Reisen verändert – Von Lern- und Selbsterfahrungen

Reisen verändert – Von Lern- und Selbsterfahrungen

Ja, Reisen verändert. Jahrelanges Reisen geht nicht spurlos an einem vorüber. Jede einzelne meiner Reisen hat mich irgendetwas gelehrt, hat mich in irgendeiner Art und Weise verändert. Manchmal lassen sich die Erfahrungen auch nicht konkret festmachen, weil sie nur ganz kleine Veränderungen in unserem Denken bewirken. Und dennoch bedeutet Reisen, sich zu entwickeln, zu wachsen und Neues zu lernen.

„Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen“ – J.W. von Goethe

Dieses Zitat meines Lieblingsschriftstellers Goethe, der ja selbst leidenschaftlicher Reisender war, sagt für mich ganz viel aus. Bildung – das ist nicht nur Schulbildung, nicht nur Zahlen, Fakten und Rechtschreibung. Bildung ist so viel mehr, und vor allem ist es verknüpfte Erfahrung. Zu lernen, wie man sich anderen Menschen gegenüber respektvoll verhält, zu merken, dass vorgekaute Vorurteile nur selten stimmen, Geografie real werden zu lassen – all das ist Bildung. Und abgesehen von meiner sehr spannenden Arbeit habe ich beim Reisen wirklich am meisten über mich und die Welt gelernt. Ich habe erfahren, was Reisen bedeutet: Lernen und Selbsterfahrung.

Daher komme ich dem Aufruf von Sabine von Ferngeweht gerne nach, und mache mir Gedanken zu ihrer Blogparade „Reisen verändert“.

Was hat sich durch das Reisen verändert?

Ich musste gar nicht lange überlegen, was sich genau für mich durch das Reisen verändert hat. Sofort fielen mir so viele Dinge ein. Ich spreche hier natürlich nur für mich, es sind meine ganz subjektiven Erfahrungen. Trotzdem glaube ich, dass es sehr vielen Reisenden ähnlich geht. Voraussetzung dafür, dass Reisen einen nachhaltigen Eindruck auf uns hat, ist natürlich, dass wir Intensität auch zulassen.

Boca do Inferno Aussichtspunkt auf Sao Miguel

Bloßes Urlaub machen irgendwo, zwei Wochen am Strand liegen, nur vom Hotelbuffet essen, vielleicht einmal einen geführten Ausflug irgendwo hin machen – das mag schön, angenehm und auch mal notwendig sein. Wirklich tiefgründige Erfahrungen über sich selbst und die Region, in die man reist, erhält man dadurch nicht. Und ich sage das aus eigener Kenntnis darüber, denn ja – auch ich hab schon mal All inklusive Urlaub ausprobiert. Und Jahre später den Ort dann nochmal individuell entdeckt. Der Unterschied in der Wirkung auf mich war immens.

Auch wenn ich nach wie vor offen bin für fast alle Arten zu reisen, so kommt ein Urlaub, bei dem ich von Land und Leuten überhaupt nichts mitbekomme, für mich nicht mehr in Frage. Ich möchte mich weiter entwickeln, neue Erfahrungen machen und weiterhin dazulernen. So wie ich bisher diese Lern- und Selbsterfahrungen machen durfte:

1. Gesellschaften besser verstehen

Warum wandern so viele junge ItalienerInnen aus? Wie empfinden Venezianer den Tourismus? Weshalb sind die Dänen so glückliche Leute? Warum sind in auf Guadeloupe alle so immens entspannt? Was macht die griechische Finanzpolitik mit den Menschen?

Auf Fragen wie diese bekam ich schon Antworten. Einfach dadurch, dass ich mit Leuten geredet und sie beobachtet habe. Natürlich ist die griechische Lokalbesitzerin, die noch immer arbeiten muss, obwohl sie schon in Rente ist, keine allgemein gültige Quelle. Auch sie berichtet durch ihre Brille.

