Das Leben ist eine Reise

Das Leben ist eine Reise

Das Leben ist eine Reise – über diesen Satz bin ich vor kurzem in einem E-Book gestoßen, in dem es darum geht, mit eigenen Ängsten umzugehen (übrigens ein sehr empfehlenswertes Buch 🙂 ). Und ich habe lange über den Satz nachgedacht. Dabei sind mir immer mehr und mehr Parallelen zwischen Reisen und dem Leben aufgefallen. Diese Gedanken möchte ich natürlich mit euch teilen und euch an meinen Reflexionen dazu teilhaben lassen.

Der perfekte Ort, um sich über das Leben Gedanken zu machen

Was ist das „Leben“ überhaupt?

Puh, warum habe ich mir selbst nur diese Frage gestellt? Ich kann sie ja nicht wirklich beantworten. Schon gar nicht mit einer klaren Definition. Außer vielleicht, dass es ein biologischer Zustand ist. Aber das alleine ist es ja nicht, wir sind ja zu sehr komplexem Denken und der Schaffung eigener Realitäten fähig. Ich denke, das Leben macht das aus, was ich von ihm erwarte. Und dadurch definiert sich dann mein Bild vom „Leben“. Dazu gehören für mich sehr wohl unsere Körperlichkeit, aber auch unser Gefühlsleben, unsere Denkprozesse, unser Wirken auf andere. Eben das, was uns als Menschen ausmacht. Das Leben selbst spielt sich dann in dem zeitlichen Kontinuum zwischen Geburt und Tod ab und ist voll mit dem, was wir mit unseren Fähigkeiten draus machen.

Neuer Tag, neues Glück – im Leben wie auf Reisen

 

Was hält es für uns bereit?

Das Leben, wie auch das Reisen, hält viele Dinge für uns bereit. So zum Beispiel wunderbare Momente, schöne Erfahrungen und auch helfende Wegbegleiter, die uns den Weg erleichtern. Wir sind aber auch konfrontiert mit Hindernissen, mit Frustrationen, mit negativen Gefühlen und Erschwernissen. Wohl jeder kann sowohl positive als auch negative Erlebnisse von seinen Reisen erzählen, und wie im Leben kommt es auf die Menschen drauf an, was davon bleibt: Was gewichtet man schwerer, was lernt man vielleicht aus negativen Situationen, wie lange kann man vom Positiven zehren? Nimmt man die Hürden als Blockade oder Herausforderung wahr? Und wie sehr ist man bereit, alles für die Verwirklichung der eigenen Träume zu tun?

Lässt man sich von negativen Ereignissen entmutigen, aufhetzen oder lange belasten, oder versucht man die Dinge in einem anderen Licht zu sehen, daraus zu lernen oder zu akzeptieren? Und wie sehr versuche ich mir das Leben schön zu gestalten, indem ich mich auf die Suche nach glückseligen Momenten und Orten mache?

Jede Reise und jedes Leben ist mit Abenteuern konfrontiert, und zum einen bestimmen (vor allem in den ersten Lebensjahren) unsere Mitreisenden, später aber nur wir selbst, wie wir mit diesen Abenteuern umgehen. Wir können uns ganz bewusst entscheiden, das Abenteuer anzunehmen, und selbst wenn wir nicht die Fähigkeit dazu haben, dann können wir erst versuchen, diese Fähigkeiten zu erlernen. Ich kann selbst entscheiden, ob ich mein Leben (oder eben meine Reise) lang in einem Fahrzeug verbringe, von dem aus ich die vorgegebenen Dinge sehen kann, oder ob ich aussteige und die Welt selbst erkunde.

Unglaublich, wo uns das Leben oft hin verschlägt

Wo geht die Reise hin?

Durch diese Überlegungen ergeben sich natürlich zwei Antworten: entweder ich bleibe auf den gewohnten Strecken oder ich begebe mich in unbekanntes Terrain.

Reisen auf gewohnten Pfaden

Wir bekommen bereits mit unserer Geburt einen Weg vorgegeben – auf dem werden wir eine Zeit lang von unseren Eltern (oder anderen Personen die uns „erziehen“) begleitet. Wir gehen dorthin, wo sie sagen, und kriegen eine Vorstellung davon, wie unser weiterer Weg aussehen soll. Nun kann es eben sein, dass wir diese Vorstellungen unserer Mitmenschen selbst wahr machen – wir lassen uns sozusagen „kutschieren“, lenken niemals selbst, biegen nicht ab. Und ich bin jetzt einmal frech und behaupte: genausowenig wie ein ständiges Daheimbleiben eine Reise ist, genauso wenig ist das Erfüllen von Ansprüchen anderer Menschen ein Leben.

