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Für Reisesüchtige & Sich-Selbst-Finder

Ein Tag in Lecce – Sightseeing, Hitze und kulinarische Besonderheiten

Ein Tag in Lecce – Sightseeing, Hitze und kulinarische Besonderheiten

Im Rahmen unseres Roadtrips durch Apulien im August 2017 machten wir für zwei Nächte in Lecce Station. Für uns war klar, dass die Hauptstadt der südlichsten Provinz Apuliens nicht auf unserer Reiseroute fehlen darf. Immerhin hatten wir bis dato nur Positives über Lecce gehört, das auch „das Florenz des Südens“ genannt wird.

Die Altstadt

Zunächst war ich etwas skeptisch, ob ein voller Tag reichen wird, um Lecce zu erkunden. Die gute Nachricht: da die Altstadt eine wirklich überschaubare Größe hat, sieht man an einem Tag wirklich viel! Natürlich taucht man hierbei nicht sehr tief ins Alltagsleben ein, und auch ein Besuch aller Museen geht sich zeitlich nicht aus, aber man schafft es sicher in die meisten Gassen, Kirchen und auf alle wichtigen Plätze.

Sollte sich jemand fragen, wie man die Altstadt denn als solche erkennt und wann man weiß, dass man sie verlässt: das ist ganz einfach erklärt. Kennzeichnend ist hier der „lecceser Barock“, also ein ganz eigener (und eigenwilliger) Baustil aus Kalkstein. Und das mit dem Kalkstein zieht sich wirklich konsequent durch! Fast alle Gebäude der Altstadt sind in diesem hellbeigen Ton gehalten, es wird auch damit restauriert und selbst neuere Häuser bestehen daraus. Der Kalkstein, auch Pietra Leccese genannt, dominert also das gesamte Stadtbild. Zusätzlich findet man an den historischen Gebäuden die typischen barocken Verzierungen, die hier in Lecce offenbar etwas üppiger ausgefallen sind als anderswo – zumindest wirkt es auf das Auge so. Leute, die sehr empfindlich auf Kitsch reagieren, könnten sich eventuell erschlagen fühlen 😉 , ich finde jedoch, dass es einfach eine Spielart architektonischer Kunst ist und Lecce eben deshalb so einzigartig macht.

Nichts als Kalkstein hier in Lecce!

Im Zentrum befinden sich auch unglaublich viele Kirchen – an die 30 sollen es sein. Einige haben tagsüber für BesucherInnen geöffnet, und der Eintritt ist stets frei. Es lohnt sich wirklich, einen Blick in die ein oder andere Kirche zu werfen, denn sie sind in den meisten Fällen reich geschmückt. Die zwei wichtigsten Gotteshäuser sind der Dom („Duomo Santa Maria dell´Assunata“) und die Basilika („Basilica di Santa Croce“). Um den imposanten und weitläufigen Domplatz auf sich wirken lassen zu können, empfehlen wir einen Besuch in den frühen Vormittagsstunden – hier ist der Platz fast menschenleer und man bekommt ein Gefühl für die Dimension des Areals. Außerdem kann man dann die schöneren Fotos vom Dom schießen 😉

Der fast leere Domplatz von Lecce am Morgen

Lecce hat es ohnehin an sich, dass die bekanntesten Sehenswürdigkeiten und die interessantesten Dinge im Vorbeigehen zu betrachten sind. Es liegt und steht eigentlich alles offen vor einem, was es wert ist, gesehen zu werden – die üppigen Fassaden der Palazzi, das Amphitheater, das Teatro Romano, die Marmorsäule des Hl. San Oronzo, die vielen Plätze mit ihren netten Cafés und Trattorie und die unzähligen Schaufenster der heimischen Geschäfte. Man muss sich also nicht viele Gedanken um Eintrittsgelder machen – stattdessen kann man sich getrost ein Gelato mehr gönnen 😉

Oder einen Eiskaffee. Und ich sag´ es euch – das braucht man im Sommer hier auch!