Aber in einem Gespräch werden die großen Geschichten in Zeitungen auf individuelle Schicksale herunter gebrochen. Die „Finanzkrise“ wird sichtbar durch eine Frau, die dir gegenübersitzt und erzählt. Die Probleme der Korruption sizilianischer Behörden bekommen ein Gesicht durch einen jungen Mann, der bereits 10 Jahre auf sein offizielles Abschlusszeugnis wartet. Wobei ihm auch dieses bei der Arbeitssuche nicht helfen würde, denn solange die öffentliche Hand kein Geld zur Verfügung hat, wird keine Stelle für ihn geschaffen.

Auch die Art und Weise, wie Menschen, Kulturen, Gesellschaften leben, wird durchs Reisen erlebbar. Alleine die Beobachtungen, dass in Spanien anders gefeiert wird, auf den Azoren Sonntage mit Vorliebe auf Grillplätzen bestritten werden oder in Italien Kinder auch noch zu Mitternacht draußen rumrennen, lassen andere Maßstäbe des alltäglichen Lebens vermuten. Im Gespräch mit den Menschen können diese dann thematisiert und verstanden werden.

Fischerbrücke Ljubljana

2. Umweltschutz wird greifbar

Dass unsere Meere zu stark verschmutzt sind, war mir bekannt. Ich fand das auch schlimm. Richtig betroffen hat es mich aber erst in der Karibik gemacht. Als ich beim Schnorcheln mit Schildkröten auf Barbados Plastiksäcke aus dem Wasser gefischt habe, war mir klar, warum die Meerestiere so oft am Plastik sterben. Diese Säcke sehen nämlich wirklich aus wie Quallen.

Besonders in Apulien habe ich sehr mit mir gerungen. Ich liebe dieses Stück Land, diesen südlichen Zipfel Italiens. Aber wie dort mit Müll umgegangen wird, hat mir fast das Herz zerrissen. Überall liegt er an Straßenrändern, niemand fühlt sich für die Entsorgung und Verwertung (die es wahrscheinlich einfach nicht gibt) zuständig. Auch an Portugals Stränden und in den Wäldern sieht es oft zum Fürchten aus. Man muss nicht auf die Asiaten schimpfen – wir in Europa können Umweltverschmutzung schon selbst ganz gut. Vor allem aber ist mir bei diesen Anblicken erst richtig bewusst geworden, wie wichtig richtige Mülltrennung und -entsorgung ist. Und ich überlege es mir heute dreimal, ob ich wirklich in Plastik verpackte Lebensmittel kaufe.

Ich habe aber auch schon Positivbeispiele gesehen und in meinem Kopf abgespeichert. Immer wenn in meiner Heimatstadt Graz die Stadtpolitiker Entschuldigungen dafür suchen, warum man nicht in neue Radwege investieren kann, muss ich an Kopenhagen denken. Dort hat man eines Tages einfach entschieden, massiv in die Radinfrastruktur zu investieren und Autofahren unbeliebt zu machen. Natürlich gab es Widerstand, aber heute ist die dänische Hauptstadt ein Vorzeigeprojekt, was Fahrradfahren in Städten betrifft. Und es macht so Laune, sich dort auf den Drahtesel zu schwingen! So einen Aktionismus würde ich mir zuhause auch wünschen.

Radfahren auf Radwegen in Kopenhagen
Radfahren in Kopenhagen macht Spaß und ist sehr unkompliziert

Auch die Walschutzprojekte in Portugal finde ich großartig. Die Azoren waren früher Waljagdhochburg – und trotzdem eine der ersten Regionen, auf denen kommerzieller Walfang verboten wurde. Heute gibt es verantwortungsvolle Whale Watching Touren und viele Forschungsprojekte zum Schutz der Meeressäuger.

Seit ich so viel Reise, mache ich mir viele Gedanken um das Thema Umweltschutz. Vor allem Artenschutz und Mülltrennung sind mir unglaublich wichtig. Aber auch das Thema „Flugzeuge“ als Klimasünder beschäftigt mich immer mehr und führt dazu, dass ich viel bewusster und gern auch langsamer reisen will. Diesbezüglich hat mich das Reisen also ordentlich sensibilisiert.

