La Festa di Polter – Poltern in Rom

La Festa di Polter – Poltern in Rom

Es ist amtlich – wir haben geheiratet ­čÖé Aufgrund unserer gro├čen gemeinsamen Liebe zu Italien haben wir uns auch f├╝r eine Mottohochzeit unter italienischem Stern entschieden. Es gab italienische Musik, italienisches Essen (oh, wie ich es liebe ­čÖé ), italienische Dolci am Desserttisch und nat├╝rlich Tricolore – wir haben versucht, Rosso-Bianco-Verde in allen Bereichen einflie├čen zu lassen.

Die Idee

Und bei der Frage danach, wo ich denn poltern werde, war klar, dass es hierauf nur eine wirklich vern├╝nftige Antwort gibt: In Italien. Nach ein wenig hin- und her├╝berlegen entschied ich mich f├╝r meine liebste aller St├Ądte: Rom! Ein paar lustige Freundinnen und Familienmitglieder, die diesen etwas au├čergew├Âhnlichen Ausflug mit mir unternehmen wollten, waren schnell gefunden, die Fl├╝ge und ein Appartment unkompliziert und g├╝nstig gebucht. Ich mietete auch einen 9-Sitzer f├╝r die gemeinsame Fahrt zum Flughafen.

Die Anreise

Dann, am 13. Mai, um 2:30 war Treffpunkt. Eine wirklich unchristliche Zeit, ich wei├č. Aber der Flug war bereits f├╝r 6:00 Uhr angesetzt, und nach Wien ist es von Graz aus dann doch ein St├╝ck. Bereits vor der Abreise die erste ├ťberraschung: die M├Ądels hatten T-Shirts besorgt, mit der jeweiligen Beschreibung der sie tragenden Person und, nat├╝rlich, in den Tricolore ­čÖé W├Ąhrend der Fahrt bekam ich dann noch mein Kr├Ąnzchen, einen Schleier und einen wundersch├Ânen Brautstrau├č in Form einer Klob├╝rste ausgeh├Ąndigt – ich startete die Polterreise also unverkennbar als Braut und bescherte dem Flughafenpersonal Grund zum Schmunzeln.

Dass der Flug dann doch 1 1/2 Stunden Versp├Ątung hatte, ├Ąrgerte uns nur kurz, denn wir nutzten die Wartezeit f├╝r ein erstes Guten-Morgen-Getr├Ąnk und waren lustig drauf. Ein wei├čer Spritzer um 6:00 Uhr in der Fr├╝h sorgt eben f├╝r gute Stimmung ­čśë Am Flughafen in Rom angekommen, bekam ich von zwei Flughafensecurities etwas zu h├Âren, was ich an diesem Tag noch etwa gef├╝hlte 500 Mal h├Âren sollte: „Non sposi! No, sei giovane, non sposi!“ – also dass ich ja nicht heiraten solle. Ich nahm┬┤s mit Humor und antwortete immer mit einem Lachen: „Si, sono sicura!“.

Polter-Sightseeing

Es dauerte nicht lange, dass uns die Lebensfreude Italiens in Fleisch und Blut ├╝berging. Wir waren gl├╝cklich, hier zu sein, und ich wusste, es war die richtige Entscheidung, dort meinen Junggesellinnenabschied zu feiern, wo ich mich einfach nur wohl f├╝hle. Nach dem Bezug des Appartements im belebten Zentrum von Trastevere und einem typisch italienischen, s├╝├čen Fr├╝hst├╝ck machten wir uns auf die Socken und spazierten ├╝ber den Tiber in Richtung Piazza Venezia. Unterwegs kehrten wir auf zwei Fl├Ąschchen Wein ein, und der Kellner des Lokals versuchte mit allen Mitteln, mich davon zu ├╝berzeugen, nicht meinen Schatz zu Hause, sondern ihn zu heiraten, was uns ausgesprochen am├╝sierte ­čÖé Quer durch das j├╝dische Viertel erlebten wir das muntere Erwachen der Stadt und den Beginn des regen Touristentreibens. Beim Schildkr├Âtenbrunnen nutzten meine lieben Reisebegleiterinnen die Anwesenheit einer Gruppe, um mir vor dem Brunnen die Aufgabe zu stellen, ein Lied aus meiner Kindheit zu singen. Da mir ja selten etwas zu peinlich ist, erheiterte ich sie mit dem Liedchen, und danach ging┬┤s in super Stimmung weiter hin zum Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II – einem meiner Lieblingsgeb├Ąude in Rom. Wir besichtigten das imposante Geb├Ąude, nat├╝rlich nicht ganz ohne herumzualbern. Da wir ja nur begrenzt Zeit hatten, empfahl ich meinen M├Ądels, dass wir die nicht ganz billige Liftfahrt (7ÔéČ) auf das Dach des Geb├Ąudes machen sollten, da von oben fast alles im Zentrum Roms zu sehen ist. Gesagt, getan. Oben veranstaltete ich eine kleine „Romf├╝hrung von oben“, und es stellte sich (zum Gl├╝ck f├╝r mich) als absolut gute Idee heraus, diesen Abstecher gemacht zu haben ­čÖé