Wobei es aber auch nicht immer Ziel sein muss, gewohnte Pfade ganz zu verlassen – sie können große Sicherheit bieten und meist warten dort altbekannte Menschen auf uns, die im besten Fall schöne Erinnerungen in uns wecken. Wenn nicht, vielleicht lernen wir bei unserer Rückkehr, die Straßen von damals zu verstehen. Man kann auch mehrmals im Leben an denselben Ort reisen, ja warum denn nicht, wenn man sich dort wohl fühlt und sich Glücksgefühle einstellen. Aber das besondere an diesen Orten ist eben, dass man nicht ständig dort ist, auch mal weg geht und vollbepackt mit neuen Erfahrungen zurückkehrt. Um an den bekannten Orten dann vielleicht selbst Menschen zu begleiten und in die Welt zu entlassen.

Schon oft da gewesen, und trotzdem jedesmal auf´s Neue schön

Reisen ins Unbekannte

Bei diesen Reisen sind wir mit uns selbst und unseren Gefühlen stark konfrontiert. Es stellen sich vielleicht Zweifel und Ängste ein, aber auch Freude, wenn man Dinge vollbracht hat, die man bisher nicht kannte oder konnte. Wir lassen uns dabei überraschen und erleben oft die ganze Palette von Wut auf verschiedene Situationen oder Menschen, die wir aufbieten können. Das Unbekannte erfordert Mut – und bringen wir den auf, wachsen wir an uns selbst. Die ganz mutigen gehen vielleicht sehr weit, die weniger mutigen nur ein paar Schritte, aber sich nicht von den eigenen Ängsten kontrollieren zu lassen, fühlt sich immer gut an, egal wie weit wir uns ins Unbekannte trauen. Wenn wir selbst, unsere Gedanken und Gefühle, dort unterwegs sind, kann Großartiges und Neues entstehen.

Bei all den Eindrücken und Erfahrungen ist es jedoch wichtig, Ruheoasen zu haben oder welche zu schaffen, die uns das Durchatmen für das nächste Abenteuer erlauben. Vielleicht befinden sich diese Ruheoasen auf unseren gewohnten Pfaden, an denen wir unsere Systeme wieder herunter fahren können. Vielleicht entdecken wir im Unbekannten welche, die einmal zu einem bekannten Trampelpfad werden.

In einer unbekannten Straße wartet hinter jeder Ecke etwas Neues

Wir reisen also, ob wir wollen oder nicht

Ja, genau: so wie das Lebendige nicht nicht leben kann (denn dann wären es ja tot), oder wir nicht nicht kommunizieren können (auch ein Schweigen ist Kommunikation), so können wir nicht nicht reisen. Unser Leben fließt, unsere Reise findet statt, ob wir wollen oder nicht. Die Frage ist nur: Machen wir mit? Wir haben viele Stationen auf unserer Reise, die wir passieren, und wir sind verantwortlich dafür, wie sie weitergeht. Wir sind mit unglaublich vielen Ressourcen ausgestattet, die wir oft erst ausgraben müssen, aber die potenziellen Fähigkeiten der menschlichen Psyche sind so riesig, dass wir bestimmt ein bisschen was in uns finden 🙂 Augen auf!

Auch wir können Segel setzen und bestimmen, wie schnell wir vorankommen

 

Nützliche Links*

Genau an dem Tag, als ich den Artikel fertig getippt habe, lief am Abend im TV ein unglaublich berührender Film, der ziemlich genau das Thema trifft – nämlich die Parallele zwischen Leben und Reisen. Eine junge Frau, die den Pacific Crest Trail geht, um ganz zu sich selbst zu finden. Das besondere an den Film sind die Schnitte, denn auf ihrem Weg kommen ihr immer wieder Erinnerungen an früher, die sie zu bearbeiten versucht. Sowohl die Reise, als auch das vergangene Leben spielen sich also zeitlich auf diesem Weg ab. Diese Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit, welche auch in Buchform erzählt ist.


Natürlich muss ich euch auch jenes Buch empfehlen, das mich so zum Nachdenken angeregt hat

 

*hier verweise ich auf Flüge, Hotels, Dienstleistungen oder Produkte, von denen ich überzeugt bin, die mir selbst hilfreich sind und waren. Warum? Zum einen gebe ich meine positiven Erfahrungen gerne weiter, zum anderen bessert es mein Reisebudget ein wenig auf, wenn ihr über meinen Blog etwas kauft. Es kostet euch nicht mehr, aber ich erhalte eine kleine Provision.

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Verbreitung erlaubt :-)


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