Wale im Meer Umweltschutz
Beim Whale Watching bekommt man ein Gefühl für den sensiblen Lebensraum Meer

3. Sich selbst mehr zutrauen

Besonders ängstlich war ich noch nie. Dennoch merke ich durch jahrelanges Reisen, dass ich immer mutiger werde und mir viel mehr zutraue. Der Wunsch, Abenteuer zu erleben und auch die hintersten Ecken einer Region kennen zu lernen, sind meist viel stärker als Zweifel und Ängste.

Ausschlaggebend halte ich dafür die Erfahrung, dass immer irgendwie alles klappt. Das geht mittlerweile sogar schon so weit, dass ich manchmal ganz vergesse mich zu informieren. Welcher Bus vom Flughafen ins Zentrum geht lässt sich ja auch nach der Ankunft noch erfragen. Und wo man am besten isst finde ich auch selbst heraus.

Noch vor wenigen Jahren hatte ich furchtbar Bammel vorm Alleine reisen. Eine ziemlich zermürbende Erfahrung in Zürich hat diese Angst dann noch bestätigt. Trotzdem: ich wollte unbedingt zwei Monate allein durch Italien reisen, und hab das auch wunderbar hin gekriegt. Ich reise mittlerweile zwar noch immer am liebsten zu zweit, aber ich kann auch alleine.

Ob nun Alleine oder planlos reisen, Klippenspringen, Klettern oder mit wildfremden Menschen im Auto ein Stück mitfahren: Durch das Reisen habe ich Dinge gemacht, die ich mich früher nie getraut hätte. Ich bin über mich hinaus gewachsen.

Action Pärchen am Klettersteig
Zu zweit den Berg besteigen macht nicht nur Spaß, sondern auch stolz

4. Offenheit wird größer

Zeitgleich mit dem Selbstvertrauen ist auch die Offenheit gewachsen. Vor allem die Offenheit gegenüber neuen Situationen und fremden Menschen. Nicht, dass ich vorher super schüchtern und verschlossen gewesen wäre, aber durch die Reisejahre habe ich noch etwas mehr Neues und Unbekanntes zulassen können.

Während ich mir früher oft blöd vorkam dabei, wildfremde Menschen einfach so anzuquatschen und etwas zu fragen, so ist es heute eine Selbstverständlichkeit für mich. So erhalte ich nicht nur wertvolle Insiderinfos, sondern es entstehen manchmal auch richtig ergiebige Gespräche. Viele dieser Menschen sind mir bis heute in Erinnerung.

Durch diese Offenheit hatte ich auch Gelegenheit, die Hilfsbereitschaft so vieler Leute kennen zu lernen. Auf Sizilien etwa haben mich so viele Leute ein Stückchen mitgenommen, in Kiew hat eine Frau für uns spontan Dolmetscherin gespielt, und an der Algarve hat uns ein Tankstellenwart die Weiterfahrt ermöglicht. Mir sind natürlich auch schon seltsame Dinge passiert auf Reisen, doch die negativen Erfahrungen wiegen sehr viel weniger als die positiven. Ich traue mich daher für mich selbst behaupten, dass das Reisen mein Vertrauen in die Menschheit gestärkt hat.

Wein trinken in Mailand
Salute!

5. Sprachen lernen

Für einen Sprachenfan wie mich ist Reisen natürlich auch linguistisch sehr interessant. Ich sauge neue Wörter auf wie ein Schwamm, und hätte ich die Zeit dazu, würde ich mir dreißig Sprachen beibringen.

Das ist natürlich Utopie, doch ich habe mir selbst die Aufgabe auferlegt, zumindest vier Wörter in jeder Sprache des Landes, in das ich reise, zu können: Guten Tag, Auf Wiedersehen, Bitte und Danke. Mit diesen vier Wörtern kommt man schon sehr weit, und es zeugt von Respekt, zumindest das Bemühen für die Sprache erkennen zu lassen.