Wir beschlossen, weiter Richtung Trevibrunnen zu spazieren. Doch wieder einmal hatte ich die Rechnung ohne die kleinen Gemeinheiten meiner Freundinnen und „La Mamma“ gemacht, die mich vor allen Passanten flei├čig einen Polster├╝berzug mit Kn├Âpfen besticken und dabei singen lie├čen. Ich glaube, dass ich vielen Leid getan habe, aber hauptsache meine M├Ądels haben sich k├Âstlich am├╝siert ­čśë Im Anschluss an die Aktion flanierten wir, bereits etwas hungrig, weiter ├╝ber die gro├če Einkaufsstra├če „Via del Corso“. Team „Verde“ zeigte sich dabei fasziniert von den Stra├čenk├╝nstlern, w├Ąhrend die anderen schon hungrig nach Schatten suchten, da es bereits knapp 30┬░C hatte (hach, genauso kenne ich mein Rom). Am Trevibrunnen verweilten wir ein wenig, die einen mit einem leckeren Eis, die anderen beim Schaufensterbummel, und ich warf meine obligatorische M├╝nze in den Brunnen – nat├╝rlich in klassischer Manier, verkehrt ├╝ber die Schulter.

Am Weg zum Pantheon plagte uns schlie├člich gro├čer Durst, und da kam uns ein Feinkostladen sehr recht. Wir verkosteten verschiedene Sorten Limoncello, und ich kaufte einen f├╝r unterwegs. Eine kleine Limoncello-Pause schadet ja bekanntlich nie ­čśë Vorbei am Pantheon und ├╝ber den Campo dei Fiori flanierten wir wieder retour nach Trastevere, und reservierten im „Baccanale“ auf der Via della Lungaretta f├╝r┬┤s Abendessen. Dann g├Ânnten wir uns einmal eine Dusche und eine kleine Verschnaufpause (inkl. Limoncello nat├╝rlich ­čśë ).

Der Polterabend

Und dann kam es: das lang ersehnte, richtig ausgiebige und typisch italiensiche Essen am Abend. Es stellte sich heraus, dass die Wahl des Ristorante hervorragend getroffen war (wieder zum Gl├╝ck f├╝r mich). Wir speisten und tranken wie die Principesse h├Âchstpers├Ânlich, es war grandios. Immer wieder faszinierend, wie sehr gutes Essen gl├╝cklich machen kann. Zum Abschluss noch schnell ein Espresso, und wir begaben uns ins fortschreitende Get├╝mmel auf den Stra├čen – ├╝brigens eines der Dinge, die ich am S├╝den so sehr liebe, n├Ąmlich, wenn das Leben drau├čen stattfindet. Und da sich nach der Meinung meiner lieben Mutter so viele Menschen mit schmutzigen Schuhen hier befanden, bekam ich die ehrenvolle Aufgabe, f├╝nf M├Ąnnern die sch├Ânen italiensichen Lederschuhe zu putzen. An den Grenzen meiner sprachlichen F├Ąhigkeiten („Was hei├čt denn ‚putzen‘ auf italienisch?“) ben├Âtigte ich erst einmal einen Blick ins W├Ârterbuch, da mir die gut gemeinten ├ťbersetzunghilfen meiner besten Freundin („Putzare“) nicht wirklich weiterhafen (es hei├čt ├╝brigens „pulire“). Mithilfe von Charlie Chaplin und einigen anderen netten Herren hatte ich die Aufgabe bald erledigt und wir konnten uns endlich einem gro├čen Glas Aperol Spritz widmen.

