Apulien Roadtrip – Die Costa di Bari

Apulien Roadtrip – Die Costa di Bari

In meinem Überblicksartikel zu unserem Roadtrip nach Apulien konntet ihr schon lesen, wo wir überall waren. Hier beschreibe ich euch einzelne Stationen genauer. Heute: die Costa di Bari.

Costa di Bari

Der Küstenabschnitt zwischen Barletta und Torre Canne ist rund 140 Kilometer lang und weist viele alte Hafenstädte auf. Hier im Süden zeigt sich die Adria von ihrer besten Seite und bietet sowohl Sandstrandfans wie auch KlippenspringerInnen perfektes Terrain. Wir waren aus Zeitgründen nicht an der ganzen Costa unterwegs, sondern konzentrierten uns auf die drei benachbarten Hafenstädte Bari, Polignano a Mare und Monopoli. Diese waren von unserem Fixpunkt Casamassima aus recht gut zu erreichen, sowohl über die Schnellstraße, die an der Küste entlang geht (übrigens gibt es hier auch eine Zugstrecke), wie auch über die sehenswerten Orte Alberobello und Castellana.

Bari

Bari ist die Hauptstadt Apuliens und somit auch die größte Stadt in dieser Region. Allerdings, der Großteil der ca. 320.000 Einwohner lebt in den neueren Stadtvierteln, die eigentlich nur Wohngegend sind und für Sightseeingliebhaber nichts Spannendes aufzuweisen haben. Somit bleibt ein relativ überschaubarer Altstadtkern, der es wert ist, besichtigt zu werden. Einzig die an die Altstadt angrenzende Neustadt (etwa bis zum Bahnhof) mit ihren zahlreichen Geschäften ist zumindest für Shoppingsbegeisterte interessant. Zum Parken empfehle ich wärmstens den Parkplatz südlich vom Stadtstrand, den „Parcheggio Pane e Pomodoro“. Hier bezahlt man für das Tagesticket nur 1€ und hat sogar einen Shuttlebus ins Stadtzentrum dabei. Bewacht ist er auch noch, also wunderbar. Und wer nach oder vor der Stadtbesichtung ins Meer springen möchte, findet am etwa 500m langen Stadtstrand Gelegenheit dazu.

Nun gut, wir konzentrierten uns also auf die Altstadt nördlich des Corso Vittorio Emanuele (gibt es diese Straße eigentlich in jeder italienischen Stadt? – uns kommt es so vor 😉 ), einer großen palmenbesetzten Straße, welche die Viertel teilt. Die meiste Zeit irrten wir in den vielen kleinen Gassen umher, in denen es, zumindest im östlichen Teil der Altstadt, nicht wirklich etwas zu sehen gibt. Man kann hier allerdings recht gut nachvollziehen, wie das Leben in einer alten italienischen Großstadt früher gewesen sein muss – Männer, die vor ihren heruntergekommenen Häusern, von denen schon der Putz bröckelt, Platz nehmen für einen Vormittagsplausch und Frauen, die den Gestank in den Gassen mit der frisch gewaschenen Wäsche, die sie gerade aus den Fenstern auf die Leinen hängen, etwas übertünchen. Muss mal auch mal erlebt haben.

Wir suchten in dem Labyrinth nach etwas Großem und wurden schon bald bei der Basilika San Nicola fündig. Die Kirche ist dem Stadtheiligem, dem Hl. Nikolaus, gewidmet und ist recht hübsch anzusehen. Genauso die Cattedrale San Sabino, die nicht allzu weit entfernt liegt. Bei beiden ist der Eintritt frei. Rund um diese Kirchen ist es auch lebendiger, denn hier gibt es nicht nur Wohnungen, sondern auch kleine Touristengeschäfte und Cafés. Man spürt hier einfach die Nähe zum Kreuzfahrthafen. In der Nähe dessen liegt auch das Castello Normanno-Svevo, welches auch zu besichtigen ist – außer für uns, denn wir waren dienstags hier, und da ist es leider geschlossen.

Also spazierten wir weiter zur Piazza Garibaldi und dann den Corso wieder hinauf, womit unsere Altstadtrunde komplettiert war. Weil mich mein Shoppingnäschen nie im Stich lässt, bogen wir einmal in die epochalen Einkaufsstraßen ab und wurden im Desigual-Shop auch fündig. Anschließend besichtigten wir noch den alten Hafen, der ein wirklich toller Fotohotspot ist, und machten uns dann an der Strandpromenade entlang wieder auf den Weg Richtung Auto. Außer den beiden Kirchen, dem Castello und dem kleinen Hafen hat uns Bari jetzt nicht so vom Hocker gehauen, und deshalb fuhren wir auch gerne weiter ins benachbarte Polignano a Mare.

Polignano a Mare

Viele können mit dem Namen der kleine Stadt zwar nichts anfangen, kennen aber die Bilder von dem seltsamen kleinen Strand oder haben schon mal Videos von den Klippenspringern hier gesehen. Wofür Polignano aber auch bekannt, ja sogar weltberühmt ist, ist ein ehemaliger Einwohner, nämlich Domenico Modugno. Kennt ihr nicht? Naja, aber seine Lieder wahrscheinlich. Zumindest das allseits bekannte „Volare“ weiß fast jeder mitzusummen. Man hat ihm in Polignano sogar eine große Bronzestatue gewidmet, die viele Fans für ein gemeinsames Foto mit dem Star anzieht.

Das Städchen selbst besticht durch seine wirklich ausgezeichnete Lage und niedliche Kleinstadtgassen, bei denen so richtiges Italienflair aufkommt. Hier hat man das Gefühl, dass die Häuser und die Felsen regelrecht ineinander verschmelzen, und so ergibt sich auch die einzigartige Kulisse.