Die Ausgrabungen beim Amphitheater von Lecce

Die Hitze

Ja, es ist heiß hier im Sommer. Normalerweise hat es in Lecce im August eine Durchschnittstemperatur von 25°C, an sehr sonnigen Tagen durchaus auch einmal über 30°C. Klar, es liegt ja auch im Süden von Italien. Allerdings, was wir hier im Sommer 2017 erlebt haben, ließ selbst die Einheimischen jammern! Es war extrem heiß, unsere Vermieterin meinte, so heiße Tage und so eine lang andauernde Hitze hätte sie hier noch nicht erlebt. Klimawandel? Vermutlich 🙁 Nicht nur wir stöhnten also unter den Temperaturen – die tatsächlich immens hoch waren. Wir staunten nicht schlecht, als die Anzeige bei der Apotheke 42°C anzeigte!

Da sieht man sich dann wirklich mit seinen eigenen Grenzen konfroniert. Wir wollten natürlich so viel wie möglich sehen von dieser Stadt – immerhin hatten wir nur einen gesamten Tag zur Verfügung – andererseits war in dieser Hitze einfach irgendwann die Luft herausen. Nachdem wir uns bereits gegen 8:30 aufgemacht hatten, war um 15 Uhr Ende im Gelände. Wir waren müde, erschöpft, und schwitzten wie irre. Die Tour durch die gesamte Altstadt in Kombination mit der Hitze machte sich dann einfach bemerkbar. So war uns die Siesta ganz willkommen (in Apulien wird am Nachmittag eigentlich überall Siesta gemacht), und wir zogen uns in unser tolles AirBnB Appartement zurück. Dort hatten wir eine richtig große Dachterasse mit überdachter Sitzgelegenheit – genau richtig für „Dolce far niente“ 🙂

Zeit für Siesta!

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Aufgrund dieser Erfahrung kann ich euch mit ein paar Tipps dienen (diese können natürlich auf jede andere heiße Stadt im Sommer umgelegt werden 😉 )

  • Genug Trinken!

    In Lecce wären mir zwar leider keine Trinkbrunnen aufgefallen, aber das Mineralwasser kostet in Südtalien zum Glück nicht wirklich viel – da kann man sich schon ein paar Flaschen kaufen.

  • Pausen machen!

    Nur nicht übernehmen – die Hitze ist meist der Stärkere. Sich einfach mal dem Tempo des Südens anpassen, immer wieder in den Schatten setzen, in ein Café einkehren und Siesta halten wie die Einheimischen – dann strapaziert man seinen Körper nicht zu sehr.

  • Caffé in Ghiaccio!

    DER Geheimtipp bei heißen Temperaturen. Einfach einen Caffé in Ghiaccio ordern, und schon erhält man einen kühlenden kalten Kaffee mit Eiswürfeln – ein wahrer Segen! Das gleiche gilt natürlich auch für das klassische italienische Gelato 😉

    Eine willkommene Abkühlung – ein Caffé in Ghiaccio
  • In kühlen Gebäuden Schutz suchen!

    Wie gesagt – Lecce erkundet man hauptsächlich draußen. Dennoch ist ein Besuch der vielen Kirchen und Museen nicht nur kulturell interessant, sondern auch eine willkommene Fluchtmöglichkeit vor der Hitze. Wir waren im kleinen „Museo Teatro Romano“, in dem es vor allem im unterkellerten Geschoss ganz angenehm war.