Doch die n├Ąchste Herausforderung lie├č nicht lange auf sich warten. Mithilfe eines knallroten Lippenstifts sollte ich 20 Bacini (K├╝sschen) auf die Wangen der vorbeigehenden M├Ąnner verteilen. Zun├Ąchst noch vorsichtig h├Âflich, mit der Zeit aber immer selbstbewusster und mithilfe einiger Ehefrauen absolvierte ich auch diese H├╝rde anstandslos und zur vollsten Zufriedenheit meiner Polterm├Ądels. Nun war aber Zeit f├╝r Party! Und da hat Trastevere mit seinen vielen Bars und jungen Leuten doch einiges zu bieten. Wir stie├čen auf eine 80er Party und tanzten und sangen, was das Zeug hielt. Aktionen wie das Werfen des Brautstrau├čes durften selbstverst├Ąndlich nicht fehlen, und auf der Stra├če veranstalteten wir das f├╝r unsere Gegend typische „Kranzlabtanzen“. Es zeigten sich auch versteckte DJ-Qualit├Ąten einer Kollegin, und vor dem Heimgehen musste unbedingt noch der lang ersehnte Prosecco sein. Dann, um kurz vor 3 Uhr, nach ├╝ber 24 Stunden auf den Beinen und einiges an Wein im Blut, begaben wir uns in unseren wohlverdienten Schlaf.

Falls ihr euch fragt: Wo bleiben die Fotos hiervon??? Ich muss euch entt├Ąuschen – es gibt zwar welche, aber die sind nicht wirklich ├Âffentlichkeitstauglich und werden somit unter Verschluss gehalten ­čśë

Der Tag danach

Nach lange Schlafen war uns aber nicht, und nach einer ausgiebigen Aufwachzeit und einer Dusche waren wir um 10 Uhr am Vormittag schon wieder unterwegs. Jetzt erstmal einen Cappuccino! Nicht um unsere S├╝nden zu b├╝├čen, sondern um die wundersch├Âne und sehenswerte Basilica di Santa Maria in Trastevere zu betrachten, machten wir einen Abstecher in die Kirche, um danach Richtung Tiber zu schlendern. Am Lungotevere entlang lie├čen wir die Erinnerungen des letzten Tages nochmal aufleben. Zum Abschluss entdeckten wir noch ein wirklich sehr hippes Vintage-Caf├ę, die „Alembic # Ak Bar“, in dem wir uns einen letzten Kaffee g├Ânnten, ehe wir Richtung Flughafen und heimw├Ąrts aufbrachen.

Fazit

Also eines kann ich mit guten Gewissen sagen: Es war die beste Entscheidung, mein Poltern in Rom zu veranstalten. Es war die perfekte Mischung aus Kurztrip, Spa├č und guter Gesellschaft. Ich hatte alles dabei, was mir pers├Ânlich Freude bereitet: eine wundersch├Âne Stadt, superliebe Leute, eine gro├če Portion Verr├╝cktheit und Vergn├╝gen, grenzgeniales Essen und richtig geiles Sommerwetter. Trastevere hat sich auch als super Station f├╝r so einen besonderen Abend erwiesen – nicht weit ins historische Zentrum und viele Restaurants und Lokale in der N├Ąhe. Das einzige, was wir als Verbesserungsvorschlag f├╝r ein kommendes Revival dieses Trips h├Ątten: Das n├Ąchste Mal zwei N├Ąchte ­čÖé

Danke an meine Mama, Cousine, beste Freundin und meine 5 Kolleginnen (und Freundinnen!) f├╝r diesen grandiosen und speziellen Ausflug – ihr seid ein supercooler, herzlicher, verr├╝ckter Haufen :-*

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