Ich spreche neben Englisch auch noch Italienisch, wenn auch nicht sehr gut. Nach wenigen Tagen in Italien bemerke ich aber immer, wie die Vokabeln in meinen Kopf zurück kehren. Wenn man eine Sprache gebraucht, so geht sie nicht verloren. Selbst meine furchtbaren Französischkenntnisse konnte ich in Paris wieder ein wenig auffrischen. Und erst durch meine schönen Reisen nach Portugal habe ich Lust daran bekommen, mir nun portugiesisch beizubringen. Reisen ist also eine großartige Möglichkeit, gelernte Sprachen zu vertiefen und Neue zu entdecken.

Doch auch wenn es mit der Verständigung nicht immer klappt, so habe ich doch die Erfahrung gemacht, dass man mit Händen und Füßen auch immer weiter kommt. Bereits in der Kindheit im Griechenlandurlaub konnte ich dies feststellen, als ich mir ein einheimisches Mädchen zur Urlaubsfreundin nahm. Wir verstanden kein Wort voneinander, und dennoch kommunizierten wir. Und ich lernte dabei sogar ein paar lustige griechische Wörter. Dieses Erlebnis ist mir bis heute in Erinnerung, und ich weiß, dass Menschen in der Lage sind, sich über gesprochene Sprache hinaus überall auf der Welt zu verstehen.

Ziege füttern
Auch „Ziegisch“ klappt mittlerweile ganz gut 😉

6. Gelassenheit entwickeln

Wer viel reist, kommt natürlich auch mit unangenehmen Situationen in Kontakt. Doch irgendeine Regel des Lebens besagt wohl, dass diese Erfahrungen bloß dazu führen, dass einen nichts mehr so schnell aus der Ruhe bringt. Zumindest nehme ich das bei mir so wahr. Reisen verändert den eigenen Geduldsfaden.

„Irgendwie geht´s immer“ ist mittlerweile mein Motto. Klar, wenn man eine Lösung dafür findet, dass der Vermieter einer Ferienwohnung plötzlich unerreichbar ist. Oder man am Flughafen steht, die Koffer nicht kommen, man unter Zeitdruck die Verlustmeldung machen und den Flug am anderen Flughafen der Stadt erreichen muss. Oder ein Virus gerade unterwegs gnadenlos zuschlägt. Oder oder oder ….

Ich könnte noch viele Situationen aufzählen, die im Nachhinein ganz schön nervig, abenteuerlich oder gar schlimm waren. Aber es ist immer noch alles gut gegangen, und das wird es auch in Zukunft. Diese Gelassenheit fühlt sich grandios an. Ich denke, Reisen macht einen stabil gegenüber Panik in unerwarteten Situationen. Ich zumindest gerate nicht mehr aus dem Gleichgewicht, wenn ich gezwungen werde, bekannte Strukturen zu verlassen.

Reisen verändert - man wird gelassener
Durch nichts aus der Ruhe zu bringen

7. Genügsamkeit erfahren

Was mich das Reisen auch gelehrt hat ist, dass man wirklich viel weniger braucht als man vermutet. Während ich mit 14 den riesigen Koffer schon zwei Wochen vorher mit allem möglichen Krempel vollgepackt hab, so ist mein Reisegepäck heute ein kleiner Trolley oder Rucksack, den ich am Vorabend schnell einpacke. Ich weiß mittlerweile, dass man eigentlich gar nicht zuwenig Kleidung mithaben kann. Waschen oder zusätzlich kaufen geht immer.

Auch bei den Unterkünften habe ich gelernt, genügsam zu sein. Während früher richtig große Hotelanlagen das Non-Plus-Ultra waren, sind mir heute kleine Pensionen meist lieber. Also nicht falsch verstehen: Ich mag besonderen Luxus ab und zu schon auch. Aber ich brauche ihn nicht. Es ist dann mehr wie ein besonderes Zuckerl, das man sich selbst schenkt. Wobei meine Vorstellung von Luxus beinhaltet: Sauna, gutes Essen, freundliches Personal. Es muss kein Infinitypool sein oder ein Kronjuwelenleuchter.