Zunächst einmal ein praktischer Tipp: Das Parken in den öffentlichen Zonen ist sehr teuer! Wir haben durch nachfragen einen privaten Parkplatz gefunden, der verschmerzbare 4€ für den ganzen Tag kostete. Dieser ist ganz in der Nähe der öffentlichen Flächen, in einer versteckten Einfahrt. Einfach nach Leuten, die mit Bauchtasche herausen sitzen Ausschau halten, oder bei den Ständen nachfragen.

Angesichts der Hitze beschlossen wir, den Nachmittag an dem heillos überfüllten kleinen Strand zu verbringen, schließlich wollten wir dort immer schon mal hin. Im Wasser gibt es dann die Möglichkeit, die Höhlen zu erforschen, was wir natürlich in Angriff genommen haben. Auch die herumliegenden Felsen sind teilweise erklimmbar und laden zum Springen von jeder Höhe ein. Die ganz Mutigen wählen den Weg über die oben genannte Statue von Modugno, um wirklich von ganz hoch oben zu springen. Dazu reichte mein Selbstvertrauen allerdings nicht, und so wurden es nur unspektakuläre Sprünge aus etwa drei Meter – was mir aber schon einiges abverlangt. Nach viel Spaß im Wasser und leckeren Cocktails der Strandbar erkundeten wir dann abends die Stadt.

Polignano ist gekennzeichnet von schmalen, lieblichen Gassen, kleinen Handwerksgeschäften und vielen Menschen. Die Leute strömen offensichtlich in Massen in die beschauliche Stadt, um diesen einmaligen Strand, die Klippenspringer, Modugno´s Statue und die grandiosen Aussichtspunkte zu bewundern. Will man also wie wir in der Stadt zu Abend essen, ist man entweder rechtzeitig im gewünschten Lokal oder reserviert – denn die Plätze sind rar bei so vielen Menschen! Wir waren übrigens ein paar Schritte außerhalb des Zentrums essen – im „Primi e Vini“, und es war ausgezeichnet, ich kann es nur weiterempfehlen 🙂

Abends werden die Straßen durch das Zentrum für Autos gesperrt und zur Fußgängerzone umgewandelt – hier herrscht in der Hochsaison dann reges Treiben, und es finden viele Veranstaltungen statt. Wir haben uns nach dem Essen noch ein Eis geholt und den sensationellen Anblick des Städtchens bei Nacht auf uns wirken lassen.

Monopoli

Diesen Namen kennen vermutlich alle – aber verbinden damit wohl kaum die alte, aber jung pulsierende Stadt etwas südlich von Polignano a Mare. Uns ging es ganz gleich, aber genau deshalb waren wir neugierig, was uns in der Kleinstadt wohl erwarten würde. Ohne viel Vorahnung machten wir uns also auf den Weg nach Monopoli, um schnell festzustellen, dass wir noch nie so ein Verkehrschaos erlebt haben wie hier. Verkehrszeichen und Ampeln waren Mangelware, die anderen Fahrer rasten durch die schmalen Straßen, man musste sich riskant hinausquetschen wenn man auch fahren wollte, und zwischendurch auch auf die unzähligen Fußgänger aufpassen. Dennoch – oder gerade deshalb – bleibt der Verkehr flüssig und niemand verliert die Nerven (außer ich beinahe 😉 ). Geparkt haben wir dann beim großen Platz etwas oberhalb der Altstadt (Piazza Vittorio Emanuele II), von welchem aus man die Fußgängerzone schnell erreicht.

Die Altstadt von Monopoli ist nicht sehr groß und kann recht schnell zu Fuß erkundet werden. Spaziert man die Via Garibaldi hinunter, macht sich sofort der Flair einer recht hippen Hafenstadt breit – eine durchaus junge Gastroszene, kleine Shops mit echtem, modernen Kunsthandwerk und coolen Dekorationen. Hier kann man auch ausgezeichnet vegetarisch/vegan essen, oder sich einmal italienisch interpretierte Burger genehmigen. Cocktailbars findet man auch etliche, wie auch Gelaterie mit leckerem hausgemachtem Eis (Gelato artigianale). Abseits der kulinarischen Genüsse bietet Monopoli einen alten, architektonisch interessanten Hafen. Hier lohnt sich ein Spaziergang auf der Hafenmauer beim kleinen Castello, welches manchmal auch für Ausstellungen geöffnet hat.

Danach kann man durch die kleinen Gassen spazieren und sich ein paar der öffentlich zugänglichen Kirchen anschauen. Ganz interessant fanden wir hierbei die Chiesa della Purgatorio – in einem Nebenraum stehen nämlich die Skelette von ehemaligen kirchlichen Würdenträgern – für Freunde des Morbiden wie mich unglaublich spannend anzusehen 🙂

Wer Abkühlung sucht, ist in und um Monopoli auch gut aufgehoben. Wenige Kilometer südlich befindet sich der Capitolo, ein felsiger Küstenabschnitt mit kleinen Sandstränden dazwischen und vielen Strandlokalen. Auch hier zeigt sich die karstige Küste mit ihren Höhlen und Felsen zum Springen von ihrer besten Seite. Wir haben uns ein nettes Plätzchen gesucht und uns wie kleine Kinder gefreut, dass sich hier herunten in Apulien die italiensiche Seite der Adria endlich mal etwas wild und relativ sandfrei zeigt 😉

Wir haben uns also auf die untere Hälfte der Costa di Bari konzentriert, und waren ziemlich beeindruckt von der Küste in diesem Abschnitt und den Städtchen Polignano und Monopoli. Solltet ihr also in Apulien unterwegs sein, lohnt sich ein Abstecher hierher allemal 🙂

Nützliche Links*

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