Kriterium. Und das oft nicht nur für eine soziale Einrichtung, sondern auch für viele Familien. In Italien und Kroatien kriegt man nicht mehr für sein Geld als daheim, und wegfliegen ist eben auch nur selten drin. Hier ist Ungarn wirklich eine willkommene Destination – vor allem die weniger bekannten Orte am Balaton. Klar, in Siofok kann man schon mal Wucherpreisen unterliegen – das haben wir am Nordufer nie erlebt.

Essen und Ferienhaus

Wir waren sogar einmal in einem echt schicken Restaurant essen, um 190€ für 16 Personen (inkl. Getränken versteht sich). In gewöhnlichen Lokalen haben wir nie mehr 150€ bezahlt. Das Eis kostet etwa 0,70c pro Kugel, ein großes Softeis etwa 1,50€. Da ist schon jeden Tag eine Leckerei selbst für 8 Kinder drin 🙂 . Für´s Rutschen und Hüpfen muss man zwar auch bezahlen, aber die 6,60€ für elf Mal rutschen waren dank dem günstigen Essen und Trinken auch drin.

Von der günstigen Unterkunft gar nicht zu sprechen. Ein ganzes Haus für uns – und eines für 16 Personen ist nicht so leicht zu finden – um 700€ für 5 Tage. In Kroatien haben wir vergleichbares nur um fast das Doppelte gefunden. Auch das Einkaufen im Supermarkt ist günstig, wodurch sich die Kosten für´s Frühstück sehr gering halten.

Alles in allem haben uns 5 Tage für 8 Erwachsenen und 8 Kinder von 4 – 11 Jahren 2300€ gekostet, also ca. 143 € pro Person – und das aber mit allem, was das Herz begehrt: von lustigen Aktivitäten über Essen bis zum Umfallen, Spritzpistolen, Henna-Tattoos und täglich Eis für die Kinder und Eiskaffee für uns 🙂 . Unterkunft und Anreise inklusive. Da konnten sich die Kinder echt mal wie Könige und Königinnen fühlen!

Nur für Mutige – also alle Kinder 😉

 

Urlaub am Balaton für große und kleine Kinder

Am Balaton bekommt man also echt viel geboten für sein Geld und muss nicht jeden Euro – oder besser gesagt Forint – zweimal umdrehen. Das ermöglicht einfach auch viele kostenpflichtige Aktivitäten und das Gefühl, sich echt mal etwas gönnen zu dürfen. Wobei Kinder aber auch ohne diese viele Möglichkeiten haben, sich zu beschäftigen.

Für ErlebnispädagoInnen wie mich ist hier für gemeinsamen Spaß und sensorische Integration also genug zu finden: Sand und Steine zum Bauen und eingraben, Schlamm zum Bewerfen und Eincremen, Kletterpark und Gerüste zum Kraxeln und Angst spüren und bewältigen, eine Rutsche, die die Tiefenwahrnehmung fördert, Schilf zum Entdecken und flaches Wasser zum Spielen. So vergehen ein paar Tage mit Kindern wie im Flug! Und vielleicht heißt es dann nächstes Jahr wieder: “Fahren wir an den Balaton!”


Nützliche Informationen für einen Familienurlaub am Balaton

Anreise

Der Balaton ist gerade von Ostösterreich aus sehr schnell zu erreichen. Von Graz aus fährt man über Fürstenfeld etwa 3 Stunden an den Plattensee. Von Wien aus beträgt die Fahrzeit ebenso an die 3 Stunden. Man ist also sehr schnell in den Ferien!

Der Balaton liegt auch an einer Zugstrecke, wobei es sich hierbei um kleine Lokalbahnhöfe handelt. Man muss also mit mehrmaligem Umsteigen rechnen. Am besten man sucht sich eine Verbindung von Budapest oder Györ aus.

Wer von weit her mit dem Flugzeug anreist, der tut das am besten über den Flughafen Budapest. Mit einem Mietwagen erreicht man das Ostufer dann in ca. 1 1/2 Stunden. An das schöne Westufer braucht man etwa eine dreiviertel Stunde länger. Plant man also einen Urlaub am Plattensee rund um Keszthely, kann man auch einen Flug nach Wien oder Graz in Erwägung ziehen.

Buchtipps*

Unterkunftstipps*

Wenn du im Nordwesten tolle Ferienhäuser suchst, habe ich folgende Tipps für dich:

  • Das Ferienhaus Erna besticht durch eine ausgezeichnete Bewertung, was nicht zuletzt am hübschen Haus und den deutschsprachigen Vermietern liegt
  • Die Fészek Apartements sind fußläufig vom Bahnhof aus zu erreichen und auch der Strand ist nicht weit. Hier hat man auch ein Pool
  • In Balatongyörök ist das Topaz Apartement sicher die Unterkunft der Wahl. Fast am Strand, ein Garten mit Spielplatz und eine Grillmöglichkeit machen den Familienurlaub angenehm

Oder du suchst dir hier nach deinen eigenen Wünschen deine Unterkunft am Balaton:



Booking.com

*hier verweise ich auf Flüge, Hotels, Dienstleistungen oder Produkte, von denen ich überzeugt bin, die mir selbst hilfreich sind und waren. Warum? Zum einen gebe ich meine positiven Erfahrungen gerne weiter, zum anderen bessert es mein Reisebudget ein wenig auf, wenn ihr über meinen Blog etwas kauft. Es kostet euch nicht mehr, aber ich erhalte eine kleine Provision.


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