Auch was Ausflüge angeht bin ich recht genügsam geworden. Natürlich buche ich ab und an einmal eine richtig coole Tour. Das meiste unternehme ich aber auf eigene Faust. Und manchmal unternehme ich auch nichts wirklich nennenswertes. Denn in einem netten Straßenlokal in der Sonne zu sitzen, am Meer den Wellen zu lauschen oder am Berg in die Ferne zu blicken ist oft einfach genug. Genug, um die Atmosphäre und das Leben in sich aufzusaugen, sich zu erden und einfach nur glücklich zu sein.

Reisen Veränderung - Genügsamkeit
Einfach nur dem Meer zusehen – für mich die schönste Beschäftigung

8. Die Heimat schätzen lernen

Ist das nicht paradox: je mehr ich reise, umso näher komme ich auch meiner Heimat!? Und das aber auf eine so wertschätzende Art und Weise. Ich bin ganz bestimmt nicht die, die sagt: „Zuhause ist es am schönsten!“. Dazu bin ich einfach zu gerne in anderen Ländern unterwegs. Aber so oft ich unser schönes Österreich auch für diverse Dinge rüge, so sehr schätze ich es auch.

Dazu gehört zum Beispiel die Tatsache, dass wir hier ständig sauberes Trinkwasser aus der Leitung haben. Wasser, das so gut wie nichts kostet und absolut chlorfrei ist. Durch die Erfahrung, wie schlecht Wasser andernorts sein kann, sehe ich unseres als ganz großes Geschenk an.

Ebenfalls sehr positiv – aber auch mit Sorge ob es mit der gegenwärtigen Politik wohl so bleibt – sehe ich unsere soziale Sicherheit. Außer in einigen nordeuropäischen Ländern sind Menschen nirgends so gut abgesichert wie hier. Arbeitslos? Es wird einem unter die Arme gegriffen. Schwanger? Man kann bezahlt bis zu zwei Jahre zuhause bleiben. Pflegebedürftig? Man kann ohne Regressanspruch in ein Pflegeheim. Kostenlose Schule? Überhaupt kein Thema!

Um diese Umstände schätzen zu lernen, muss man nicht einmal weit reisen: in Ungarn etwa sind die Zustände für arbeitslose Menschen katastrophal. Und landet man auf der Straße, wird man auch noch als kriminell eingestuft. Oder in der Schweiz: ich erinnere mich noch an ein langes Gespräch mit einer Frau, die gesagt hat, es ist so frustrierend, in einem der reichsten Länder der Welt als junge Mutter so benachteiligt zu sein. Wer nach wenigen Wochen nicht wieder arbeiten gehen, sondern beim Kind bleiben will, muss kündigen. Mit viel Glück stellt einen der Arbeitgeber ohne Bezüge für ein Jahr frei. Karenzgeld? Fehlanzeige.

Ebenfalls ein Aufenthalt in Ungarn war es, der mir die Augen für unsere gute medizinische Versorgung geöffnet hat. Ich musste ein Kind unserer Gruppe ins Krankenhaus begleiten, da dies einen schweren Asthmaanfall hatte. Zum Glück ging es ihm nächsten Tag schon sehr viel besser, also bin ich auf Revers raus mit ihm. Die Zustände dort waren für mich nämlich untragbar: ein unglaublich hässliches und baufälliges Gebäude, Toilettenpapier und Besteck war selbst zum Mitnehmen, das Essen grauenhaft, kein Zusatzbett oder eigenes Essen für mich. Wie gut geht es uns da in Österreich, wie schön sind hier die Spitäler, wie hoch der Standard!

Ich könnte noch einige Dinge aufzählen, die ich hier als gelingender empfinde als anderswo. Durch das Reisen habe ich eine Referenz dafür bekommen, welch hohen Lebensstandard wir hier haben. Wenn hier gejammert wird, dann meist auf sehr hohem Niveau.

Die Heimat schätzen lernen - Schüsserlbrunn am Hochlantsch
Schätzen, was man vor der Haustüre hat

Verändert Reisen? Reisen verändert!