Die Lage

Lecce liegt etwa 20 Minuten von der Adria landeinwärts – an das ionische Meer fährt man ungefähr eine dreiviertel Stunde (mit dem Auto). Das heißt, wer länger hier Station macht, kann schon mal der Stadthitze entfliehen und ans Meer fahren. Soviel wir mitbekommen haben, gibt es auch Busse an die Küste, und mit dem Zug erreicht man auch einige Küstenorte (z.B. Gallipoli oder Brindisi). Ca. eine halbe Autostunde entfernt liegt die bekannte „Grotta della Poesia“ – eine spektakuläre Aushöhlung im Kalkstein, in die man hineinspringen kann – und über eine Höhle dann auf´s offene Meer hinausschwimmen kann. Bevor wir nach Lecce gefahren sind, haben wir dort Halt gemacht – und es trotz der vielen vielen Menschen nicht bereut, diese Sensation einmal erlebt zu haben. Bevor wer fragt – jaaaaaa, wir waren ganz mutig und sind auch gesprungen 😉

Die „Grotta“, in die man hineinspringen kann

Lecce bietet auch einen guten Ausgangspunkt für die Erkundung des Salento – man ist eigentlich überall relativ schnell. So bieten sich Abstecher nach Otranto, Santa Maria di Leuca (der südlichste Punkt Apuliens), Gallipoli und Porto Cesareo an. Allerdings – ich würde Lecce als Basisstation eher in den anderen Jahreszeiten wählen und den Sommer vermehrt am traumhaft schönen Meer hier verbringen – und eher den Abstecher nach Lecce empfehlen.

Kulinarische Freuden

Eine Erfahrung, die wir in Lecce gemacht haben, und die ich hier unbedingt weiter geben möchte, ist jene, dass man nach richtigen „Ristoranti“ hier lange sucht. Die wenigen, die es gibt, sind sehr touristisch und nicht wirklich zu empfehlen – wir haben leider Zeit und Geld verschwendet, indem wir an einem Abend meinten, dort hätten wir die beste Auswahl. Bei einem Spaziergang durch die abendlichen Gassen, vorbei an der einen und anderen Osteria, sahen wir erst, was wir verpasst hatten! Die „Cucina povera“, also „arme Küche“ Apuliens kann sich wirklich sehen lassen – einfache, aber perfekte Pasta, Käse- und Wurstplatten, dass einem das Wasser im Munde zusammen läuft (also mir nur beim Käse, bin ja Vegetarierin 😉 ) und Panini, die ihren Namen alle Ehre machen.

In diesem Fall von mir die ganz klare Empfehlung: setzt euch in eine Osteria, Trattoria oder was sonst noch eher nach Bar als Restaurant aussieht, und bestellt euch dort etwas aus der kleinen, aber sehr gut ausgewählten Karte! Wir haben das am nächsten Abend so gemacht, waren im „Crianza“ essen, und wurden kulinarisch verwöhnt. Beste Zutaten, informiertes und bemühtes Personal, das ihre Liebe zum Essen mit den Gästen teilt, und wirklich leckere Speisen haben uns vollstens zufrieden gestellt 🙂

Einfaches, aber unglaublich leckeres Essen im Crianza

In Lecce findet man auch viele gut ausgewählte Vinotheken und Weinbars (oft in Kombination mit einer Osteria), in denen man ausgezeichnete heimische Weine bekommt. Und das darf man mir glauben – ich bin in einem Weintrinkerhaushalt aufgewachsen, habe durchaus Kenntnis von „guten“ Weinen und bin auch wirklich anspruchsvoll 😉 Wer also einmal in Lecce ist, dem sei empfohlen, der Weinszene vor Ort eine Chance zu geben und apulischen Vino zu verkosten – nicht umsonst war für die Römer Apulien damals auch der landeigene Weinkeller. Mir haben übrigens die Sorten Verdeca und Primitivo sehr gut geschmeckt – aber das ist ja wirklich Geschmackssache 😉

Für uns als alte Weinfreunde war es daher eine angenehme Überraschung, als wir am Heimweg vom Abendessen auf der Piazza Sant´Oronzo reges Treiben vernahmen und bemerkten, dass das „Vino di Sud“, also ein süditalienisches Weinfestival hier Station machte. Wir kauften uns sogleich jeder ein Ticket und verkosteten! Danach fielen wir endgültig müde ist Bett 😉

Am „Vini a sud“ – dem süditalienischen Weinfestival

Fazit

Lecce ist durchaus für einen Tagesausflug geeignet – was der relativ kleinen Altstadt geschuldet ist. Allerdings empfiehlt es sich, allein des Essens und Trinkens wegen zumindest eine Nacht hier zu verbringen. Die heimische Küche und der apulische Wein sind ein Gedicht für sich.