Für mich ist die Sache glasklar: ich wäre ohne die vielen Reisen nicht der Mensch, der ich heute bin. Ich habe so viel erlebt, so eindrückliche Erfahrungen gemacht, und die meisten davon haben irgendwelche Spuren in mir hinterlassen.

Dabei muss es nicht zwangsläufig immer so gewesen sein, dass ich mich weiter entwickelt habe. Manchmal haben die Reiseerfahrungen einfach nur den Blick für das Wesentliche geschärft, die Wahrnehmung nach Innen und Außen verändert. Auch das ist ja eine wichtige Sache. Vielleicht verhält es sich oftmals ganz einfach so:

„Das Reisen führt uns zu uns selbst zurück“ – Albert Camus

 


Auch etliche meiner BloggerkollegInnen haben sich an der Blogparade beteiligt und sich Gedanken darüber gemacht, wie das Reisen sie verändert hat. Ein paar der Beiträge möchte ich dir zum Weiterschmökern vorstellen:


Reisen verändert #reisen #veränderung #reisepsychologie #persönlichkeit #entwicklung #selbstfindung #selbsterfahrung #lernen


Verbreitung erlaubt :-)


13 thoughts on “Reisen verändert – Von Lern- und Selbsterfahrungen”

  • Liebe Barbara,

    ich kann dir in allen Punkten bis auf den Punkt mit den Sprachen voll zustimmen. Sprachen lernen ist in meinem Gehirn scheinbar ausgeklammert. Das fällt mir trotz allem total schwer.
    Dagegen kann ich mir Geografie durch das Reisen sehr gut versinnbildlichen.

    Ein sehr schöner und persönlicher Artikel von dir. Ich wünsche dir noch viele wundervolle Veränderungen im Kleinen wie im Großen

    LG Liane

  • Das hast du super schön ausgedrückt!
    Letztendlich sind die Erfahrungen und was wir auf und durchs Reisen lernen erstaunlich ähnlich.
    Und dass wir vergessen, uns vorher zu informieren, das passiert uns auch schon mal in unserer Gelassenheit 😂
    Wie sagt der Kölner so schön: „Et hätt noch immer joot jejange!“

    Liebe Grüße Gina und Marcus

    • Danke euch! Haha, ja ich glaube es geht vielen von uns Vielreisenden sehr ähnlich. Und siehst du: wieder was gelernt 😉 LG

  • Was für schöne Gedanken. Ich glaube, ich unterschreibe alle deine Statements. Am meisten aber, dass man durch Reisen die Heimat noch viel mehr zu schätzen weiß.
    So kommt es auch, dass man diese dann vermehrt intensiv unter die Reiselupe nimmt 🙂
    Liebe Grüße, Katja

  • Bin ganz deiner Meinung, dass Reisen verändert! Man wird toleranter für andere Kulturen, andere Denkweisen, manchmal auch dankbar für die eigene Lebensweise. Seit ich mehr reise, interessiere ich mich auch für Geographie und Geschichte, was mich früher in der Schule nie interessiert hat.
    Lg Dagmar

  • Ein sehr schöner Artikel, der in allen Punkten meinen eigenen Erfahrungen entspricht, auch was Sprachen anbetrifft.
    Reisen hat auch mein Leben völlig verändert und umgekrempelt, und ich bin sehr dankbar, dass ich die verlorenen zwanzig Jahre meiner Kindheit und Jugend (durch Krieg, Flucht, Bombenangriffe, Vertreibung, Hunger und Armut) später „anhängen“ konnte und durch Reisen so viele interessante Begegnungen hatte und so viel Schönes erleben durfte.
    LG Marie

  • Du sprichst mir aus der Seele. Genau diese Punkte/Veränderungen kenne ich auch zu gut. Gerade, wenn man sich mit Menschen unterhält, die wenig bis gar nicht reisen. So kommt man von den Reisen nicht nur mit tollen Erinnerungen und Souvenirs nach Hause.

    Liebe Grüße aus Berlin 🖤

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