Einen wirklichen Sightseeingtipp habe ich nicht, denn ich finde die gesamte Altstadt als solche bereits eine Attraktion. Also einfach durch die vielen Gassen schlendern, ab und an einmal einen Blick in die einzigartig gestalteten Kirchen werfen und nach Lust und Laune die eigenen Lieblingsplätze selbst entdecken 🙂


Psychologische Effekte der Reise

Dabei konnte ich mich verlieren: Beim Schlendern in den vielen schmalen Gassen von Lecce

Da hab ich mich selbst gefunden: Beim unglaublichen guten Essen im Crianza – dieser Genuss war wirklich höchst zufriedenstellend 🙂

Besonders intensiver Eindruck: Die extreme Hitze – ich halte viel aus, aber das war wirklich sehr lähmend

Lernerfahrung für mich: Ich könnte in meinem Leben generell öfters eine Siesta machen, wenn es einfach zu heiß her geht – und nachher mit kühlem Kopf wieder durchstarten

Drei wesentliche Gefühle dieser Reise: Begeisterung, Erschöpfung, Freude durch Genuss


Hier könnt ihr noch durch die restlichen Fotos stöbern und euch von Lecce´s Altstadt verzaubern lassen


Nützliche Links*



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*hier verweise ich auf Flüge, Hotels, Dienstleistungen oder Produkte, von denen ich überzeugt bin, die mir selbst hilfreich sind und waren. Warum? Zum einen gebe ich meine positiven Erfahrungen gerne weiter, zum anderen bessert es mein Reisebudget ein wenig auf, wenn ihr über meinen Blog etwas kauft. Es kostet euch nicht mehr, aber ich erhalte eine kleine Provision.


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6 thoughts on “Ein Tag in Lecce – Sightseeing, Hitze und kulinarische Besonderheiten”

  • Liebe Barbara,
    toller Artikel zu Lecce! Ich war ja im April dort und hatte soooo Pech mit dem Wetter – Sturm und Regen! Die Grotta war daher menschenleer, Wahnsinn, wie das mit Sonne und so vielen Menschen gleich ganz anders aussieht 😀
    Liebe Grüße
    Karin

    • Danke dir! Oh no – wie schade ist das denn! Das ist ja dann wirklich ein heftiger Kontrast dazu! Ich glaube ja, dass Sonne dieser wundervollen Stadt wesentlich besser steht 😉 Aber dann hast du einen Grund, nochmal hinzufahren, oder? 😀 LG

  • Oh was für ein schöner Bericht, ich denke, Lecce wär mir sonst völlig durch die Lappen gegangen, und dabei essen wir uns doch so gerne durch genau jene beschriebene Gassen. Daher danke ich dir für den schönen Input. Lg

    • Danke dir für das Kompliment! Schön, wenn du Lecce jetzt auf dem Schirm hast – es ist so sehenswert 🙂 Viel Spaß und Mahlzeit dann 😀 LG

  • Ah ja, dachte ich es mir doch! 🙂 Schön, auch noch so viele Fotos aus Lecce zu sehen!
    Hab ich gerade erst noch über unser Mistwetter gejammert, bin ich jetzt doch froh, nicht eure 42 Grad erwischt zu haben! 🙂

    LG,
    Lena

    • Gefunden 😉 Ja, also die Hitze war echt ein wenig anstrengend! Ich denke, die Idealtemperatur für Städtetrips liegt generell so um die 20-25 Grad, oder? Die sollte man bestellen können 😉 Ich werde mir mal angucken, wie das bei euch so war! Lg

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